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Fakten und Hintergründe zum Film "Lila, Lila"

Kino.de Redaktion |

Lila, Lila Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten zu der romantischen Komödie LILA, LILA nach Martin Suters gleichnamigem Bestseller fanden vom 3. Juni bis 24. Juli 2008 in Berlin und Leipzig statt. Unter der Regie des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs Alain Gsponer („Das wahre Leben“, „Rose“) entstand in insgesamt 36 Drehtagen eine witzige und anrührende Liebesgeschichte über eine Lüge mit ungeahnten Folgen, echten Gefühlen und falschen Identitäten. Die Hauptdarsteller Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Henry Hübchen meistern ihre Rollen mit komödiantischem und vor allem romantischem Gespür.

Bereits kurz nach der Veröffentlichung von Martin Suters Roman „Lila, Lila“ hatte Produzent Andreas Fallscheer, geschäftsführender Inhaber der 2004 gegründeten Schweizer Produktionsfirma Falcom Media, den Roman gelesen und wollte ihn unbedingt verfilmen. Das Ungewöhnliche dabei: Zum Zeitpunkt der Verhandlungen um die Filmrechte waren sowohl Regisseur Alain Gsponer, sein Stamm- Drehbuchautor Alexander Buresch und sogar Hauptdarsteller Daniel Brühl schon mit von der Partie, um Suter davon zu überzeugen, die Rechte an einem seiner Romane erstmals nach Deutschland zu verkaufen. Das kam laut Gsponer so: „Ich war schon immer ein großer Suter-Fan. Und als mich Falcom Media fragte, ob ich an einer Adaption interessiert sei, habe ich sofort ‚Ja’ gesagt.“ Er wusste, dass die Hauptfigur des sensiblen Kellners David, dessen romantische Notlüge ungeahnte Folgen hat, auch auf der Leinwand wunderbar funktionieren würde.

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Daniel Brühl wiederum war zu der Zeit bereits sehr an einer Zusammenarbeit mit Alain Gsponer interessiert, hatte zudem das Hörbuch zu „Lila, Lila“ eingelesen und wollte unbedingt die Hauptrolle übernehmen. Jetzt musste nur noch Martin Suter selbst überzeugt werden. 2004 flogen Gsponer und Buresch zusammen mit Andreas Fallscheer und Daniel Brühl zu dem Schriftsteller nach Ibiza. Ein zähes Ringen begann. „Das war ein richtiger Kampf, denn es gab viele Interessenten“, erinnert sich Gsponer.

Doch der geballte Enthusiasmus von Gsponer/Buresch und Daniel Brühl und vor allem ihr Konzept für den Film überzeugte Suter schließlich. „Dass ich außerdem auch Schweizer bin, hat sicher nicht geschadet“, schmunzelt Gsponer. Zusätzlich begeisterte Suter die Vorstellung, Daniel Brühl in der Hauptrolle zu sehen.

Produktion: Vom Buch zum Film

Nachdem die Filmrechte gesichert waren, wendete sich Falcom Media an die Berliner Produktionsfirma Film1 der Produzenten Sebastian Zühr, Henning Ferber und Marcus Welke. Gemeinsam mit Falcom sollten sie die Produktion übernehmen und mussten nicht lange überlegen.

Marcus Welke erinnert sich: „’Lila, Lila’ ist, wie übrigens alle Romane von Martin Suter, ausgesprochen filmisch geschrieben. Dazu kam, dass wir Alain Gsponer bereits von der Filmhochschule Ludwigsburg gut kannten und von seinen Filmen ’Rose’ und ’Das wahre Leben’ schwer beeindruckt waren. Und Daniel Brühl stand auch schon als Hauptdarsteller fest. Was will man mehr? Uns bei Film1 ist wichtig, dass ein Projekt einen klaren Reiz hat und die Chance, ein großes Publikum zu gewinnen. LILA, LILA passte da genau hinein.“

Sebastian Zühr ergänzt: „Alle Beteiligten wussten, dass wir eine tolle Geschichte vor uns hatten, die als Film ausgezeichnet funktionieren würde. Wir waren zu jedem Zeitpunkt von dem Projekt überzeugt. Und mit Alain Gsponer stand darüber hinaus ein großes Talent zur Verfügung. Wir konnten uns keinen passenderen Regisseur vorstellen.“ Niemand bezweifelte, dass er diese witzige Romanze voller absurder Situationen großartig umsetzen würde. Große Gefühle und Humor hatte er schon in seinen Vorgängerfilmen perfekt miteinander in Einklang gebracht.

Trotzdem bedeutete die Umsetzung von LILA, LILA natürlich in erster Linie intensive Arbeit für alle Beteiligten. Das Drehbuch musste entwickelt und die weitere Besetzung gefunden werden, Drehorte gesucht, das Kreativteam zusammengestellt, und mit Thomas Sterchis Millbrook Pictures kam ein weiterer Finanzierungspartner hinzu. Dabei stand laut Produzent Sebastian Zühr immer eines im Vordergrund: „Der Roman sollte sich in unseremFilm widerspiegeln, und gleichzeitig wollten wir eineigenständiges Werk schaffen. Das ist uns gelungen“.

Drehbuchautor Alexander Buresch, von dem bereits die Skripte zu Alain Gsponers „Rose“ und „Das wahre Leben“ stammten, schrieb insgesamt etwa acht Fassungen, bevor man wirklich zufrieden war. Martin Suter war stets über den aktuellen Stand der Drehbuchentwicklung informiert. „Sein Feedback war uns sehr wichtig“, sagt Zühr, und Welke fügt hinzu: „Er war von Alexander Bureschs Arbeit sehr angetan.“

Die Adaption eines Romans bedeutet automatisch inhaltliche Veränderungen. „Man kann ein Buch nicht eins zu eins umsetzen, sondern muss zwangsläufig reduzieren“, so der Regisseur. Produzent Welke ergänzt: „Die Herausforderung besteht darin, die Bedürfnisse der Zuschauer zu berücksichtigen, aber den Ton und die Faszination der Vorlage zu treffen.“ Besonders die Enden von Buch und Film unterscheiden sich wesentlich voneinander. Dazu Gsponer: „Im Roman erfährt Marie nie von Davids Lüge, doch das war uns zu offen.“ Man wählte einen Schluss, der besser zum romantischen Erzählton des Films passte. Auch die Satire der Vorlage auf den Literaturbetrieb wurde für den Film abgewandelt.

„Wir haben diesen Aspekt stark zurückgeschraubt und nehmen eher die allgemeine Medienhysterie aufs Korn, wie heutzutage alles künstlich aufgebauscht wird“, sagt der Regisseur. Denn David avanciert durch seine Lüge, die tragische Liebesgeschichte „Lila, Lila“ geschrieben zu haben, urplötzlich zum Szene-Darling und Medienereignis.

Produktion: Die Besetzung

Daniel Brühl, preisgekrönter Star aus „Good Bye, Lenin“ (2003) und einer der beliebtesten deutschen Schauspieler überhaupt, stand von Anfang an für die Hauptrolle des charmanten Lügners David Kern fest. Aus Sehnsucht zu Marie nimmt der schüchternste Kellner Berlins eine falsche Identität an, muss aber erkennen, dass man auf einer Lüge keine Beziehung aufbauen kann. Diese sensible wie komische Figur war für Daniel Brühl wie geschaffen. Er gibt den melancholisch romantischen David nie der Lächerlichkeit preis, selbst wenn er von einer witzigen Situation in die nächste stolpert.

„Daniel war für uns die Optimalbesetzung, jetzt brauchte er eine passende Partnerin, die wir in Hannah Herzsprung gefunden haben. Im Casting fiel uns sofort die wahnsinnige Energie auf, die zwischen beiden herrschte. Eine tolle Konstellation“, erinnert sich Produzent Sebastian Zühr. Das kann Regisseur Gsponer nur bestätigen, der Herzsprung bereits durch sein Familiendrama „Das wahre Leben“ (2006) kannte – was sich absurderweise fast als großer Nachteil erwiesen hätte. Denn darin agierte sie dermaßen überzeugend (Deutscher Filmpreis als Beste Nebendarstellerin), dass Gsponer „diese Figur nicht aus dem Kopf bekam. Ich konnte mir Hannah als diese ganz andere Marie zuerst nicht vorstellen“, wie er sagt. Bis er sie im Casting erlebte. „Sie war ganz klar die Beste für die Rolle“, fügt Gsponer an und wundert sich heute noch ein bisschen über seine anfängliche Verwirrung.

Marie ist eine junge Frau, die sich niemals in einen Kellner verlieben würde, weshalb sich David schließlich als Autor einer gefundenen Liebesgeschichte ausgibt, um ihr Herz zu gewinnen. Was dann auch funktioniert – aber liebt sie tatsächlich David oder in vielleicht doch nur „seinen“ Roman, der ihn ungewollt berühmt macht? Mit betörender Ambivalenz hält Hannah Herzsprung bis zum Schluss offen, ob es für Maries und Davids Liebe ein Happy- Endgeben kann. Es dauert nicht lange, da taucht die dritte Hauptfigur auf: Jacky, der sich David nach einer Lesung als wahrer Autor des Romans vorstellt. Jetzt will er ein fettes Stück vom Kuchen oder er lässt die Sache auffliegen.

„Jacky gerät wie ein Wirbelwind in die Beziehung zwischen David und Marie und stellt alles auf den Kopf“, sagt Produzent Marcus Welke. Sein Kollege Sebastian Zühr ergänzt: „Und Henry Hübchen hat uns absolut überzeugt.“ Hübchen ist einer der wenigen DDR-Schauspieler, die ihre Karriere nach der Wiedervereinigung nahtlos fortsetzen konnten. Sein größter Triumph: „Alles auf Zucker!“ (2005), wofür er als erster deutsch-deutscher Schauspieler überhaupt mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Auch Regisseur Gsponer war begeistert: „Wir brauchten jemanden, der Jackys zwei Gesichter rüberbringen konnte, diese Mischung aus Bedrohlichkeit und einem weichen, verlebten Element. Und das gelingt niemandem so gut wie Henry Hübchen.“

In einer nuancierten und herzlichen Performance weckt er viel Sympathie für die Nervensäge Jacky. Immer wieder scheint zwischen den Zeilen seiner penetranten Endlosmonologe eine tiefe Einsamkeit durch. Jacky entpuppt sich mehr und mehr als bemitleidenswerter Verlierer, den Hübchen auf seine unnachahmliche Weise mit viel schlitzohrigem Witz verkörpert.

„Nachdem wir die Hauptrollen besetzt hatten, kam die eigentliche Herausforderung: einen Zeitraum zu finden, an dem alle drei Schauspieler verfügbar waren“, sagt Zühr, „deshalb musste der Dreh mehrfach verschoben werden.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Im Sommer 2008 war es soweit, der Dreh konnte beginnen; wie immer bei Alain Gsponer verbunden mit einer intensiven Probephase. „Das ist bei mir essentiell“, erläutert er. Und weiter: „Das schafft Vertrauen. Ich habe sehr intensiv mit Daniel und Hannah zusammengearbeitet.“ Gedreht wurde in Berlin und Leipzig. „Berlin bot uns dieses studentische Milieu. Wir wollten ja bewusst eine Großstadtgeschichte erzählen“, sagt Produzent Zühr.

In Berlin entstanden u.a. die „Café“ Szenen, in denen David seine heimliche Liebe Marie anhimmelt; die große Flohmarkt-Szene, in der David auf das Manuskript der Liebesgeschichte stößt; und im Bahnhof wurde bei Originalbetrieb gedreht. Für die Eröffnungssequenz – Davids gefeierte Lesung vor ausverkauftem Haus – wählte man die Berliner Volksbühne. Auch die Produzenten erinnern sich an die entspannte und vor allem vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre. Nicht einmal die Fußball-EM, die zeitgleich stattfand, sorgte für Schwierigkeiten. „Die hatten wir einkalkuliert und waren bestens vorbereitet. Ab und an mussten wir mal einen Beamer aufstellen, beispielsweise bei der Buchmessen-Szene mit 500 Komparsen, die in Leipzig gedreht wurde. Aber das war alles“, lacht Zühr.

Ein weiterer Grund dafür, dass die Dreharbeiten so hervorragend klappten, lag an dem eingespielten Kreativteam. Nicht nur Drehbuchautor Buresch ist ein langjähriger Partner des Regisseurs. Kameramann Matthias Fleischer hat bislang sämtliche Filme von Gsponer ins rechte Licht gerückt und war auch diesmal für die eleganten Cinemascope Aufnahmen verantwortlich. „Unsere Eigenwilligkeit führt auch schon mal zu Auseinandersetzungen, aber nur zu kreativen, die das Projekt und uns selbst voranbringen“, sagt Gsponer. „Wir wissen, wie wir einen geregelten, ruhigen Arbeitsablauf herstellen können.“

Einen Querschläger gab es aber doch: die automatische Sprinkleranlage des Volksbühnenvorplatzes. Gsponer erinnert sich: „Wir hatten für die Volksbühnen-Sequenz nur drei Drehtage. Die Nachtszene vor der Volksbühne musste zudem bis drei Uhr morgens im Kasten sein, weil dann die Sonne raus kam. Und was passiert? Um halb zwei fängt die automatische Sprinkleranlage an! Wenn man sie unterdrückte, war sie so laut, dass man sich kaum noch verständigen konnte. Wir mussten also notgedrungen die Pausen abwarten und immer in Deckung gehen, um unsere Takes zu machen. Das war Wahnsinn, denn die Zeit rannte weg und wir konnten nicht zu diesem Motiv zurück.“

Gegen die Eröffnungssequenz war Jackys Sturz vom Balkon zum Ende des Films das reinste Kinderspiel, weil ausgezeichnet vorbereitet. „So ein Stunt ist immer eine aufregende Sache. Schließlich soll ja niemand zu schaden kommen. Aber das hat gut funktioniert“, sagt Produzent Sebastian Zühr. Henry Hübchen ist also nichts passiert, nur Jacky bekommt der Unfall gar nicht gut.

„Der Film wird den Zuschauern viel Spaß machen, da sind wir guter Dinge und voller Selbstbewusstsein. Denn er hat alles, was ein tolles Kinoerlebnis braucht: eine emotionale Geschichte, viele überraschende Wendungen, Humor und Figuren, mit denen man mitfiebert“, so die Produzenten abschließend über ihre romantische Komödie LILA, LILA.

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