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Letzte Tage im Elysée

Filmhandlung und Hintergrund

Der todkranke französische Staatsmann Mitterrand führt an seinem Krankenbett lange Gespräche mit einem Journalisten.

Der ehrgeizige Journalist Antoine Moreau versucht im Gespräch mit dem todkranken französischen Staatsmann Mitterrand diesem Fakten für eine Biographie zu entlocken. In langen Spaziergängen und Gesprächen mit dem vom Tode gezeichneten Präsidenten entwickelt sich eine Reflexion über Politik und Moral, Leben, Tod und Lüge.

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Kritikerrezensionen

  • Letzte Tage im Elysée: Der todkranke französische Staatsmann Mitterrand führt an seinem Krankenbett lange Gespräche mit einem Journalisten.

    Schon bevor nur ein Meter Film gedreht wurde, liefen Freunde des früheren Staatspräsidenten Francois Mitterrand Sturm gegen das Projekt, denn bereits das umstrittene Buch „Le dernier Mitterand“ von Georges-Marc Benamou galt als mittlerer Skandal. Robert Guédiguian porträtiert den großen alten Mann der französischen Politik als geschickten Taktierer, dargestellt in einer fulminanten Performance von Michel Bouquet, einem würdigen Bären-Kandidaten.

    Selbst während des Zusammenbruchs der sozialistischen Systeme verkörperte der französische Staatspräsident Francois Mitterrand glaubwürdig das Modell des Sozialismus. Die Franzosen nannten ihn „Sphinx“ (während der zweiten Amtszeit sogar liebevoll-ironisch „Dieu“). So ganz durchschaute ihn niemand. Zwar ging er in der Verantwortung für die Verbrechen des Vichy-Regimes, das im nicht besetzten Teil Frankreichs als Hitlers Erfüllungsgehilfe diente und mit den Nazis kollaboriert, weiter als jeder seiner Vorgänger. Gleichzeitig ließ er aber auch am Grab von Marschall Philippe Pétain öfter einen Kranz niederlegen und hielt Vichys Polizeichef René Bousquet, dem Organisator der Judenrazzia im Pariser Radstadion, freundschaftliche Treue. Mitterand stieß nach seiner Flucht aus deutscher Gefangenschaft nicht sofort zur Résistance, sondern diente dem Vichy-Regime und wurde sogar mit einem hohen Orden dekoriert. Erst 1943 engagierte er sich im Widerstand. Um seine Vergangenheit ranken sich Mythen und Lügen. Und um all diese Lebensstationen kreist „Le Promeneur du Champ de Mars“. Ein junge Biograph versucht Fakten herauszukriegen und zusammenzusetzen, stochert aber im Nebel. Vom kranken Mitterrand sind keine präzisen Angaben zu erwarten, die Recherchen bringen Ungereimtheiten ans Tageslicht, aber keine endgültigen Wahrheiten. In langen Spaziergängen und Gesprächen mit dem vom Tode gezeichneten Präsidenten entwickelt sich eine interessante Reflexion über Politik und Moral, Leben, Tod und Lüge. Die Figur des ehrgeizigen Journalisten Antoine Moreau, dessen private Beziehung an der Arbeit zerbricht, ist an die Figur des Buchautors Georges-Marc Benamou angelehnt, dem der Ex-Kulturminsister Jack Lang einen „überbordenden Einfallreichtum“ attestierte, eine Mitterrand-Vertraute kritisierte gar, so gut wie alles in dem Buch sei falsch. Sein Gegenpart Michel Bouquet als Mitterrand gibt sich charmant, liebenswürdig und gerissen, zieht sich bei unangenehmen Fragen souverän aus der Affäre. Auch wenn sich zwei gleichwertige Charaktere gegenüberstehen, profitiert der Ältere einfach von der Erfahrung. Guédiguians Film ist ein Stück Vergangenheitsbewältigung, denn langsam dämmert es der „Grande Nation“, dass die vier Jahre des Vichy-Regimes, eingeschlossen die aktive Rolle von Politik und Polizei bei der Judenverfolgung und Judendeportation, zur französischen Geschichte gehören. Das Argument „Vichy war und bleibt null und nichtig“ zieht nicht mehr. Inwieweit Mitterrand in die Machenschaften involviert war, wird von links und rechts unterschiedlich beurteilt. Am Ende seines Lebens musste er sich harten Anschuldigungen stellen, die in diesem brisanten Film immer wieder diskutiert werden. Ein komplexes und politisch ungeheuer spannendes Werk, das nicht nur in Frankreich Wellen schlagen wird. mk.
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