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Fakten und Hintergründe zum Film "Liebeslied"

Kino.de Redaktion |

Liebeslied Poster

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Interview mit der Regisseurin

LIEBESLIED ist ein Musikfilm. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Es wird gesungen. Und zwar aus der Situation heraus, einfach so und geradeaus. Man singt, um dem anderen nah zu sein, weil man sich vielleicht gerade anlehnen möchte, oder weil man das, was man in dem Moment sagen möchte, anders nicht ausdrücken könnte. Manchmal ist es schwer sich mitzuteilen. In „Liebeslied“ hat die Musik die Funktion, Gefühle direkt zu vermitteln, das kann Musik einfach besser. Die Songs geben Hoffnung und Trost und den unaussprechlichen Gefühlen eine Stimme. Die Emotionen wurden in ihnen herausgeschält und in Musik verwandelt! Nicolette Krebitz, Jan Plewka und Christian Neander haben die Songs gemeinsam komponiert und so auch meine Drehbuchtexte in richtige Worte verwandelt. Ich wollte, dass die Songs so spontan und normal wie möglich wirken, so dass die Zuschauer eigentlich erst merken, dass die Figuren angefangen haben zu singen, wenn sie es schon längst tun.

Die Songs sind ja extra für den Film geschrieben worden. Wie sind Sie mit den Beteiligten bei der Arbeit daran vorgegangen?

Ich habe viel und sehr genau über meine Vorstellungen, die ich vom Film und den Figuren, von ihrer Vorgeschichte und ihrer Herkunft hatte, gesprochen. Dann haben wir viel diskutiert und sind immer wieder gemeinsam das Drehbuch durchgegangen. Ich habe versucht die Gefühle, die der Film zeigen und erzeugen soll, zu beschreiben und das haben Jan, Nicolette und Christian dann unglaublich genau aufgegriffen und umgesetzt. So sind Roger und Dinahs Songs entstanden, dadurch sind sie so nah bei den Figuren und so voller Gefühl.

Ihr Film erzählt ja nicht nur eine große Liebesgeschichte, sondern auch das Drama einer Parkinson-Erkrankung. Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

Ich hatte durch Zufall über Parkinson gelesen und fing an zu recherchieren. Es hat mich sehr bewegt, mit welchem Mut, welchem Humor und welcher Liebe viele der Betroffenen, denen ich begegnet bin, weiterleben. Den größten Respekt habe ich jedoch vor ihrer Offenheit. Ich habe bei diesen Recherchen auch einen Freund gewonnen. Er hat mich beim Schreiben des Drehbuchs begleitet. Ihm ist der Film gewidmet.

Um mit völlig neuen Lebensumständen umzugehen, braucht man sehr viel Mut und Offenheit. Das hat mich interessiert und sehr berührt. Wie ist es, wenn auf ein Mal alles anders ist? Man kann seinen Körper nicht mehr steuern! All das, was man heute noch als gesunder, selbstbestimmter Mensch als selbstverständlich empfindet, ist plötzlich bedrohlich anders. Dein eigener Körper gehorcht dir nicht mehr. Das ist für einen modernen Menschen eine sehr schwierige Situation. Kann man es 'bewältigen', wenn man an einer degenerativen, chronischen Krankheit erkrankt? Geht es überhaupt darum? Wie ist es für denjenigen, der erkrankt? Kennt er sich selbst noch? Wie ist es, wenn man sich selbst ohnmächtig zuschauen muss, wenn die Krankheit einen plötzlich wie fremd gesteuert lenkt? Vertraut man dann noch? Liebt man noch? Sieht man die anderen noch? Und wie ist das für die Partnerin und für die Kinder? Kann man jemanden genau so weiterlieben, der sich so verändert? Oder verändert sich die Person gar nicht so sehr, sondern 'nur' die Umstände?

Ich wollte die Geschichte eines Paares erzählen, das glücklich ist, das zueinander steht und das sich nicht heimlich wünscht, etwas anderes zu sein. Ein Paar, das sich seines Lebens freut, auch, wenn der Alltag nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Mich hat interessiert, ob man noch zusammen sein kann, wenn eine solche Krankheit zwischen einem steht. Ich wollte wissen, ob Liebe sich in Mitleid verwandelt. Ich habe mich gefragt, wie es für die Beiden sein wird. Und ich wollte einen Film machen, der atmet, lebt und warm ist.

In LIEBESLIED geht es ja auch viel um das Glück. Wie würden Sie das Glück definieren?

Glück kann man nicht definieren. Es ist einfach da, oder nicht. Aber wenn man in einer Beziehung spürt, dass es in diesem Augenblick ein 'wir' gibt, das 'ich und du' organisch und ganz richtig zusammenfügt, dass wir hier und jetzt zusammen sind, dann empfinde ich das, in diesem Moment, als ganz großes Glück. „Liebeslied“ erzählt die eine Geschichte eines Paares, das glücklich ist und zueinander steht. Auch wenn es natürlich erst Mal traurig ist, wenn ein junger Familienvater unheilbar krank wird und sein Leben und das seiner Familie vollkommen auf den Kopf gestellt wird. Aber die Figuren entwickeln eine große Stärke, haben viel Mut und viel Liebe. Es gibt, wie im richtigen Leben, keine Garantie auf ein Happyend. Aber es gibt Hoffnung, Liebe und Musik!

(Interview geführt von Annedore v. Donop, ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Liebeslied"

    Kino.de Redaktion05.11.2012

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • ZDF: Drehstart zu dem Musikfilm "Liebeslied"

    Ehemalige BEM-Accounts03.12.2007

    In Halle (Sachsen-Anhalt) begannen am Donnerstag, 29. November 2007, die Dreharbeiten zu dem Musikfilm „Liebeslied“ (Arbeitstitel). Autorin und Regisseurin Anne Høegh Krohn inszeniert eine bewegende Geschichte um zwei Liebende, die von mehreren Schicksalsschlägen heimgesucht werden. In den Hauptrollen sind Jan Plewka und Nicolette Krebitz zu sehen. In weiteren Rollen spielen Oliver Bröcker, Stephanie Kämmer, Markus...