Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama nach dem Roman "Von Zuhause wird nichts erzählt" von Laura Waco.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann hinterlasse uns einen Kommentar auf dieser Seite und diskutiere mit uns über aktuelle Kinostarts, deine Lieblingsserien und Filme, auf die du sehnlichst wartest. Wir freuen uns auf deine Meinung.

Alle Bilder und Videos zu Let's Go!

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 5,0
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Let's Go!: TV-Drama nach dem Roman "Von Zuhause wird nichts erzählt" von Laura Waco.

    Michael Verhoevens Drama erzählt mit bewegenden Episoden und einer großartigen Alice Dwyer von einer jüdischen Kindheit im Nachkriegsdeutschland.

    Die junge Laura fliegt 1968 von Los Angeles nach München; ihr Vater ist bei einem Autounfall gestorben, ihre Schwester schwer verletzt worden. Die Mutter ist untröstlich, doch das hat andere Gründe, die Michael Verhoeven erst viel später nachreicht. Um eine emotionale Nähe herzustellen, begibt sich Laura gemeinsam mit der Mutter auf eine geistige Reise in ihre Kindheit. Und je mehr Zeit die beiden in der Vergangenheit verbringen, desto deutlicher wird, wie das Leben die Frauen zu den Persönlichkeiten geformt hat, die sie heute sind: Lauras Eltern sind Juden, die im Gegensatz zu vielen anderen Überlebenden des Nazi-Terrors Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verlassen haben. Da die Rückblenden im Verlauf der Handlung die Gegenwart des Jahres 1968 einholen, erzählt das Drama nebenbei auch die Geschichte der jungen Bundesrepublik, allerdings aus der Perspektive eines Mädchens, das zu einer jungen Frau heranwächst.

    Alice Dwyer ist eine wunderbare Besetzung für die erwachsene Laura, aber auch ihre Stellvertreterinnen in den Rückblenden sind treffend ausgesucht und großartig geführt. Nicht minder famos ist die Leistung von Maxim Mehmet als Lauras Vater, zumal er diesen Majer Stöger glaubhaft über zwei Jahrzehnte hinweg verkörpert. Mehmet hat zudem die facettenreichste Rolle: Einerseits kann Majer liebenswert und witzig sein, andererseits pflegt er die Verfehlungen seiner Tochter mit Schlägen zu bestrafen. Die Rolle der Mutter teilen sich Naomi Krauss und Katharina Nesytowa, beide ebenfalls ausgezeichnet. Die eigentliche Erzählung des Films spielt sich jedoch im Hintergrund ab: Emotionaler roter Faden der Geschichte ist Lauras unbewusste Suche nach ihrer Identität. Weil sich die Eltern um beinahe jeden Preis anpassen wollten, wuchs sie nicht als Jüdin auf, fühlte sich in ihrer Umgebung aber trotzdem fremd. Vordergründig geht es zwar um Teenager-Ereignisse wie die erste Liebe, aber die für dieses Alter typischen Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Eltern haben noch eine andere Dimension: Majer und Hela wittern überall Antisemitismus, Laura hält sie für paranoid. Weil die Opfer die Vergangenheit ebenso totgeschwiegen haben wie die Täter, hat sie keine Ahnung, was ihre Eltern alles durchgemacht haben; das erfährt sie erst gegen Ende, und nun begreift sie auch, warum ihre Mutter sie als Kind nie in den Arm nehmen konnte. Dem ernsten Thema zum Trotz gibt es immer wieder verblüffend heitere Momente, und der bewegende Epilog klärt schließlich darüber auf, warum „Let’s go!“ Majers Lebensmotto geworden ist. tpg.

Kommentare