Liebesleben

  1. Ø 2
   2007
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Liebesleben Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Liebesleben: Obsessive Lovestory zwischen einer jüngeren Frau und einem viel älteren Mann nach Zeruya Shalev.

Der glücklich verheirateten Jara (Neta Garty) winkt eine Karriere an der Universität, bei der sie ihre Familie mancher Differenzen zum Trotz bedingungslos unterstützt. Als sie einem Freund ihres Vaters, dem wesentlich älteren Arie (Rade Serbedzija) begegnet, gerät ihre heile Welt aus den Fugen. Sie verfällt seiner Anziehungskraft und beginnt eine Amour Fou, die ihre Existenz auf den Kopf stellt. Durch die Affäre kommt sie einem Geheimnis ihrer Eltern (Tovah Feldshuh und Stephen Singer) auf die Spur, zu dem Arie der Schlüssel ist.

Atemlos kreist Schauspielerin Maria Schrader („Aimée & Jaguar„) in ihrem Regiedebüt um die Rätsel der Liebe, Begierde, Ängste und Sehnsüchte. Nach dem gleichnamigen Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev erzählt sie von Leidenschaft, Erotik und dem Weg zu sich selbst.

Jara ist glücklich verheiratet, steht vor einer Karriere an der Universität, und kann sich auf ihre Familie verlassen, doch ihr geregeltes Leben gerät aus den Fugen, als sie einen faszinierenden, älteren Mann begegnet und sich in einer amour fou verstrickt. Dann entdeckt sie auch noch, dass der Geliebte Schlüssel zu einem streng gehüteten Familiengeheimnis ist.

Die 30-jährige Jara ist glücklich verheiratet, hat eine Assistentenstelle an der Uni in Aussicht, eine intakte Familie. Dann trifft sie zu Hause Arie, den Studienfreund ihres Vaters, den die Mutter nicht sehen will. Schnell kommt es zum Sex. Dann schickt er Jara in Erwartung seiner Freundin kühl weg. Trotz dieser und weiterer gezielter Demütigungen kann sie nicht von ihm lassen und verlässt ihren netten, aber nicht gerade aufregenden Gatten. Die geordnete Existenz und Ehe bricht auseinander, ihr Leben zerspringt in Stücke.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die deutsch-israelische Koproduktion „Liebesleben“ ist das Regiedebüt der Schauspielerin Maria Schrader. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Zeruya Shalev. Die Regisseurin adaptierte zusammen mit Laila Stieler auch den Roman, der wegen seiner atemlosen Erzählweise mit aus Kettensätzen bestehenden Monologen eine besondere Herausforderung für einen Film darstellt. Das Produkt ist ein ordentliches Stück Literaturverfilmung, das nicht sklavisch am Buch klebt und doch sein zentrales Thema, die erotische Beziehung, annehmbar inszeniert.

    Der Roman wird in der Ich-Form von der jungen Frau erzählt, die durch Arie vollkommen aus der Bahn geworfen wird und der nichts mehr wichtig ist, außer dem Mann mit der animalischen Anziehung nachzulaufen. Erst spät wird das Geheimnis gelüftet, das diesen Arie mit ihren Eltern verbindet und das auch Jaras Leben schon bestimmte, lange bevor sie seine Bekanntschaft machte. Jara verfällt dem selbstbewussten, unabhängigen Mann auch deswegen, weil sie innerlich noch Kind geblieben ist, brave Tochter ihrer Eltern, und nicht gewohnt, eigene Entscheidungen zu treffen.

    Der Film wandelt das Geschehen im Buch nur wenig ab, verzichtet aber wohlweislich auf den Monolog der Ich-Erzählung. Die junge Hauptdarstellerin Netta Garti spielt Jara eine Spur emanzipierter als im Roman und etwas weniger abgründig. Der kroatische Schauspieler Rade Sherbedgia bringt das Wilde, Leidenschaftliche in Aries Persönlichkeit optimal zur Geltung. Und was für den Film ein großes Plus ist, die Chemie des altersmäßig ungleichen Paares stimmt: Beide haben sie diesen ungezähmten, abenteuerlustigen Blick, mit dem sie sich gegenseitig anfeuern.

    Leider hat Maria Schrader jedoch gerade bei der sexuellen Beziehung die Leinen nicht losgelassen. So ist keine Konkurrenz zu Bertoluccis „Der letzte Tango in Paris“ aus „Liebesleben“ geworden, und die krisenhafte Abhängigkeit, die Aries Handlungen bei Jara bewirken, kann als Folge von etwas, das oft züchtig kaschiert wird, auch nicht restlos nachvollziehbar werden. So bleibt der Film insgesamt braver als der Roman, schreckt vor dessen entfesselter Energie etwas zurück.

    Dafür liefert die Kamera stimmungsvolle Aufnahmen der Jerusalemer Altstadt, von einem Fischmarkt, von Spaziergängen an lauen Abenden durch gelb durchflutete Stadtviertel. Einmal sieht man auch den grauhaarigen Arie in der Menschenmenge, und was trägt er über der Schulter wie ein Steinzeitjäger seine Beute? Die nackte Jara, in einem ihrer halluzinierenden Tagträume.

    Fazit: Ordentliche Verfilmung des erotischen Romans von Zeruya Shalev.
  • Schauspielerin Maria Schrader wagt sich in ihrem Regiedebüt an eine leidenschaftliche „amour fou“, die zum obsessiven Spiel um Macht und Unterwerfung eskaliert.

    Eines muss man Maria Schrader lassen, sie traut sich was mit „Liebesleben“. Denn der gleichnamige Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev mit seinen inneren Monologen und langen Satzgebilden ist schwerer Stoff für die Leinwand. Das Wagnis ist optisch gelungen, Benedict Neuenfels‘ Kamera mit verschiedenen Perspektiven destilliert die obsessive Liebesgeschichte in außergewöhnliche Kinobilder. Die Zutaten: Erotik und Sex, Unterwerfung und Demütigung, Macht und Befreiung. Die 30jährige Jara ist glücklich verheiratet, hat eine Assistentenstelle nach der Dissertation an der Uni in Aussicht, eine Familie, auf die sie sich verlassen kann, ein Baby steht demnächst auf dem Plan. Doch dann trifft sie Arie, den Studienfreund ihres Vaters zu Hause, den die Mutter nicht sehen will. Eine Art „Steppenwolf“ à la Hermann Hesse mit rüdem und gebrochenen Charme, der verschlossen eine Mauer aus Verachtung um sich baut. Terra incognita, die niemand betreten darf. Schon bald kommt es zum schnellen Sex im Stehen an der Tür. Dann schickt er Jara in Erwartung seiner Freundin kühl weg. Trotz dieser Demütigung kann sie nicht von ihm lassen, sogar als ein romantischer Ausflug ans Meer in einem sexuellen Alptraum zu Dritt endet, verfällt sie weiterhin der Sucht nach dem provozierenden Fremden und verlässt ihren netten, aber nicht gerade aufregenden Gatten. Die geordnete Existenz und Ehe bricht auseinander, ihr Leben zerspringt in Stücke, die sie erst sehr spät wieder zu einem Ganzen zusammenfügen kann. Die emotionale Konfrontation endet in weiblicher Befreiung und Selbstbewusstsein. Vor sieben Jahren begleitete Maria Schrader die Autorin auf Lesereise und war von der literarischen Figur und ihrer Ambivalenz fasziniert. Die wird von der in ihrer Verletzlichkeit etwas sehr jung wirkenden israelischen Theaterschauspielerin Netta Garti verkörpert, die sich ihrem Gegenpart, dem doch sehr klischeebesetzten Rade Sherbedgia als „alten und satten“ Mann, wie er sich selbst bezeichnet, quasi aufdrängt. Mit sehr persönlicher Handschrift und in dichter, manchmal quälender Atmosphäre, legt das psychologisch austarierte Melodram biografische Spuren aus, bleibt dabei nah an der Protagonistin zwischen Masochismus und Märtyrertum, führt subtil zu einem lang gehüteten Familiengeheimnis, das drei in sich zerrissenen Menschen im Dickicht von Widersprüchen und Wahrheiten den emotionalen Kompass verlieren lässt. Der israelische Alltag ist weitgehend ausgeblendet, nur wenn Jara sich weigert einen Bus zu besteigen, ahnt man die permanente Angst vor dem Terror, die keine Normalität erlaubt. „Liebesleben“ ist rigoros, fordert Position heraus, verstört zutiefst, Qualitäten, die das Kino braucht. mk.

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