Lars und die Frauen

  1. Ø 3.8
   2007

Lars und die Frauen: Schrullige Komödie mit ernsten Untertönen über einen kontaktscheuen Einzelgänger, der sich in eine lebensgroße Sexpuppe verliebt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Lars und die Frauen: Schrullige Komödie mit ernsten Untertönen über einen kontaktscheuen Einzelgänger, der sich in eine lebensgroße Sexpuppe verliebt.

Einzelgänger Lars Lindstrom (Ryan Gosling) ist so schüchtern, dass er sich selbst von seinem Bruder Gus (Paul Schneider) und seiner Schwägerin Karin (Emily Mortimer) absondert. Am liebsten verkriecht er sich in seiner kleinen Wohnung über der elterlichen Garage. Bis er überraschend eine neue Freundin kennen lernt: Bianca, die er für eine bildschöne Brasilianerin hält. Tatsächlich ist sie aber eine lebensgroße Sexpuppe! Ärztin Berman (Patricia Clarkson) rät allen, auf seine Illusion einzugehen.

Jungstar Ryan Gosling („Das perfekte Verbrechen„) beweist abermals sein Ausnahmetalent in der ungewöhnlichsten Komödie des Jahres, wenn er in einer Sexpuppe die Gefährtin fürs Leben findet. Regisseur Craig Gillespie schildert diese ungewöhnliche Geschichte warmherzig und mit Einfühlungsvermögen.

Lars ist ein schrulliger, kontaktscheuer Einzelgänger, der zurückgezogen in einer Garagenwohnung des Anwesens seiner verstorbenen Eltern lebt. Aus heiterem Himmel überrascht er seinen Bruder Gus und dessen schwangere Ehefrau Karin mit der Ansage, er habe sich in eine an den Rollstuhl gefesselte, ehemalige Missionarin aus Brasilien namens Bianca verliebt – die sich als lebensgroße Sexpuppe entpuppt. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen nicht nur Gus und Karin, sondern auch die übrige Gemeinde die Scharade mit. Mit ungewöhnlichen Resultaten.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Lars and the Real Girl“ ist eine dieser Geschichten, für die das Kino erfunden wurde. Die einem die Magie des Träumens mit offenem Mund ermöglichen, das Mitfiebern und Staunen in einer absolut irrealen Geschichte – ohne dass man sich auch nur einen Moment lang für dumm verkauft fühlt. Regisseur Craig Gillespie ist vor allem als Werbefilmer bekannt, und Produzent John Cameron hatte noch nie etwas von Nancy Oliver gehört, als er ihr Debüt-Manuskript auf den Tisch bekam. Aber Cameron fing sofort Feuer, und das will etwas heißen, denn er ist als Koproduzent vieler Filme der Coen-Brüder nicht unerfahren.

    Lars, die Inkarnation der Einsamkeit in den schneereichen nördlichen Gebieten des Mittleren Westens, trägt einen zu kleinen Anorak. Sein Bruder und seine Schwägerin haben allen Grund, sich um den jungen Mann Sorgen zu machen. Es wird schnell deutlich, dass hier etwas geschehen muss – als Karin Lars vor dem Haus abpassen und ihn zu Boden werfen muss, bevor er sein Kommen zum Abendessen zusagt. Sein Bruder Gus unterhält sich zwar nett mit Lars, klaubt dabei aber angestrengt Krümel vom Tisch.

    Sechs Wochen später ist diese Welt eine andere: Gus sitzt beim Frühstück mit der Hand vor dem Gesicht, ihm gegenüber ein vergnügter Lars mit seiner Freundin Bianca. Die schwarzhaarige Schöne sagt kein Wort – und Lars bedient sich manchmal von ihrem Teller. Bianca, die laut Lars eine tief religiöse Missionarin und Krankenschwester ist, die gerade die Welt bereist, sieht für Gus und Karin fatal nach einer leblosen Sexpuppe aus.

    Auf einmal bevölkert sich die winterliche Einsamkeit des kleinen Ortes: Es tauchen Arbeitskollegen, Mitglieder der Kirchengemeinde, eine psychologisch geschulte Ärztin auf, die ein wundersames Ensemble bilden, verbunden in dem Projekt, Bianca willkommen zu heißen. Man sieht die stumme Schönheit im Rollstuhl bald in der Kirche sitzen, in einer Kindertagesstätte aus einem Audiobuch vorlesen, und eine Nachbarin holt sie ab zur Sitzung des Schulbeirats.

    Lars, gespielt von Ryan Gosling, ist der verschlossene, aber nach Ankunft seiner Bianca auch meistens verschmitzt lächelnde Provokateur. Karin, gespielt von Emily Mortimer, ist die mütterliche, mitfühlende Verbündete. Gus, dargestellt von Paul Schneider, zeigt einem insgeheim stets den Vogel. Patricia Clarkson als Dr. Berman ist eine ernsthafte Therapeutin, die ihre schützende Hand über dem wackeligen Unternehmen hält. Und die wunderbare Margo, gespielt von Kelli Garner, die sich in Lars verguckt hat, ist in ihrer kindlichen Euphorie fast noch extremer als die Hauptfigur.

    Da der Film auf mehreren Ebenen spielt, kann man sich zum Beispiel vom Symbolgehalt der Farbe Rosa leiten lassen. Oder von der Balance zwischen der aberwitzigen Bianca-Integration und der langsam-nüchternen Begleitung der Figuren, die in fast jeder Szene mit sich ringen. Es gibt diese ausgetüftelte Sorgfalt, die nahezu unbemerkt die Spannung im Fluss hält. Die hochschwangere Karin und Gus machen mit Lars und seiner Puppe einen Spaziergang zum See. Gus schaut in den Himmel und sagt, es sieht nach Sturm aus. Karin will sich trotzdem die Beine vertreten. Und als der Wind beginnt, mit Biancas Haaren zu spielen, glaubt man schon, hier bahnt sich ein Geburtsdrama in der Wildnis an – und ist überrascht, dass es anders kommt.

    Fazit: Ein starkes Stück Kino über eine Gemeinde, die lernt, mit einer Silikonpuppe zu sprechen und über die Komik als Schwester der Hoffnung.
  • Einfühlsam erzählte Tragikomödie mit Ausnahmeschauspieler Ryan Gosling, der sich als kontaktscheuer Sonderling unter Wahnvorstellungen in eine Sexpuppe verliebt.

    Ungewöhnliche Figuren sind ein Faible von Gosling (Oscar-nominiert für seine Rolle als cracksüchtiger Lehrer in dem in Deutschland weiterhin unveröffentlichten „Half Nelson“). Auch seine Titelfigur Lars ist bereits in den ersten Einstellungen unschwer als schräger Vogel zu erkennen. Der 27-jährige Junggeselle leidet unter gravierenden körperlichen und emotionalen Berührungsängsten. Deshalb sind ihm wiederholte Einladungen zum Essen seiner Schwägerin (reizend: Emily Mortimer) und die Annäherungsversuchen einer netten Bürokollegin (Kelli Garner) äußerst unangenehm. So fallen alle aus den Wolken, als der scheue Einzelgänger ihnen seine an einen Rollstuhl gefesselte Freundin namens Bianca vorstellt, die sich als lebensechte Silikon-Sexpuppe entpuppt. Damit wird allerdings keinerlei vulgären Anzüglichkeiten Vorschub geleistet, da Lars sie in wintertaugliche Klamotten hüllt und brav ins Gästezimmer im Haus einquartiert. Mit ihr ergeht er sich in langen Monologen, kuschelt zärtlich aber züchtig und hat auch schon mal einen kleinen Streit. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen Familie, Freunde und der Rest der kleinen Gemeinde bei der Scharade mit und tun so, als ob auch sie Bianca für eine Frau aus Fleisch und Blut hielten, sei es beim Friseur-, Kirchen- oder Partybesuch. Doch dann wird Bianca (laut Lars) von einer tödlichen Krankheit befallen, womit sich ihm neue (realistische) Horizonte eröffnen.

    Bei dem skurrilen Indiedrama mit Herz handelt es sich um den zweiten Film von Craig Gillespie, der mit der giftigen Rachekomödie „Mr. Woodcock“ sein Debüt gab. Der Ton fällt nunmehr ungleich sympathischer aus, dafür wird dem Publikum allerhand wohlmeinende Gutgläubigkeit abverlangt, was das ausnahmslos positive Mitgefühl von den Menschen in Lars Heimatort im nördlichen Mittleren Westen anbetrifft. Nach dem Skript von „Six Feet Under“-Autorin Nancy Oliver wird die mentale Malaise des Protagonisten (sinnbildlich durch die Sexpuppe symbolisiert) mit einem frühen Kindheitstrauma (Geburtstod der Mutter, ein verschlossener Vater) erklärt, das durch die Schwangerschaft seiner Schwägerin auf die Spitze getrieben wird. Trotz der Absonderlichkeit der Situation macht sich der Film nie über ihn lustig. Und Gosling legt seine faszinierende Performance nuanciert zwischen Hilflosigkeit und Exzentrik an. Insgesamt fungiert das Charakterporträt mit Capra-esken Anstrichen als Appell für Toleranz und Gemeindezusammenhalt und beeindruckt dabei vor allem mit seiner eindringlichen Humanität. ara.

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