Filmhandlung und Hintergrund

Wieder etwas gutzumachen hatte Michel Hazanavicius, dessen „The Artist“ 2011 eine Sensation war in Cannes und der danach 2014 mit „The Search“ zurückgekehrt war, ein Film, der so viel falsch machte, wie „The Artist“ richtig gemacht hatte. „Le Redoutable“ exhonoriert ihn, auch wenn sein Drama über die Liebesbeziehung von Jean-Luc Godard mit der wesentlich jüngeren Schauspielerin Anne Wiazemsky kein rauschender Erfolg...

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Kritikerrezensionen

  • Wieder etwas gutzumachen hatte Michel Hazanavicius, dessen „The Artist“ 2011 eine Sensation war in Cannes und der danach 2014 mit „The Search“ zurückgekehrt war, ein Film, der so viel falsch machte, wie „The Artist“ richtig gemacht hatte. „Le Redoutable“ exhonoriert ihn, auch wenn sein Drama über die Liebesbeziehung von Jean-Luc Godard mit der wesentlich jüngeren Schauspielerin Anne Wiazemsky kein rauschender Erfolg ist. Vielleicht ist das auch eine Unmöglichkeit, wenn man eine entscheidende Phase im Leben des womöglich kompliziertesten Filmemachers seiner Zeit in einem zweistündigen Unterhaltungsfilm gerecht werden will, der all die Mechanismen bedient und bedienen muss, die Godard zuwider sind - und die er genau in der Zeit, in der Hazanavicius‘ Film spielt, radikal abzulehnen begann. Diesen Kreis kriegt man nicht wirklich viereckig. Aber Hazanavicius versucht es mit einer streckenweise verblüffenden Mimikry, in der er Godards freien Umgang mit dem Medium Film und prägende Stilmittel für seine Zwecke einsetzt. Das ist aber auch das Problem. So perfekt „Le Redoutable“ gemacht ist - und sein Szenenbild und die Kostüme sind spektakulär -, so sehr bleibt er eine Abbildung. Man sieht Godard zu, sensationell gespielt von Louis Garrel, aber man sieht nicht mit seinen Augen. Der Film zeigt, aber er verinnerlicht nicht.

    So ist es natürlich - gerade für Filmfans - spannend zuzusehen, wie Godard nach dem Flop von „Die Chinesin“ zwar einen privaten Höhenflug mit seiner Frau Anne erlebt, gleichzeitig aber in den politischen Wissen des Frühlings 1968 kreativ abstürzt, den Glauben an sich als Mensch und Künstler und das Kino verliert und hart damit ringt, sich und die Filmsprache neu zu erfinden. Auch das ist Thema hier, aber anders als Godard will Hazanavicius seinem Publikum gefallen. Er will, dass man Spaß hat im Kino, dass man mitgeht und emotional eingebunden ist. Für ihn ist das Kino keine streng intellektuelle Übung. Das verleiht „Le Redoutable“ auch eine zweite, nicht uninteressante Ebene. Besonders gelungen ist der Film letztlich auch, wenn die Gags auf Metaebene ziehen: Wenn ein Schauspieler Godard spielt und ihn sagen lässt, er möge seine Rolle nicht, weil er Godard ganz schlecht spiele, dann sind Lacher garantiert. Wie es natürlich auch spannend ist, in Cannes im Kino zu sitzen und zuzusehen, wie Godard und seine Mitstreiter dafür sorgen, dass das Festival im Jahr 1968 aus politischer Solidarität abgebrochen wird. Am Ende bleibt aber ein Rätsel und vor allem die Frage, wie Godard geglaubt haben konnte, seine Liebe zu Anne Wiazemsky - ordentlich gespielt von Stacy Martin als Mädchen, das erst langsam realisiert, dass ihr Leben ein Spiegel von Godards „Verachtung“ ist - könne Bestand haben. Aber diese Frage stellte man sich ja schon damals. ts.

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