Le pornographe

   Kinostart: 14.11.2002

Filmhandlung und Hintergrund

Rigoroses Drama über einen Pornoregisseur, der feststellen muss, dass sich seine Einstellung zur Branche längst überholt hat.

Über vierzig Pornofilme drehte Jacques Laurent (Jean-Pierre Léaud) in den Wilden 70ern, motiviert vom Anspruch, das Kino revolutionär zu verändern und den Sexfilm in den Mainstream zu tragen. Seit zwanzig Jahren aus dem Geschäft, zwingen ihn nun schlechte wirtschaftliche Umstände zur Rückkehr in den Regiestuhl. Zu seinem nicht geringen Entsetzen muss er erkennen, dass sich das Pornogeschäft seither ganz schön verändert hat. Ausgerechnet jetzt meldet sich sein Sohn zurück, der vor langer Zeit aus Protest gegen den Broterwerb Vatis das Weite suchte…

Frankreichs Autorenkino-Superstar Jean-Pierre Léaud ist der tragikomische Held des skandalträchtigen Debüts von Bertrand Bonello über ein Business im Schatten und einen reinigenden Vater-Sohn-Konflikt.

Jacques Laurent, in den Siebzigerjahren Regisseur von Pornofilmen mit höchst künstlerischem Interesse, gerät in finanzielle Not und ist gezwungen, dem lukrativen Gewerbe noch einmal nachzugehen. In diesem Augenblick kehrt sein Sohn zurück, der ihm seinen subversiven Beruf immer zum Vorwurf gemacht hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Le pornographe: Rigoroses Drama über einen Pornoregisseur, der feststellen muss, dass sich seine Einstellung zur Branche längst überholt hat.

    Pornographie zeigt alles, doch alles sehen kann man nicht. Sinnliche Spannung etwa, oder Emotionen als Bonus zu Positionen. Und Akteure, die nicht nur Automaten sind. „Der Pornograph“ ist ein Regisseur, der vor diesen Defiziten nicht kapitulieren will und an der Harmonisierung von Körper, Kommerz und Kunst arbeitet. Nach 15 Jahren Pause wagt er ein Comeback und beginnt dabei, seine Beziehung zu Familie und sich selbst zu überdenken. Intimes französisches Kino, das mit Titel und Milieu einen Köder auswirft, der neugierig macht. Doch befriedigt werden nur Erwartungen an Anspruch, nicht an Erregung.

    Spekulativ ist nichts an diesem Film, auch wenn er in zwei Szenen Hardcore bietet. Gestöhnt wird schon zu Beginn im Off. Beim Essen bespricht man Penetration wie die Garzeit von Erbsen, und die Nahaufnahme, das Stilmittel des Pornos, ist gegenüber totalen Einstellungen bedeutungslos. Autor-Regisseur Bonello interessiert sich wenig für das Treiben vor der Kamera. Im Fokus steht der Mann dahinter, der mit seinem Anspruch noch in den Siebzigern lebt, mit mehreren Kameras und auf Film dreht, mit Darstellern intensiv Rollen bespricht, aber Leidenschaft nicht mehr wirklich fühlt. Wie in „Boogie Nights“ blüht der Mythos der goldenen Pornoära auch hier, trauert man einem Gestern nach, in dem der Akt noch politisch war. Im Soundtrack hört man Vivaldi, auf den Truffaut etwa bei „Der Wolfsjunge“ zurückgriff. Truffauts Lieblingsdarsteller Jean-Pierre-Leaud spielt auch die Titelfigur, der das Leben schwer in den Gesichtszügen hängt. Aber „Eine amerikanische Nacht“ will der Film nicht sein, obwohl das Ineinanderfließen von beruflich und privat in diesem Milieu spannenden Stoff geboten hätte. „Der Pornograph“ mäandert in der Beobachtung seines Protagonisten, ist manchmal so zerstreut wie er, zeigt ihn bei der Arbeit, vor allem aber beim Versuch, seinem Leben wieder Sinn zu geben. Dazu gehört die Annäherung an seinen Sohn, die Auszeit von einer langjährigen Beziehung und der Aufbruch, markiert durch den Bau eines Hauses, in das er sich einbringen kann. Trotz Längen zeigt der Film glaubwürdig die Sackgasse, die seine Hauptfigur zur Umkehr zwingt. Und beweist bei den Dreharbeiten zum Film im Film einen Sinn für trockene Komik, die für die Produkte der Befriedigungsbranche kaum charakteristisch ist. kob.

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