Filmhandlung und Hintergrund

Zwischen Politdrama und Thriller angesiedelte Geschichte einer Lügendetektorspezialistin, die unter Mordverdacht gerät.

Auf dem Weg zu ihrer ersten Arbeitsstelle, wo sie Job-Kandidaten eines Casinos am Lügendetektor testen soll, fährt die alleinerziehende Schwarzafrikanerin Layla Fourie mit ihrem kleinen Jungen auf dem Beifahrersitz einen Weißen tot und begeht Fahrerflucht. Ausgerechnet der Sohn des Opfers ist der erste Proband an der Maschine. Obgleich von Schuldgefühlen geplagt, kann sie aus Verantwortung für ihr Kind die Tat nicht gestehen und sie verstrickt sich immer mehr in ein Lügennetz.

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    Kritikerrezensionen

      1. Das Drama "Layla Fourie" führt seine Titelheldin durch ein albtraumhaftes Geflecht aus Tragik, Schuld und Sorge um ihren Sohn. Der düstere Film der Regisseurin Pia Marais ("Im Alter von Ellen", "Die Unerzogenen"), der stellenweise die Spannung eines Thrillers entwickelt, feierte seine Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2013. Er thematisiert das in der südafrikanischen Gesellschaft mit ihrer hohen Kriminalitätsrate weit verbreitete Misstrauen. Aber die Geschichte wirkt auch überfrachtet, weil sie so viele Probleme anschneidet und unwahrscheinliche Zufälle konstruiert.

        Die Angst fährt mit, je länger Laylas nächtliche Autoreise dauert: Sie drängt ihren Sohn zur Eile, als er austreten muss. Denn in der Nähe hat ein anderes Fahrzeug angehalten. Später schreit Kane auf dem Rücksitz im Schlaf auf, just in dem Moment, als auf der Landstraße ein Mann auf Laylas Wagen zukommt. Womöglich täuscht er eine Autopanne vor – Layla will nicht anhalten und fährt ihn über den Haufen. Gemeinsam mit Kane stellt sie fest, dass der Weiße noch lebt und packt ihn ins Auto, um ihn zu einem Krankenhaus zu fahren. Aber dafür ist es zu spät und so endet die Odyssee schließlich auf einer Müllkippe. Natürlich bleibt die Angst nun erst recht Laylas Begleiter.

        Angst und Misstrauen sind auch sonst überall präsent. Sie zeigen sich in den lückenlosen Sicherheitssystemen, mit denen Weiße wie die Familie des Unfallopfers ihre Anwesen absichern. Und sie werden mit den Lügendetektortests thematisiert, denen sich Arbeitssuchende routinemäßig unterziehen müssen. Misstrauen trübt die Beziehungen Laylas zu ihrem Sohn und zu Eugene. Die Frau des Unfallopfers argwöhnt, dass sich ihr Mann bei seiner Geliebten aufhält.

        Layla gehören die Sympathien des Publikums von Anfang an, schließlich ist sie eine verantwortungsbewusste Mutter, die um eine sichere Existenz kämpft. Nach dem Unfall lassen sie die Gewissensbisse nicht mehr los. Allerdings wirkt es sehr unglaubwürdig, dass sie zufällig den Sohn des getöteten Mannes kennenlernt und viel Zeit in seinem Haus verbringt. Laylas Versteckspiel hat viele aufregende Momente, wirkt aber in seinem Verlauf konstruiert und ziemlich rätselhaft.

        Fazit: Das Drama "Layla Fourie" über die Unfallflucht einer alleinerziehenden Mutter in Südafrika entfaltet eine düstere Spannung, wirkt aber auch konstruiert.
      2. Layla Fourie: Zwischen Politdrama und Thriller angesiedelte Geschichte einer Lügendetektorspezialistin, die unter Mordverdacht gerät.

        Pia Marais‘ dritter Film spielt in ihrem Geburtsland Südafrika und erzählt von einer Frau zwischen Lüge und Wahrheit.

        Sinnvollerweise muss „Layla Fourie“ einen Test am Lügendetektor machen, bevor sie selbst an diesem Gerät arbeiten und Bewerber in einem Casino auf ihre Tauglichkeit testen darf. Dass ausgerechnet sie in eine Zwickmühle zwischen Wahrheit und Lüge gerät, hätte sich die alleinerziehende Schwarzafrikanerin wohl nicht gedacht. Auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle läuft ihr ein Weißer nachts vors Auto und sie begeht Fahrerflucht, entsorgt die Leiche auf einer Müllkippe, alles unter den Augen ihres Kindes auf dem Beifahrersitz. Dass ausgerechnet der Sohn des Opfers ihr erster Proband an der Maschine ist, gehört zu den Zufällen, die es nur auf der Leinwand gibt. Obgleich von Schuldgefühlen verfolgt, kann sie sich nicht zur Tat bekennen, weil sie sich um ihren Jungen kümmern muss. Hauptdarstellerin Rayna Campbell überzeugt durch Kontrolliertheit in diesem ziemlich verwirrenden Mix aus Thriller und Polit-Story. Der wirkt allerdings ziemlich konstruiert, nicht nur wegen der seltsamen Schicksalsfügungen, sondern auch wegen der plötzlich ausbrechenden sexuellen Anziehung zwischen Campbells Figur und August Diehls Proband, der den nicht ganz durchschaubaren jungen Mann aus einst privilegierter Weißen-Familie spielt, der im ANC-Südafrika um einen Job betteln muss. Neben der Hauptgeschichte, ein mit philosophischen Vorzeichen veredeltes Katz-und-Maus-Spiel, zeichnet Pia Marais mit ihrem Drehbuchautor Horst Markgraf ein Südafrika, in dem weder Schwarz noch Weiß ihren Platz gefunden haben, Verunsicherung herrscht, Gewalt an der Tagesordnung ist und Vertrauen eher eine Ausnahme: eine widersprüchliche und zerrissene Gesellschaft. Die Ambivalenz von Wahrheit und Lügen überschattet das Geschehen, in dem vor allem der junge Rapule Hendricks als Lalyas Sohn zwischen Naivität und Komplizenschaft Emotionen weckt. Kameramann André Chemetoff fokussiert sich auf das Gesicht der Protagonistin, ist ihr immer ganz nah und sorgt für Intensität. mk.

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