Liebeskuss am Bosporus

  1. Ø 0
   2010
Liebeskuss am Bosporus Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Liebeskuss am Bosporus: Culture-Clash-Komödie um einen schüchternen Musikhistoriker, der sich in eine quirlige Deutsch-Türkin verliebt.

Der lebensfremde Musikhistoriker Jakob wird arbeitslos und braucht dringend Geld. Ein Musikproduzent schickt ihn nach Istanbul, um dort nach einem Türkpop-Sommerhit zu suchen. Wie gerufen kommt auch das Angebot der hübschen Türkin Didem, solange seine Wohnung zu übernehmen: Ihre Eltern wollen in Berlin nach dem Rechten sehen. Bereitwillig gibt sich Jakob nach seiner Rückkehr als ihr Freund aus: Er ist längst verliebt. Dummerweise ist Didems Vater extrem eifersüchtig.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Der Titel klingt ja eher nach Lustspiel als nach Qualitätskomödie. Um so angenehmer ist die Überraschung: „Liebeskuss am Bosporus“ ist eine warmherzige, sympathische Komödie in der Tradition von Filmen wie „My Big Fat Greek Wedding“ (Kino) oder „Meine verrückte türkische Hochzeit“ (ProSieben).

    Das Scherzspektrum reicht vom puren Slapstick bis zum intelligenten Spiel mit ethnischen Vorurteilen. Im Gegensatz zu den meisten Geschichten dieser Art kostet das Drehbuch (Katrin Milhahn sowie Regisseur Berno Kürten) aber nicht bloß das Potenzial der kulturellen Kontraste zwischen Deutschen und Türken aus. Die Fallhöhe entsteht viel mehr durch die beiden komplett gegensätzlichen Hauptfiguren.

    Gerade Tim Bergmann ist eine vortreffliche Wahl für den lebensfremden und schrecklich steifen Berliner Musikhistoriker Jakob, der plötzlich arbeitslos wird und seine Miete nicht mehr zahlen kann. In seiner Verzweiflung nimmt er das Angebot eines Musikproduzenten (Kai Scheve) an, in Istanbul nach einem Türkpop-Sommerhit zu suchen. Wie gerufen kommt auch das Wohnungstauschangebot der hübschen Didem (Jasmin Gerat), denn die hat ein ähnlich existenzbedrohendes Problem: Ihre türkischen Eltern (Tayfun Bademsoy, Meral Perin) wollen in Berlin nach dem Rechten sehen. Während sie überzeugt sind, Didem besuche eine Wirtschaftsschule, strebt die Tochter in Wirklichkeit eine Karriere als Modedesignerin an. Jakob überlässt ihr also nicht nur seine Wohnung, sondern gibt sich nach seiner Rückkehr aus Istanbul sogar bereitwillig als Didems Freund aus, als ihre Eltern seine Männerkleidung entdecken. Die Gefühle muss er gar nicht heucheln, denn er hat sich längst in die wildgelockte Türkin verliebt; und als ihre Mutter sie bittet, Jakob für ein Foto zu küssen, erwischt es auch Didem. Aber dann macht ihr eifersüchtiger Vater Jakob ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Außerdem mischt sich auch noch der Musikproduzent ein: Er ist Didems Exfreund.

    „Liebeskuss am Bosporus“ ist ein ausgezeichnetes Beispiel für Humor ohne Schadenfreude. Natürlich lacht man auch über den tollpatschigen Jakob; aber nie, weil man ihm sein Ungemach gönnt. Dank Hornbrille, bravem Seitenscheitel, graugrüner Kleidung und der ganzen Kauzigkeit dieses weltfremden Wunderlings spielt Bergmann nicht nur solche Momente, sondern die gesamte Figur ganz wunderbar; glaubwürdig auszurutschen und hinzufallen ist schließlich gar nicht so einfach. Dank eines entsprechend temporeichen Schnitts gelingen Berno Kürten die Slapstickszenen ebenso überzeugend wie die romantischen Augenblicke. Außerdem ergänzt das Drehbuch die Geschichte um diverse treffend besetzte und ähnlich gut gespielte Nebenfiguren, die viel zur Atmosphäre des Films beitragen, unter anderem Ingo Naujoks als rauer, aber herzlicher Pfandleiher, der Jakob in sein Glück schubst. Viele Darsteller der Randfiguren sind kaum bekannt, aber gerade Rike Schäffer (als Didems Freundin) oder Marysol Fernandez (als Bens Assistentin) nutzen die kleinen Augenblicke für große Auftritte. Ganz zu schweigen von den vielen Einfällen am Rande, etwa den Dutzenden von Klebezetteln, mit denen Jakob in seiner Wohnung auf Ge- und Verbote hinweist; oder der eingängigen Musik von Maurus Ronner, die eine erfolgreiche Versöhnung von Orient und Okzident feiert. tpg.

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