Let Me In

  1. Ø 3.2
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Let Me In: Herausragendes englischsprachiges Remake des schwedischen Kulthits "So finster die Nacht", in dem sich ein zwölfjähriger Einzelgänger mit einem gleichaltrigen Mädchen anfreundet, das tatsächlich ein Vampir ist.

Der zwölfjährige Owen lebt im winterlichen Los Alamos des Jahres 1983 mit seiner alleinerziehenden Mutter. Der zierliche Einzelgänger wird von seinen Mitschülern terrorisiert und findet nur in einsamen Gewaltfantasien ein Ventil. Bis er die vermeintlich gleichaltrige Abby kennenlernt, die gerade mit einem älteren Mann in seinen Wohnblock gezogen ist. Owen ahnt nicht, dass es sich bei ihr um einen Vampir handelt, der Blut zum Überleben braucht. Dann versetzen erste blutleere Leichen die Gemeinde in Entsetzen.

Herausragendes englischsprachiges Remake des schwedischen Kulthits „So finster die Nacht“ mit stimmiger Atmosphäre. Ein zwölfjähriger Einzelgänger freundet sich mit einem gleichaltrigen Mädchen an, das tatsächlich ein Vampir ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bei "Let Me In" handelt es sich um den dritten (eigentlich den ersten) Kinofilm der neu erstarkten „Hammer“-Filmproduktion, die mit Schaustoffen an die britische Horrortradition anzuknüpfen versucht. Nach dem schwachen Psychothriller „The Resident“, der „Hammer“-Altstar Christopher Lee immerhin eine Nebenrolle bescherte, und dem halbwegs stimmigen „Wake Wood“, angelehnt an „The Wicker Man“, entpuppt sich die Arbeit von „Cloverfield“-Regisseur Matt Reeves als bestes der bislang drei Werke. An der US-Kinokasse half dieser Umstand dem Remake des schwedischen Kinohits „Let the Right One in“ wenig, da das amerikanische Publikum drastische Folterorgien in „Saw“-Manier offenbar einem psychologisch stimmigen Vampir(jugend)drama vorzieht.

    Zwar liegt keineswegs eine Neuinterpretation von John Ajvide Lindqvists gefeiertem Jugendroman „So finster die Nacht“ vor, sondern größtenteils eine 1:1-Umsetzung der schwedischen Erstadaption. Doch es spricht für Reeves Talent, dass er trotzdem eine eigene Handschrift erkennen lässt und das Original nicht verrät. Eher behutsam wurde der Plot um die bizarre Freundschaft eines stillen Jungen mit einem Vampir im Körper eines traurigen kleinen Mädchens amerikanisiert. Angesichts des Handlungsspielraums Anfang der Achtziger flocht man zeitgenössische Hits von Interpreten wie David Bowie, „Culture Club“, „The Vapors“, „Freur“ und Co. ein, die teilweise die düstere Geschichte kommentieren. Verstärkt werden Actionelemente, Schockeinlagen und Spezialeffekte eingesetzt, welche die Story unterstützen, ohne sie zu dominieren.

    Sicherlich finden sich kleine Unterschiede: So treffen in der Eröffnungssequenz ein namenloser Polizist (Elias Koteas) und ein Unfallopfer im Krankenhaus aufeinander, was zur tragischen Entwicklung führt. In einer langen Rückblende wird hier erst die Vorgeschichte enthüllt. Den Autounfall schildert Reeves etwa in einer einzigen Einstellung, wobei die Kamera die Position eines imaginären Rücksitzinsassen einnimmt. Bestimmte Motive durchziehen den ganzen Film wie religiöse Symbolik, Wasser, Voyeurismus, Owens Leidenschaft für Süßigkeiten oder Abbys Passion für Puzzles. Dialoge setzt Reeves nur verhalten ein. Häufig taucht er die Szenerie dazu in monochromes Licht.

    Einige Figuren kommen nicht nur ohne Namen aus – Owens abweisende Mutter, verkörpert von der attraktiven Darstellerin Cara Buono, bleibt gar völlig gesichtslos, was der Sichtweise des Zwölfjährigen entspricht. Keinesfalls wird jedes Detail erklärt. Bewusst verschweigt der Jahrhunderte alte Vampir sein wahres Alter gegenüber dem oft allein gelassenen Jungen, doch sein Verhalten entspricht dem eines kleinen Mädchens, falls er nicht gerade von Blutdurst getrieben wird. Dass man sich davon nicht täuschen lassen darf, wird deutlich, wenn er mit erwachsener Stimme seinen mitunter unzuverlässigen Scheinvater anfährt.

    Präziser skizzierte Tomas Anderson im Vorläufer den unwirtlichen Wohnblock als kalte Vorhölle, wobei die eisigen Temperaturen den eingefrorenen menschlichen Beziehungen entsprachen. Sein Werk erwies sich im düster-getragenen Tonfall weitaus konsequenter und radikaler, ohne die poetischen Ansätze zu vernachlässigen. Doch Matt Reeves beweist mit seiner dritten Regiearbeit, dass eine US-Bearbeitung nicht gleichzeitig zur Verflachung eines Stoffes führen muss. Ein Standard, an dem sich künftige Hammer-Filme messen müssen.

    Fazit: "Let Me In" ist ein gelungenes, eigenwilliges Remake der herausragenden Coming-of-Age-Horrorgeschichte "So finster die Nacht", die Kennern des Originals aber wenig Neues bietet.
  • Selten und daher umso erfreulicher: Matt Reeves‘ englischsprachiges Remake des schwedischen Überraschungserfolgs „So finster die Nacht“ von 2008 steht dem Original in keinster Weise nach.

    Die Angst war groß: Wenn sich Hollywood nur zwei Jahre nach einem fremdsprachigen Original den Stoff zueigen macht, ist das Ergebnis in den meisten Fällen verwässert, die Kanten sind abgeschliffen, die eigentliche Qualität der Vorlage bleibt auf der Strecke. Wenn es sich bei dem Original überdies um einen so überragenden Stoff wie Thomas Alfredsons kultisch verehrten „So finster die Nacht“ handelt, die schwedische Verfilmung eines Jugendbuchs von John Ajvide Lindqvist über einen von der Außenwelt isolierten und seinen Mitschülern gepeinigten Zwölfjährigen, der eine folgenschwere Allianz mit einem Vampir in Mädchengestalt eingeht, ist das Desaster vorherprogrammiert, will man meinen. Man muss keine Sorge mehr haben: „Let Me In“ ist eine wunderbare, streckenweise herausragende Ergänzung zur Vorlage. Reeves hat offenbar verstanden, was die Geschichte ausmacht, was sie zu einem zeitlosen Film über die Ängste des Erwachsenwerdens macht – und zugleich einer genüsslich perversen Liebesgeschichte.

    Im Grunde behält der Regisseur, der sich zuletzt mit „Cloverfield“ nach fast zwölfjähriger Pause auf der Leinwand zurückgemeldet hatte, den szenischen Aufbau bei, teilweise wählt er sogar die identische Bilderabfolge, wenn er den Eindruck hatte, man könne es nicht besser machen. Gleichzeitig drückt er dem Film seinen eigenen Stempel auf, verankert die Geschichte in der amerikanischen Realität des Reagan-Amerikas, inklusive eines perfekt gewählten Soundtracks, der mit Songs wie „Do You Really Want to Hurt Me“ oder „Doot-Doot“ oftmals mehr erzählt, als viele Worte es jemals könnten.

    Dabei wird man in der ersten Szene zunächst auf eine falsche Fährte gelockt: Mit Rotlicht und Sirenen bahnen sich darin Ambulanzen und Polizeiwägen den Weg durch das nächtliche New Mexico. Sie liefern einen älteren Mann im Krankenhaus ab, der sich selbst das Gesicht mit Säure verätzt hat. Noch bevor es einem einsam ermittelnden Polizeibeamten gelingt, ihn zu befragen, stürzt sich der Mann aus dem Fenster in den Tod. Sofort ist offenbar, dass Reeves‘ Version mehr ein Genrefilm mit betonten Spannungselementen sein wird als sein Vorgänger, der trotz seiner drastischen Horrormomente doch immer ein Jugendfilm mit einem ganz besonderen Dreh war. „Let Me In“ legt einen etwas stärkeren Fokus auf den älteren Begleiter des Vampirs, hier gespielt von Richard Jenkins, der gleich zu Beginn auch als tragische Figur etabliert wird: Die Dinge, die wir aus Liebe tun – das zentrale Thema des Films – wird schnell etabliert. Und bestimmt auch die Handlungen der beiden jugendlichen Helden, die Reeves noch stärker in den Mittelpunkt rückt und geschickt von ihrer Außenwelt isoliert, indem er die Erwachsenen um sie herum fast komplett ausblendet – nicht ein einziges Mal bekommt man das Gesicht von Owens Mutter zu sehen. Kodi Smit-McPhee („The Road“) und Chloe Moretz („Kick-Ass“) sind herausragend in ihren Rollen als Abby und Owen, machen den Schmerz ihrer Existenz auf subtile Weise sicht- und ihre gegenseitige Abhängigkeit voneinander spürbar. Gleichzeitig ist „Let Me In“ nie, wie befürchtet worden war, weichgespült: Matt Reeves scheut nicht vor den harten, drastischen Szenen zurück und wahrt auch die Ambivalenz, was Begriffe wie Gut und Böse anbetrifft: Was hier geschieht, so grausam es auch sein mag, geschieht aus Liebe. ts.
  • So finster die Neuverfilmung: Keimfreie Nacherzählung eines Meisterwerks, allerhöchstens für Nichtkenner des Originalfilms von Interesse.
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