Filmhandlung und Hintergrund

Ein Autorenfilm mit Frauenpower aus Honkong – dieses Kunststück mit heftigem Eigen-Engagement ist Ankie Lau, der in München lebenden Hongkong-Chinesin, gelungen. Produktion, Regie, Buch, Hauptrolle des geradezu klassischen Melodrams schafft sie mit Bravour und gibt als Kino-Debütantin ihren Einstand. Eine Liebesgeschichte zwischen Asien und Amerika, zwischen Hongkong und dem Westen, über den Zusammenprall verschiedener...

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 0,0
(0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Ein Autorenfilm mit Frauenpower aus Honkong – dieses Kunststück mit heftigem Eigen-Engagement ist Ankie Lau, der in München lebenden Hongkong-Chinesin, gelungen. Produktion, Regie, Buch, Hauptrolle des geradezu klassischen Melodrams schafft sie mit Bravour und gibt als Kino-Debütantin ihren Einstand. Eine Liebesgeschichte zwischen Asien und Amerika, zwischen Hongkong und dem Westen, über den Zusammenprall verschiedener Kulturen.

    Ankie Lau ist selbst so eine Art Wanderin zwischen den Welten und den Kulturen. Sie hat in Hongkong Film studiert, sich als Schauspielerin und Regisseurin ausbilden lassen. Ende der 70er Jahre agierte sie in Honkong-Produktionen und TV-Serien und setzte dann Schauspieltraining und Karriere in Amerika und Europa fort. „Filmemachen muß persönlich sein“, forderte schon John Cassavetes, und Ankie Lau hat es sich nicht leicht gemacht mit der Chance, ihren Film und nicht irgendeinen Auftrag zu machen. Und dabei gelingt ihr auch tatsächlich ein sehr persönlicher, direkter Erzählton, der mit einigen Schwächen und Unvollkommenheiten versöhnt.

    Ein Hauch der 50er Jahre und der Melodramen-Welt eines Douglas Sirk scheint über den Bildern von Chen-Kaige-Kameramann Gu Changwei („Lebewohl, Meine Konkubine“) zu liegen und in den emotionalen Konfliktsituationen. Trotzdem atmet der Film ganz klar heutige Gegenwart, gibt es unprätentiöse Wirklichkeitsbezüge. Es geht um Jessica (Ankie Lau), die nach einer gescheiterten Ehe und Scheidung in Los Angeles in ihre Heimatstadt Hongkong zurückkehrt. Sie nimmt ihre 14jährige Tochter mit, die heftig gegen diese Reise revoltiert. Denn Kim (Michelle Mitchelle) spricht kein Wort chinesisch und kennt auch ihre Großmutter (Lai Suen) nicht, weil sie noch nie zuvor in Honkong gewesen ist. Schon im Flugzeug lernen Mutter und Tochter einen gutaussehenden Amerikaner kennen, der einen Juwelierladen in Honkong leitet. Dieser Michael Gordon (Tyrone Power Jr. ohne das Charisma seinen legendären Vaters) verliebt sich in Jessica und will ihretwegen sein Playboy-Leben aufgeben, woran ihn allerdings sein Kumpel nach allen Kräften zu hindern versucht. Und Tochter Kim sieht ihre heimliche Hoffnung auf Rückkehr in die USA schwinden.

    Ankie Lau beherrscht die klassische Dramaturgie des Melodrams, es gibt natürlich ein paar Mißverständnisse, die Probleme heraufbeschwören. Es gibt Jessicas Verantwortungsgefühl der Tochter gegenüber, ihre Zweifel an der Aufrichtigkeit der männlichen Gefühle und – ein bißchen Exotik muß sein – ihr Glaube an das, was ihre Mutter ihr als Kind aus der Hand gelesen hatte: daß sie nur einmal im Leben die große Liebe erleben würde. Viel Zeit ist seitdem vergangen, und das Leben hat die Linien in Jessicas Hand schärfer gezeichnet…

    So ganz ohne Klischee kommt Ankie Lau in ihrem Film nicht aus, und irgendwie gelingt es ihr nicht, sie mit Witz oder Melancholie zu brechen. Aber vielleicht ist zu viel Eigenes, Persönliches in „Last Chance Love“, daß ihr die ironische Distanz zu schwer gefallen ist. Trotzdem, schön anzuschauende Kino-Unterhaltung ist ihr Film auf jeden Fall, und die emotionalen Höhen und Tiefen der Liebesgeschichte fühlen sich ganz gut an und geben dem Zuschauer die berechtigte Hoffnung auf ein Happy-End. fh.

Kommentare