Liebe auf den zweiten Blick

  1. Ø 2
   2008
Trailer abspielen
Liebe auf den zweiten Blick Poster
Trailer abspielen
Alle Bilder und Videos zu Liebe auf den zweiten Blick

Filmhandlung und Hintergrund

Liebe auf den zweiten Blick: Romantic Comedy für Best Ager, in der Dustin Hoffman und Emma Thompson die Liebe auf den zweiten Blick erfahren.

Pech für Harvey Shine (Dustin Hoffman). Der New Yorker kann seine Karriere als Werbefachmann abschreiben, weil er zur Hochzeit seiner einzigen Tochter Susan (Liane Balaban) nach London fliegen muss. Dort erfährt er, dass sie lieber von ihrem Stiefvater an den Altar geführt werden möchte. Gekränkt verlässt Harvey das Fest um heimzukehren. In der Flughafenbar lernt er seine Traumfrau kennen: die vom Leben ebenfalls arg gebeutelte Kate (Emma Thompson).

Romantische Komödie um alterslose Gefühle, die Schauspielveteran Dustin Hoffman und Emma Thompson auf anrührende Weise transportieren. Regie-Newcomer Joel Hopkins inszeniert die moderne, bewegende Kunde einer tiefen Zuneigung mit viel Sinn für Humor.

Der New Yorker Harvey ist um die 60, Komponist von Werbejingles und schwer unter Druck, im Job und im Privaten. Er muss nach London zur Hochzeit seiner Tochter. Dort trifft er im Flughafenrestaurant – nachdem er diverse Whiskeys gekippt hat – auf Kate. Sie geht auf die 50 zu, lebt davon, Passagierumfragen zu machen, und wird von ihrer Mutter via Handy terrorisiert. Er zwingt ihr ein Gespräch auf. Trotzdem treffen sie sich wieder. Und nach einem Spaziergang, gemeinsamen Einkaufsbummel usw. wird aus dem Zufallstreffen Liebe auf den zweiten Blick.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(2)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Es gibt Filme, die leben von einer großartigen Idee, es gibt Filme, die leben von großartiger Technik und es gibt Filme, die leben von großartigen Schauspielern. In diesem Fall sind das Emma Thompson und Dustin Hoffman. In „Last Chance Harvey“ tragen sie allein eine Story, die nur wenige Überraschungen zu bieten hat und doch ist der Film schon wegen ihnen wert, gesehen zu werden. Immerhin gelingt es beiden, mit kleinen Gesten das zu erreichen, was andere Schauspieler mit ihrem ganze Körper nicht zustande bringen: Die völlig authentische Vermittlung von Gefühlen.

    Der Film widmet sich zunächst jeder Figur allein, um das ganze Ausmaß ihrer Ausgegrenztheit und Einsamkeit zu verdeutlichen. Harvey kann einem schon leid tun, wenn er völlig fehl am Platz auf der Party seiner Tochter herumstolpert und von einer peinlichen Situation in die nächste gerät. Ebenso ergeht es Kate, die bei einem missglückten Verkupplungsversuch in einer derart beschämenden Lage gefangen ist, dass ihre heimlichen Tränen auf dem Klo tatsächlich herzzerreißend sind. Damit das Ganze dann aber doch eine Romantic Comedy und kein Drama wird, wurde die komische Figur von Kates Mutter in die Handlung eingefügt. Die beobachtet zunehmend paranoid ihren neuen, polnischen Nachbarn und nervt Kate per Handy als menschliches Verhütungsmittel in möglichst unpassenden Situationen.

    Beide haben die Unbeschwertheit der Jugend lange hinter sich und bitter vom Leben gelernt. Und doch gelingt es ihnen in kurzen Momenten, all ihren Ballast von sich zu werfen. Das sind dann auch die schönsten Momente des Films, die man – dank der Leistung der Hauptdarsteller – nicht in eine Schublade steckt und sofort wieder vergisst. Da macht dann auch der reale Altersunterschied zwischen Hoffman und Thompson von über zwanzig Jahren nur noch wenig aus und Harvey und Kate zu einem wirklich schönen Filmpärchen, dem man bei der Neuentdeckung der Liebe gerne zusieht.

    Fazit: „Last Chance Harvey“ ist eine Romantic Comedy aus dem Herbst des Lebens, die zwar nicht über die ausgefeilteste Story verfügt, aber doch über großartige Hauptdarsteller, deren Leistung allein schon einen Kinobesuch wert sein kann.
  • Der britische (Nachwuchs-)Regisseur Joel Hopkins gewährt Emma Thompson und Dustin Hoffman einen zweiten Frühling.

    Nein, das Leben meint es nicht gut mit Harvey (Dustin Hoffman) und Kate (Emma Thompson): Er ist um die 60, Komponist von Werbejingles und schwer unter Druck. Der in Computern und Synthesizern versiertere Nachwuchs macht ihm zu schaffen, sehr bitter, hat er doch einst seinen Traumberuf Jazzpianist dem Brotberuf geopfert. Eine letzte Chance räumt ihm der Chef ein und ausgerechnet da muss der New Yorker nach London, zur Hochzeit des einzigen Kindes. Eigentlich ein freudiges Ereignis, wäre da nicht die entfremdete Ex (Kathy Baker) nebst virilem Zweitmann (James Brolin) und der Beschluss der Tochter, lieber vom Stiefvater zum Traualtar geführt zu werden. Sie geht auf die 50 zu, führt am Flughafen Heathrow Passagierumfragen durch, schlägt sich mit versteinertem Lächeln durch peinliche Blind Dates und wird von ihrer Mutter (Eileen Atkins) via Handy nonstop terrorisiert.

    Doch bei allen Schwierigkeiten werden diese beiden zusammen kommen, wenn auch erst durch „Liebe auf den zweiten Blick“. Denn das erste Treffen verläuft wenig harmonisch und gibt den Ton vor. Zwischen Witz und Ernst, zwischen Herz und Verstand pendelt die romantic comedy für best ager, die der britische Regisseur und Drehbuchautor Joel Hopkins ganz auf seine beiden Protagonisten zugeschnitten hat. Zum zweiten Mal nach „Schräger als Fiktion“ arbeiten Thompson und Hoffman zusammen, treiben sich gegenseitig zu Bestleistungen und sind sichtlich mit Spaß bei der Sache. Er, der „Little Big Man„, redet einmal mehr um sein Leben, gibt ganz „Marathon Mann“ niemals auf. Sie beweist „Sinn und Sinnlichkeit“ und fragt sich, ob es „Tatsächlich … Liebe“ ist. Beim zweiten Aufeinanderstoßen im leeren Flughafenrestaurant geraten die Dinge in Schwung. Harvey kippt ob des Ärgers mit der verpatzten Eheschließung einen Whisky nach dem anderen, zwingt Kate ein Gespräch auf, während sie krampfhaft versucht, ihren Roman zu lesen. Keine unbedingt neue Szene, aber höchst erfrischend, weil die beiden Oscar- und Golden Globe-Sieger sie mit lässiger Nonchalance meistern.

    „Last Chance Harvey“, so der Originaltitel, wittert seine Chance, hofft. Nun heißt es: „Before Sunrise„. Aus dem ersten Gespräch wird ein Spaziergang, aus dem Spaziergang ein Einkaufsbummel, aus dem Einkaufsbummel doch noch der Besuch der Hochzeit. Im Zeitalter des Internet-Dating ist es herrlich zuzusehen, wie sich zwei Menschen ganz altmodisch verlieben, wobei man streckenweise sogar ein wenig an Paddy Chayefskys Klassiker „Marty“ erinnert wird. Schüchtern fast beginnt Kate aufzublühen, setzt sich erstmals sanft gegen die nervtötende Mama zur Wehr. Derart angespornt traut sich Harvey weiter vor, ein wenig zu forsch vielleicht, denn da spielt ihm seine angeschlagene Gesundheit einen Streich. Was zum dramatischen Höhepunkt des Films führt, wieder ganz konventionell, ganz nach Schema F. Altmodisch fast und doch anrührend, weil irgendwie höchst authentisch. Wie die schlichten, sachlichen London-Bilder von Kameramann John De Borman („Ein Haus in Irland„) und die unaufgeregte Musik von Dickon Hinchliffe („Married Life„). Ein geistreicher, gut geschriebener und umgesetzter slowburner in Sachen Herzschmerz. geh.

News und Stories

Kommentare