Filmhandlung und Hintergrund

Sylvie Testud aus „Jenseits der Stille“ liefert eine schauspielerische Glanzleistung als ältere der beiden Schwestern Papin, die in Le Mans als Dienstmädchen im selben Haushalt arbeiteten und 1933 einen scheinbar unmotivierten Mord an ihrer Herrschaft begingen. Der Fall ist in Frankreich eines der bekanntesten Verbrechen und inspirierte Literaten wie Jean Genet („Die Zofen“), Simone de Beauvoir und die Surrealisten...

Darsteller und Crew

  • Sylvie Testud
    Sylvie Testud
    Infos zum Star
  • Julie-Marie Parmentier
    Julie-Marie Parmentier
  • Isabelle Renauld
    Isabelle Renauld
  • Dominique Labourier
    Dominique Labourier
  • Jean-Gabriel Nordmann
    Jean-Gabriel Nordmann
  • Marie Donnio
    Marie Donnio
  • François Levantal
    François Levantal
  • Jean-Pierre Denis
    Jean-Pierre Denis
  • Michèle Halberstadt
    Michèle Halberstadt
  • Michèle Pétin
    Michèle Pétin
  • Laurent Pétin
    Laurent Pétin
  • Jean-Marc Fabre
    Jean-Marc Fabre
  • Marie-Hélène Dozo
    Marie-Hélène Dozo

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Kritikerrezensionen

  • Sylvie Testud aus „Jenseits der Stille“ liefert eine schauspielerische Glanzleistung als ältere der beiden Schwestern Papin, die in Le Mans als Dienstmädchen im selben Haushalt arbeiteten und 1933 einen scheinbar unmotivierten Mord an ihrer Herrschaft begingen. Der Fall ist in Frankreich eines der bekanntesten Verbrechen und inspirierte Literaten wie Jean Genet („Die Zofen“), Simone de Beauvoir und die Surrealisten.

    Der letzte filmische Nachklang findet sich in Claude Chabrols Meisterkrimi „Biester“. Regisseur Jean-Pierre Denis erzählt die Geschichte, die zum grausigen Mord an der Bürgerfrau Lancelin und ihrer Tochter führte, aus der Perspektive von Christine (Testud), die ihr Leben lang das erniedrigende Dasein der Zofen und die Erziehung im von Nonnen geführten Waisenhaus, in das sie von ihrer Mutter gesteckt wurde, nicht ertragen kann, Schwester Léa (Julie-Marie Parmentier) zum zärtlichen Inzest führt und sich mit den Unterdrückungsmechanismen der Bourgeoisie nicht abfinden will. Christines unterforderte Intelligenz führt zu latent schizophrenen Verhaltensweisen, die sich im Mord als Akt sozialer Vergeltung entladen. Die unbedarfte Léa folgt ihrer Schwester ins Unglück und in den Kerker. Denis sieht die titelgebenden Verletzungen nicht in der Tat, sondern in den sozialen Bedingungen und zerrütteten familiären Verhältnissen, die die Schwestern, von der Mutter nicht gewollt, voll Sehnsucht nach dem verschwundenen Vater, zum Mord im Affekt trieben. Speziell Testud, die sich von ihren quirligen Rollen („Pünktchen und Anton“) immer mehr entfernt und seit „Karnaval“ Charakterrollen übernimmt, ist aufregend zu verfolgen, wie sie das Los der Leibeigenen mit Trotz, Wut, Verweigerung und stummer Anklage überwinden will und scheitert. Denis hat die wahre Geschichte nicht als Chronik, sondern als packendes Psychogramm angelegt, zuweilen asketisch und im Zeitkolorit immer stimmig. Dafür sollte sich im Arthouse-Bereich ein Verleih finden. Zum Spielfilm gibt es einen Dokumentarfilm von Claude Ventura („En quete des soeurs Papin“), der spannendes Hintergrundmaterial liefert und mit einem Theatercoup endet: die jüngere Schwester Léa lebt noch, stumm in einem Pflegeheim. ger.

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