Filmhandlung und Hintergrund

Ein erlesenes Ensemble in einem herausragenden Kammerspiel über die Szenen einer längst beendeten Ehe. In „Silberhochzeit“, dem mittleren Teil der Beziehungstrilogie von Matti Geschonneck und Iris Berben, war das zentrale Paar der Geschichte noch verheiratet; aber nicht mehr lange, das war in jeder Szene zu spüren. „Liebesjahre“ ist, wenn auch mit anderen Hauptdarstellern, quasi die Fortsetzung: Rund zehn Jahre nach...

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Kritikerrezensionen

  • Ein erlesenes Ensemble in einem herausragenden Kammerspiel über die Szenen einer längst beendeten Ehe.

    In „Silberhochzeit“, dem mittleren Teil der Beziehungstrilogie von Matti Geschonneck und Iris Berben, war das zentrale Paar der Geschichte noch verheiratet; aber nicht mehr lange, das war in jeder Szene zu spüren. „Liebesjahre“ ist, wenn auch mit anderen Hauptdarstellern, quasi die Fortsetzung: Rund zehn Jahre nach ihrer Trennung kehren Vera (Berben) und Uli (Peter Simonischek) in das Holsteiner Haus zurück, in dem sie zusammen mit ihren beiden Töchtern über zwei Jahrzehnte gelebt haben. Nun wollen sie es endlich verkaufen, am nächsten Tag kommt der Notar mit den Käufern. Das Gebäude war die ganze Zeit vollmöbliert, aber unbewohnt; ganz so, als wollten sich Vera und Uli die Option offen halten, jederzeit zurückzukehren. Zusätzliche Brisanz erhält die Begegnung des einstigen Ehepaars, weil auch ihre neuen Partner mitgekommen sind: Vera hat eine allerdings eher unverbindliche Beziehung mit dem Schauspieler Darius (Axel Milberg), Uli ist seit einigen Jahren zum zweiten Mal mit der deutlich jüngeren Ärztin Johanna (Nina Kunzendorf) verheiratet.

    Das Handlungskonzept ist schlicht und überschaubar. Vier Menschen, die durch tiefe Gefühle miteinander verbunden sind, verbringen als Zwangsgemeinschaft einen Tag und eine Nacht unter einem Dach: Da werden selbstredend alte Rechnungen beglichen und neue aufgemacht. Dass Geschonneck den Film chronologisch gedreht hat, kommt den Darstellern sichtlich zugute: Ganz wunderbar ist zu beobachten, wie die Aggressionen wachsen, wie die zunächst subtil eingestreuten Bosheiten die Oberhand gewinnen und der zivilisierte Wortwechsel bis zur Handgreiflichkeit eskaliert. Die Wunden sind noch so frisch wie am ersten Tag, weshalb keine der vorsätzlichen Verletzungen ihr Ziel verfehlt.

    Das Drehbuch stammt von Markus Vattrodt („Der Novembermann“), und nicht nur die Einheit von Zeit und Raum wecken Erinnerungen ans Theater; die Dialoge sind von einer fürs Fernsehen seltenen Sorgfalt. Trotzdem wirkt der Film nie wie ein Kammerspiel oder ein abgefilmtes Bühnenstück. Das verhindert schon allein Carl-Friedrich Koschnicks Bildgestaltung: Als Zuschauer wird man mehr und mehr zum teilnehmenden Beobachter, zumal auch die Affinitäten zu den Personen wechseln. Darüber hinaus unterfüttert Vattrodt die Handlung mit vielen stimmigen Details; den Rest besorgen die ausgezeichneten Darsteller. Dass die Umsetzung mitunter bittere Heiterkeit auslöst, verdeutlicht erst recht die herausragende Qualität dieses großartig geschriebenen, gespielten und inszenierten Films. tpg.

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