Licht

  1. Ø 4.8
   2017

Licht: Historisches Drama über eine blinde Pianistin, die durch eine neuartige Behandlung langsam wieder sehen kann - dadurch jedoch ihr musikalisches Talent verliert.

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Filmhandlung und Hintergrund

Licht: Historisches Drama über eine blinde Pianistin, die durch eine neuartige Behandlung langsam wieder sehen kann - dadurch jedoch ihr musikalisches Talent verliert.

Wien, 1777: Die 18-jährige Maria Theresia „Resi“ von Paradis (Maria Dragus) wird in den Salons der Stadt als musikalisches Wunderkind gefeiert. Noch gesteigert wird die Begeisterung dadurch, dass Resi so virtuos spielt, obwohl sie seit dem Alter von drei Jahren erblindet ist. Ihre Eltern (Lukas Miko und Katja Kolm) haben zahllose Behandlungen probiert, als sie von dem Wunderheiler Franz Anton Mesmer hören und Resi in dessen Obhut geben.

Durch die Behandlung von Mesmer (Devid Striesow) scheint Resi tatsächlich zu genesen. Erstmals kann sie zarte Schatten, Farben erkennen. Vor allem aufgrund der Distanz zu ihren ehrgeizigen Eltern scheint die junge Frau aufzuleben. Im offenen Haus Mesmers lebt sie mit anderen Patienten zusammen und freundet sich mit der Dienstmagd Agnes (Maresi Riegner) an. Doch die Wunderheilung führt zu Intrigen gegen Mesmer. Zudem scheint Resi zwar langsam wieder sehen zu können — dafür verliert sie jedoch ihr musikalisches Talent.

Licht — Hintergründe

Die Hintergrundgeschichte des historischen Dramas „Licht“ speist sich gleich aus mehreren Quellen: Zum einen gab es die blinde Klaviervirtuosin Maria Theresia von Paradis wirklich. Paradis lebte von 1759 bis 1824 in Wien und arbeitete als Komponistin, Musikpädagogin. Gleichzeitig trat Paradis europaweit auf und spielte Klavierkonzerte von Mozart und Haydn. Mozart soll ihr sogar ein Stück geschrieben haben (KV 456). Verbrieft ist, dass Paradi im Jahr 1777 einige Zeit in Behandlung bei Franz Anton Mesmer war, worauf sich ihr Zustand kurzfristig verbessert haben soll.

Eine weitere Quelle für den Film „Licht“ von Barbara Albert („Die Lebenden“) ist der Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“ der deutschen Schriftstellerin Alissa Walser, die sich mit dem Schicksal der Paradis auseinandergesetzt hat. Das Drehbuch zu „Licht“ wurde von Kathrin Resetarits („Fallen“) verfasst. Seine Premiere feierte das Drama im Rahmen des Toronto International Film Festivals 2017. Darüber hinaus wurde „Licht“ auf der Viennale 2017 aufgeführt.

 

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Wien, 1777. Die junge Maria Theresia "Resi" Paradis kommt an den Hof des Arztes Franz Anton Mesmer. Ihre Eltern erhoffen sich, dass Mesmer, der mit seiner Methode des "Magnetismus" unter Kollegen nicht unumstritten ist, eine Heilung für ihre Tochter, die seit ihrem dritten Lebensjahr blind ist. Als begnadete Pianistin wird sie von der Wiener Hofgesellschaft für ihr Talent gefeiert - doch aufgrund ihrer Behinderung mitleidig belächelt. Tatsächlich stellt sich durch Mesmers Behandlung ein erster Erfolg ein und Maria Theresia gewinnt ihr Augenlicht zurück. Doch schon bald erkennt sie, dass dadurch ihr Spiel am Klavier immer verkrampfter wird - und dass die Gabe zu sehen auch ein Fluch sein kann. Barbara Alberts Regiearbeit LICHT frei nach dem Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser und erzählt auf berührende Weise die Geschichte einer starken Frau, die von vielen Künstlern ihrer Zeit hochgeschätzt und bewundert wurde. Der Film zeigt im höchsten Maße realistisch das höfische Leben dieser Zeit, das von Oberflächlichkeit und eitlem Standesdünkel geprägt war. Darunter leiden beide Hauptfiguren gleichermaßen. Sowohl Maria Theresia, die als Ausgestoßene behandelt wird, als auch Mesmer, der mit seiner Methode die Heilkunst revolutionierte, aber von den Kollegen mit Neid und Ausgrenzung bestraft wurde. Barbara Albert lässt Paradis und Mesmer zu zwei Vertrauten werden, die gemeinsam gegen diese Windmühlen kämpfen. Devid Striesow verkörpert Mesmer als integren Mann, der über der Oberflächlichkeit seiner Zeit steht und als Visionär für etwas einsteht. Die Entdeckung des Films ist Maria Dragus: Sie stellt Paradis' Blindheit dermaßen authentisch dar, dass man ihr als Betrachter tief beeindruckt folgt. In ihrem Ausdruck vereint sie fragile Verletzlichkeit mit dem tief empfundenen Wunsch nach Rebellion und Eigenständigkeit. Genau dies macht Barbara Alberts Film auch zu einer Geschichte über die Emanzipation einer jungen Frau, die sich weder von den Eltern noch von der Gesellschaft vorschreiben lassen will, wie sie zu leben hat. LICHT ist auch visuell ein Erlebnis. Albert schafft für die Empfindungen und Gefühlswelt der jungen Frau immer wieder passende Lichtbilder und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Kostüm und Ausstattung sind authentisch gewählt und lassen die Zeit ganz ohne verklärte Romantik lebendig werden. Die passend gewählte historische Musik unterstreicht dieses Gefühl. LICHT ist eine beeindruckende filmische Biografie, die fern von jedem Illusionskino ein überzeugendes Porträt einer Zeit entwirft. Und darüber hinaus einer starken und unabhängigen Künstlerin ein Denkmal setzt. Jurybegründung: Im Rahmen eines historischen Kostümfilms wird hier vom Sehen erzählt. Davon, wie grundlegend es einen Menschen verändert, ob er sehen kann oder nicht, und davon, dass es im Leben wichtigeres als die Sehkraft geben kann. Untersucht wird dies im Rahmen einer historisch verbürgte Geschichte aus dem Wien des 18. Jahrhunderts. Maria Theresia Paradis ist eine blinde Pianistin, die am Wiener Hof als eine Kuriosität gehegt und gepflegt wird. Für ihren ehrgeizigen Vater ist sie nicht mehr und nicht weniger als die Eintrittskarte in die feinsten Kreise der Stadt, und sie selber "möchte niemand sein, der nichts kann und nichts ist". Der berühmteste Arzt seiner Zeit, Franz Anton Mesmer, nimmt sich ihrer an und tatsächlich gelingt es ihm, dass sie langsam beginnt wieder zu sehen. Doch als sie merkt, dass gleichzeitig ihr Talent als Musikerin verschwindet, bricht sie die Behandlung ab. Diese universelle Geschichte davon, was ein Mensch bereit ist zu opfern, um anerkannt zu werden, wird grandios in das höfische Milieu jener Zeit eingebettet. In dieser Gesellschaft, bei der die Intrige das Schlachtfeld und die geistreiche Bemerkung die Waffe ist, steigt und fällt die Akzeptanz, die Maria Theresia genießen kann, je nachdem, wie interessant sie gerade ist. Und dies macht der Film mit einem intelligenten Drehbuch und einer Regie, bei der die Höflinge manchmal wie eine auf Unterhaltung gierige Meute wirken, eindrucksvoll deutlich. Maria Dragus spielt die Protagonistin sehr glaubwürdig, sowohl als Blinde wie dann auch als eine junge Frau, die zwar schon sehen kann, dieses aber dann erst einmal lernen muss. Denn woher soll sie wissen, dass etwa ein Stuhl immer derselbe bleibt, obwohl er aus verschiedenen Blickwinkeln und Entfernungen ganz verschieden aussehen kann. Devid Striesow spielt einen sehr einfühlsamen und ernsthaften wirkenden Franz Anton Mesmer, der Maria Theresia unbedingt heilen will und offensichtlich auch kann, obwohl er von missgünstigen Kollegen als Scharlatan bezeichnet wird. Auch davon erzählt der Film in einigen schönen Szenen, aber im Zentrum bleibt immer Maria Theresia und ihr Konflikt. Barbara Albert lässt den Film nie ins Melodramatische abgleiten. Sie erzählt stattdessen sachlich und komplex, wodurch LICHT sowohl sinnliches (die prunkvolle Ausstattung) wie auch intellektuelles Vergnügen bereitet. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Drama um eine junge, blinde Pianistin, die in der Wiener Gesellschaft des 18. Jahrhunderts ihren Platz finden will.

    Barbara Albert, prämiert für ihr Debüt „Nordrand“ und Mitbegründerin der Produktionsschmiede coop99 meldet sich fünf Jahre nach „Die Lebenden“ als Regisseurin zurück. Auch in „Licht“ ist eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Identität. Erstmals erzählt Albert eine Geschichte aus der Vergangenheit. Sie basiert auf Tatsachen und spielt im Wien des 18. Jahrhunderts.

    Theresia (Maria Dragus) ist von Kindheit an blind, aber ein großes Talent am Klavier, das von ihren Eltern gefördert und der adeligen Gesellschaft gerne präsentiert wird. Nur wer etwas kann, wird anerkannt. Nur wer sieht, wird gesehen, wie Theresia von ihrer Mutter und ihren Altersgenossinnen eingeschärft bekommt. Sie wird von einem Arzt bzw. Wunderheiler zum nächsten geschickt. Der neueste ist Mesmer (Devid Striesow). Er nimmt sie als Mensch ernst, stellt ihr Fragen bis sie nicht mehr nur vorgefertigte Antworten gibt. Er berührt sie. Sie will ihm gefallen, will sich in die Gesellschaft einfügen und sehen. Und sie beginnt tatsächlich Licht zu sehen, die Welt wie ein Kind für sich zu entdecken und sich zu freuen. Zusammen mit Mesmer wird sie zur Attraktion, zum Wunder. Eine Zeit lang.

    Albert zeichnet die bessere Gesellschaft aus der ihre Hauptfigur kommt, als oberflächlich, tratschsüchtig, scheinheilig, abergläubisch und vor allem wie ihre Perücken und Kleidung mit Korsetts usw. steif und einengend, zeigt den Hokuspokus, die abstrusen Séancen des Arztes, die hysterischen Reaktionen seiner Patientinnen, aber auch wie sich Vertrautheit und Freundschaft zwischen Theresia und ihrer Kammerzofe Agnes entwickelt. Die wird beendet, als Agnes, schwanger geworden, das Haus des Doktors und seiner wohlhabenden Frau verlassen und Theresia zurück zu ihren Eltern muss. Das Licht, der Lichtblick für Theresia – und gleichzeitig das Gefühlszentrum des Films -, ist die Musik, in der die junge Frau am Klavier oder singend aufgeht und mit der sie andere Menschen berühren kann. Im Abspann des sorgfältig ausgestatteten Kostümdramas erfährt man, dass Theresias historisches Vorbild ihr Leben als Komponistin und Lehrerin der Musik gewidmet, sich emanzipiert hat. Ein zeitloses Thema, das die renommierte Filmemacherin als einprägsames Coming-of-Age-, Selbstfindung-und Gesellschafts-Drama mit einem Hauch von Humor erzählt. hai.

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