Filmhandlung und Hintergrund

Französische Tragikomödie um eine Frau, die der Abhängigkeit von ihrem gewalttätigen Mann entflieht und eine neue Familie in einem Provinzmotel findet.

Von ihrem unsensiblen Mann mal wieder als Blitzableiter missbraucht, sucht Friseuse Christelle (Anouk Grinberg) eines Tages das Weite und findet Asyl im Motel der lebensfrohen Witwe Mona (Bernadette Lafont). Auf den ersten Blick scheint die neue Bleibe wenig vertrauenerweckend. Doch Mona teilt nicht nur denselben Trash-TV-Geschmack wie Christelle, sie hilft der jungen Frau auch Stück für Stück, das Leben als Single sowie ihre eigenen Stärken zu entdecken. Und gerade von letzteren hat Christelle eine ganze Menge…

Nicht von ungefähr war diese flotte Mischung aus Roadmovie, Komödie und Selbstfindungsdrama der Schweizer Regisseurin Patricia Plattner für den nationalen Filmpreis nominiert.

Die 35-jährige Friseurin Christelle hat das Leben an der Seite ihres gewalttätigen Mannes endgültig satt. Als der wieder mal durchdreht, schlägt Christelle zurück - mit einem Kerzenleuchter. Sie setzt sich ins Auto und flieht in Panik vor dem möglicherweise soeben begangenen Mord ziellos durch die Nacht. In einem Fernfahrermotel trifft sie auf Motelmanagerin Mona. Die bietet Christelle erst ein Zimmer, später einen Job und vor allem ihre Freundschaft an.

Christelle führt ein tristes Leben in ihrem Provinz-Frisiersalon, unterdrückt von ihrem tumben, gewalttätigen Ehemann Francis. Eines Abends eskaliert die Situation zu Hause. Sie schlägt Francis nieder und flieht Hals über Kopf mit ihrem Auto in die Nacht. Schließlich landet sie in dem Fernfahrermotel „Galaxy“ und der dazu gehörenden Diskothek. Was als Notlösung beginnt, entwickelt sich zu einer zweiten Chance für die Frau, die sich mit „Galaxy“-Chefin Mona anfreundet und bald schon wie ein anderer Mensch wirkt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Les petites couleurs: Französische Tragikomödie um eine Frau, die der Abhängigkeit von ihrem gewalttätigen Mann entflieht und eine neue Familie in einem Provinzmotel findet.

    Frauenpower auf französisch wird hier in einer Mischung aus Märchen und Wirklichkeit serviert. Eine junge Coiffeuse hat genug von ihrem selbstgefälligen und schlagkräftigen Ehemann, schlägt zurück und fährt davon. Die Kurzschlusshandlung hat Folgen: Sie lernt auf eigenen Beinen zu stehen, findet einen Job und Freunde fürs Leben.

    Eine Selbstfindungs- und Selbstbefreiungsgeschichte, die leichtfüßig daherkommt und unleidliche Sozial-Larmoyanz geschickt umschifft: die 35jährige Christelle gehört zu jenen Frauen, die von ihrem Mann in allen Dingen abhängen, das Schicksal klaglos ertragen und bei einem „Veilchen“ oder angeschwollener Backe den Nachbarn aus Scham vorlügen, sie seien gegen den Schrank, Ast oder Stuhl gelaufen oder die Treppe herunter gefallen. Als der brutale Gatte ihr eines abends eröffnet, nicht sie, sondern eine Kollegin erhalte die lang erwartete Lockenmaschine „Belles Boucles“, rastet die gedemütigte Coiffeuse aus und haut ihm im Handgemenge einen schweren Gegenstand auf den Kopf. In Panik verlässt sie das Haus (nicht ohne das Wunderteil für die Haare ins Auto zu packen) und landet in einem lausigen Hotel, dessen tatkräftige Besitzerin sie unter ihre Fittiche nimmt. Bald wird aus dem verschreckten und unscheinbaren Wesen eine strahlende Schönheit.

    Das Märchen vom Aschenputtel, das hier dem heruntergekommenen Etablissement ein fröhliches Outfit verpasst und Blumen zum Blühen bringt, erzählt Patricia Plattner lust- und bedeutungsvoll. Da heißt die Absteige ausgerechnet „Galaxy Motel“ und man fühlt sich ruckzuck auf einen anderen Stern katapultiert - bevölkert von gemütlichen Fernfahrern, einer herzensguten „Hotel-Mutter“, dem sympathischen Koch nebst Frau und Neugeborenem, einem seltsamen polnischen Dessous-Verteter und anderen Durchreisenden, die ihre Bahnen ziehen. In dieser bunten Runde gewinnt Christelle Selbstvertrauen und das Herz eines jungen Lastwagenfahrers, wirft sich mutig hinein ins selbstbestimmte Leben. Nach Jahren des Schweigens zeigt sie ihren Mann an, baut eine eigene Existenz auf und findet emotionalen Rückhalt. „We are family“ mal ganz französisch und ganz nah am Leben. Es menschelt so richtig schön bei diesen in ihrer Normalität glaubwürdigen Figuren, dass es einfach Spaß macht, ihnen bei ihren kleinen Siegen über die Tücken des Alltags zuzugucken. mk.

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