Land of Plenty

Kinostart: 07.10.2004

Land of Plenty: Wim Wenders lässt zwei gegensätzliche Charaktere im heutigen Los Angeles und unterschiedliche Weltanschauungen aufeinanderprallen.

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Filmhandlung und Hintergrund

Wim Wenders lässt zwei gegensätzliche Charaktere im heutigen Los Angeles und unterschiedliche Weltanschauungen aufeinanderprallen.

Außer der Verwandtschaft scheint die junge Idealistin Lana („Dawson’s Creek“-Girlie Michelle Williams) mit ihrem Onkel, dem paranoiden Vietnam-Veteranen Paul (John Diehl), nur wenig zu verbinden. Das ändert sich anlässlich des Mordes an einem arabisch-stämmigen Obdachlosen. Während Lana sich um eine würdevolle Bestattung sorgt, vermutet Paul ausländisches Terroristenwerk. Die gemeinsame Reise in den Nahen Osten wird für beide Seiten zu einem erhellenden Erlebnis.

Wim Wenders

Lana, eine junge Idealistin, und ein traumatisierter Vietnam-Veteran treffen im Schmelztiegel Los Angeles aufeinander. Beide verbindet neben ihrer wie zufällig wirkenden Verwandtschaft der Wunsch nach der Aufklärung eines Verbrechens. Aus unterschiedlichen Beweggründen suchen sie Antworten auf dieselben brennenden Fragen und prallen dabei im Laufe ihrer gemeinsamen Nachforschungen mit ihren unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinander.

Als sie nach Jahren in der dritten Welt nach L.A. zurückkehrt, offenbaren sich der idealistischen Lana bei ihrem Job in einer Mission auch die dunkle Seite ihrer Heimat. Als vor ihrer Arbeitsstelle ein (ihr vage bekannter) Obdachloser erschossen wird, macht sie sich zusammen mit ihrem unter den Spätfolgen des Vietnam-Kriegs leidenden Onkel auf, den Mord aufzuklären. Obwohl ihre Weltanschauung und die ihres traumatisierten und paranoiden Verwandten nicht unterschiedlicher sein könnten, kommen sich die beiden dennoch näher.

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Kritikerrezensionen

  • Land of Plenty: Wim Wenders lässt zwei gegensätzliche Charaktere im heutigen Los Angeles und unterschiedliche Weltanschauungen aufeinanderprallen.

    Der Himmel über Amerika hat sich verfinstert: Im Gegensatz zu Michael Moores polemischen Rundumschlag wirft Wim Wenders einen differenzierten Blick auf Menschen und ihre Zerrissenheit, in einem Land, das sich nach 9/11 neu sortiert: In Los Angeles treffen die junge Idealistin Lana und der patriotische Vietnam-Veteran Paul aufeinander, zwei Welten und Weltanschauungen, wie sie gegensätzlicher nicht sein können. Als sie Zeuge des Mordes an einem Obdachlosen werden, machen sie sich aus ganz unterschiedlichen Gründen auf die Suche nach dem Mörder und der Wahrheit.

    Eigentlich sollte man sich freuen, dass die Realisierung von Wim Wenders „Don’t Come Knocking“ länger als geplant dauerte. Denn dadurch schrieb er vor lauter Ungeduld zwischendurch eine andere Geschichte: „Land of Plenty“, Wettbewerbsbeitrag in Venedig und filmischer Schnellschuss. In drei Tagen stand das 20-seitige Treatment, drei Wochen dauerte es mit Autor Michael Meredith bis zum fertigen Drehbuch, gedreht wurde komplett aus der Hand mit der DV-Kamera (DOP Franz Lustig), durchschnittlich 42 Einstellungen pro Tag, einmal sogar 70. Los Angeles ist hier nicht glitzernde Metropole der Entertainment-Industrie, sondern graue Hauptstadt des Hungers. Ein Schock für die junge Lana, die nach zehn Jahren Afrika und Palästina nun den sozialen Schattenseiten ihrer Heimat begegnet. Bei ihrer Arbeit in einer Obdachlosen-Mission Downtown L.A. steht sie dem Elend hilflos gegenüber, versucht durch Freundlichkeit den Menschen ein Stückchen Würde zu geben, sie aufzumuntern. Ihr einziger Verwandter in USA ist Onkel Paul, ein traumatisierter Vietnam-Veteran, der nicht nur an den Folgen des hochgiftigen „Agent Pink“ (Vorläufer des berüchtigten „Agent Orange“) leidet sondern auch unter einer Paranoia, gar an einen Sieg Amerikas in Vietnam glaubt, weil die Soldaten 10 000 Tage den Kommunismus aufgehalten hätten. Seit 9/11 hält der selbsternannte Vaterlandsverteidiger jeden Fremden für einen potenziellen Attentäter, dem er das Handwerk legen muss. So verfolgt er fast wahnhaft einen indischstämmigen Mann, der sich seine tägliche Essensration in der Mission abholt. Als der aus einem vorüberfahrenden Wagen erschossen wird, befürchtet er eine dunkle Konspiration. Onkel und Nichte (eine gute Kombination John Diehl und Michelle Williams) machen sich auf, den Leichnam dem hinterbliebenen Bruder zu übergeben. Die Suche nach Wahrheit führt sie zueinander und quer durch ein Land mit Bruchstellen zwischen individueller Angst und politischer Großspurigkeit. Die Abrechnung mit dem Bush-System wird zur Beschreibung des politischen Klimas in den USA, in dem fehlgeleiteter Patriotismus, ein diffuses Gefühl von Verwundbarkeit und gleichzeitiger militärischer Überlegenheit sich zu einem gefährlichen Gemenge vermischen, das hochgehen kann, sobald die Lunte zündet. Wenders lässt in diesem „Road-Movie“ leise Trauer über den Verlust von Werten spüren, die Verlorenheit von Menschen in einem komplexen System, das sie zu verschlingen droht und eine tiefe Religiosität - Symbol der Hoffnung, auch wenn der amerikanische Traum zerplatzt ist. Die melancholische Grundstimmung unterstreicht der Score von Thom & Nackt, atmosphärisch dicht auch der Titelsong von Leonard Cohen. Wenders, der seit Jahren in den USA lebt, wendet sich gegen eine Vereinfachung bei der Beurteilung der US-Politik. „Der Vorschlaghammer nutzt da wenig“ äußerte er einem Magazin gegenüber und streut bei diesem schmerzende Streifzug durch „God’s own Country“ doch Salz in die Wunde, die seit dem feigen Terroranschlag schwärt, zeichnet auf, wie aus Gerechtigkeit Selbstgerechtigkeit erwächst. Mit dem kritischen und gleichzeitig zärtlichen Blick auf das „Land of Plenty“ macht er sich dort sicherlich nicht nur Freunde. Wer nicht gerade Bush heißt, sollte sich auf diese wunderbar verstörende Reise einlassen. mk .

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