Filmhandlung und Hintergrund

Vierter Teil von George A. Romeros legendärer "Nacht der lebenden Toten"-Reihe, in der Zombies bereits fast die gesamte Erde erobert haben.

Die letzten Menschen haben sich in Städte zurückgezogen, die von der Außenwelt mit Mauern getrennt sind. Innen herrschen Industrialisten in ihren Hochhäusern, draußen die Zombies, die sich zu immer größeren Armeen zusammen rotten. Eine Söldnertruppe wird angeheuert, die die Lebenden vor den lebenden Toten schützen soll.

Nachdem ihren Gräbern entstiegene Leichen die Menschheit zu weiten Teilen infiziert oder verzehrt haben, ballen sich die Überlebenden auf hochgerüsteten, gut bewachten Inseln der Zivilisation, wo Kapitalisten der alten Schule den Ton angeben und das Proletariat bei wenig Panem und viel Circenses der Erweckung durch einen geeigneten Aufwiegler harrt. Als eines Tages ein enttäuschter Wachmann private Rache am herrschenden Kaufman übt, öffnen sich die Schleusen und der Kampf Mensch versus Zombie geht in die nächste Runde.

Menschenfressende Tote belagern Superkaufmann Dennis Hopper auf seiner Insel des Raubtierkapitalismus im Toten Meer. Lustige Zombies, zu wenig Licht und Gesellschaftskritik mit der groben Kelle in George Romeros viertem Zombiefilm.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Nach "Night of the Living Dead" (1968), "Dawn of the Dead" (1978) und "Day of the Dead" (1985) bringt Regissuer George A. Romero mit "Land of the Dead" den vierten Teil seines Zombie-Zyklus heraus, der auf Teilen des ursprünglich sehr viel längeren Scripts von "Day of the Dead" basiert. Doch die Ausgangssituation hat sich während der Jahre merkbar verändert. 1968 setzte der nunmehr 65jährige Filmemacher den Startschuss für den postmodernen Horrorfilm mit seiner damals ungewöhnlichen Gewalttätigkeit und dem pessimistischen Ende.

      Doch das Jahr 2005 hat andere Voraussetzungen. Das Publikum ist an gewalttätige Bilder gewöhnt, es gibt kaum noch etwas was den abgebrühten Horror-Fan schocken könnte. So schlägt Romero mit "Land of the Dead" einen anderen Weg ein. Zwar sind in dem Film immer noch genügend bluttriefende Bilder, die sanfte Seelen beunruhigen werden, dennoch ist die Geschichte eine andere.

      Genauer gesagt sind die Zombies eine andere Gattung, denn sie sind in diesem Film die bedrohte Art, die von den Menschen in ihrem ‚friedlichen’ Leben aufgeschreckt werden. Denn erst durch die brutalen Raubzüge unter Maschinengewehrfeuer werden die Zombies unter ihrem Führer Big Daddy aufgerüttelt und beschließen zurück zu schlagen. Dabei beweisen sie mehr als einmal ihre wachsende Intelligenz und Kombinationsfähigkeit.

      Auf der anderen Seite sind die wenigen übrig gebliebenen Menschen. Die meisten von ihnen sind der Korruption verfallen und meist sehr viel unmenschlicher als die Zombies. Fasst schon naiv und ahnungslos versuchen die Menschen die vermeintliche Kontrolle über ihr Leben wieder zurück zu gewinnen, in dem sie die Untoten als Attraktion in zirkusartigen Clubs präsentiert. Der Gipfel der Unmenschlichkeit ist allerdings erreicht, als Asia Argentos Charakter Slack zwei Zombies in einem Käfig zur Belustigung des Publikums vorgeworfen wird, mutwillig der Zerstörung ausgesetzt. Bezeichnend ist auch, dass Charlie (Robert Joy), der treue Gefährte von Riley, selbst mehr aussieht wie Zombie als Mensch.

      Wie schon im letzten Romero Film ist "Land of the Dead" in einem unbestimmten Zeitraum in der Geschichte der Menschheit angesiedelt, es wird nur angedeutet wie viel Zeit seit der Kontamination der Erde durch die Zombies vergangen ist und wie lange die Residenz der Menschen in Pittsburgh schon existiert. Auch wird die Aufgabe herauszufinden ob es tatsächlich noch anderes ‚Leben’ auf der Erde gibt, nie ins Zentrum des Filmes gestellt.

      Romeros Anspruch eine Hommage an seine eigenen Zombiefilme aber auch an die gesamte Horrorfilm Geschichte zu kreieren, wird schon zu Beginn klar. Anstatt des modernen Universal Pictures Firmenzeichens, kommt das Logo aus den Dreißiger Jahren. Universal Pictures , das Studio, das 1931 Tod Brownings Dracula herausbrachte, dem bald darauf James Whales Frankenstein folgte und eine wahre Welle von Filmen dieses Genres, gilt als Urvater des amerikanischen Horrorfilms. Des weiteren finden sich auch bildliche Zitate im Film, allen voran beeindruckt die Szene, in der die Zombies langsam aus dem Fluss auftauchen, eine Einstellung, die ganz klar von "Carnival of Souls" (1962) beeinflusst ist.

      Es gibt nur einen Kritikpunkt, dem sich der Film stellen muss. Durch die Sympathisierung der Zombies gerät der eigentliche Schockeffekt, den Zombies normalerweise auf das Publikum ausüben, in den Hintergrund. Man ertappt sich fast schon dabei mit den Zombies mitzufiebern und ihnen zu wünschen, dass sie die Halbinsel erreichen um den dortigen Autoritäten einmal ihre wahre Stärke vorzuführen.

      Fazit: Ein Muss für alle Horrorfilm Fans des alten Schlages, aber Romero hat es auch dieses Mal wieder geschafft den modernen Ansprüchen des Genres gerecht zu werden.
    2. Land of the Dead: Vierter Teil von George A. Romeros legendärer "Nacht der lebenden Toten"-Reihe, in der Zombies bereits fast die gesamte Erde erobert haben.

      Sie hatten ihre Nacht, ihre Morgendämmerung und ihren Tag. Jetzt gehört den schlurfenden Zombies vom wegweisenden Kultregisseur und Drehbuchautor George A. Romero das ganze Land. Der innovative Genreschöpfer fügt seiner 1968 mit „Nacht der lebenden Toten“ begonnenen und mit „Zombie“ (1978) und schließlich „Zombie 2 - Das letzte Kapitel“ (1985) fortgeführten Trilogie nach zwanzigjähriger Pause einen vierten Eintrag hinzu. Mit einem Budget von 15 Mio. Dollar und Stars wie Dennis Hopper und John Leguizamo liefert der Altmeister seine mehr als kompetente Killerkür, von der seine Imitatoren sich immer noch eine Scheibe kreatives Schockerflair abschneiden könnten.

      In den letzten Jahren machte in Filmen wie „28 Days Later“ (eine Art Parforceritt durch die „Dead“-Trilogie) und dem Remake „Dawn of the Dead“ eine neue Generation von Untoten die Leinwände unsicher. Statt des Zeitlupentempos der Originalzombies verfügten sie nun, von MTV- und Videospielkultur abgeleitet, über blitzschnelle Bewegungsmuster. Romero geht keine Kompromisse dieser Art ein, seine metaphernreiche Inszenierung mit symbolstarken Bildern ist erfrischend Old School. Auch seinen Subtexten und satirischen Sozialkommentaren bleibt er treu. Diesmal nimmt er eine parasitäre Elite, die den Rest der Gesellschaft unterdrückt, sowie das herrschende Kriegs- und Konsumklima ins Visier.

      So entfaltet sich ein in deprimierender Graupalette gefilmtes postapokalyptisches Szenario, bei dem sich die fleischfressenden Zombies wie eine Heuschreckenplage ausgebreitet und die Lebenden sich in einer Inselmetropole verbarrikadiert haben. Innerhalb der Elektrozäune herrscht eine krass definierte Zweiklassengesellschaft. Die Reichen leben in der luxuriösen Wolkenkratzer-Wohngemeinde Fiddler’s Green (Slogan: „Wo das Leben weitergeht“), der Rest in Slums. Ein Trupp von Selfmade-Söldnern unter der Führung von Riley (Simon Baker) macht in gepanzerten Militärfahrzeugen regelmäßige Vorratsbeschaffungen im Zombieland. Dabei werden die von „Himmelsblumen“ (Feuerwerk) abgelenkten Zombies zu Hackfleisch verarbeitet. Der Status Quo wird aus den Angeln gehoben, als Rileys Partner Cholo (Leguizamo) hofft, sich in Fiddler’s Green ein zu kaufen, jedoch vom arroganten Oberboss Kaufman (Hopper gewohnt over-the-top) abserviert wird. Cholo droht, die Luxusenklave in die Luft zu jagen, sofern ihm Kaufman nicht fünf Mio. Dollar bezahlt. An dieser Stelle wird mit Kaufmans Ausruf „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“ eine Stichelei gegen die Bush-Regierung untergebracht. Daraufhin wird Riley beauftragt, Cholo außer Gefecht zu setzen, wobei ihm unter anderem die Prostituierte Slack (Romero-Kollaborateur Dario Argentos Tochter und „xXx“-Girl Asia) zur Seite steht. Gleichzeitig marschieren die Zombies in Richtung Festung der Lebenden. Denn die scheinbar hirntoten Untoten beginnen - wie in „Zombie 2“ angedeutet - sich weiter zu entwickeln und lernen Werkzeuge und Waffen zu benutzen.

      Eine überzeichnete Gore-Orgie nimmt ihren splatterhaften Lauf, wo mit hervorquellenden Gedärmen, abgehackten Gliedmaßen, Enthauptungen sowie Maschinengewehrgeballer und Explosionen nicht gegeizt wird. Auch für die Makeup-Effekte der Zombies wurde in die Vollen gegriffen. Der Score bildet den passenden akustischen Background für die versierte Mischung aus Horrorschocker und Satire, die ganz nach dem Appetit eingefleischter Genrefans sein wird, ein jüngeres, andere Erzählrhythmen gewöhntes Publikum jedoch kalt lassen könnte. ara.

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