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Lady Vengeance

   Kinostart: 11.01.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine Frau sieht rot in Park Chan-wooks faszinierendem Abschluss seiner Rache-Trilogie (nach "Sympathy for Mr. Vengeance" und "Oldboy").

13 Jahre verbrachte die blutjunge und bildschöne Lee Geum-ja (Lee Yeong-ae) hinter Gittern - für einen Mord, den sie nicht begangen hatte. Obschon unschuldig, gestand sie, einen kleinen Jungen getötet zu haben und empörte die ganze Nation. Ihr eigenes Kind wurde ihr genommen und sie dem Strafvollzug übergeben. Im Gefängnis erwarb sie sich den Ruf eines reuigen Engels, nach ihrer Entlassung aber wird sie zum Engel der Rache. Hinter der Fassade kommt ein ausgetüftelter Plan zum Vorschein, der auf ein großes Ziel hinausläuft: Geum-jas Kindergartenlehrer Baek (Choi Min-sik).

Nach dem Pulp-Kultfilm „Oldboy“ vollendet Park Chan-wook - von Zeitgenossen als koreanische Antwort Quentin Tarantinos apostrophiert - seine Rachetrilogie, die mit formvollendeter Verschachtelung die hohe Kunst der Vendetta zelebriert.

Geum-ja Lee hat ein engelhaftes, warmherziges Auftreten und Äußeres, handelt und plant aber eiskalt. Im Gefängnis, wo sie mehr als zehn Jahre schmorte für einen Kindermord, den sie nicht begangen hat, agierte sie als lammfromme, gute Samariterin, um vorzeitig entlassen zu werden. Fortan führt sie mithilfe mehrerer entlassener Mithäftlinge ihre Rache aus.

Geum-ja Lee ist der Name einer rätselhaften Frau, die nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Dort hat sie sich wenig zuschulden kommen lassen, um so früh wie möglich wieder auf freien Füßen zu sein - denn den Kindermord, für den sie einsaß, beging jemand anderes, und so macht sich Geum-ja auf einen Rachefeldzug gegen alle, denen sie ihren Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen zu verdanken hat. Und nebenbei gilt es noch, die eigene Familie zusammenzuführen - ihre Tochter wuchs bei Pflegeeltern in Australien auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Im dritten Teil von Park Chan-wooks Rache-Trilogie (nach „Sympathy for Mr. Vengeance“ und „Old Boy“) steht erstmals eine Frau im Mittelpunkt, eine kühle Schönheit, verkörpert von Südkoreas Superstar Lee Young-Ae. „Es ist gewiss, dass wir alle Sünder sind“: Im Gefängnis vermeintlich zur Religion bekehrt wandelt sich der barmherzige Engel nach der Entlassung schnell zum Racheengel, der mit blutrotem Lidschatten und in tiefschwarzer Kleidung einen unerbittlichen Plan verfolgt.

      Wer jetzt an „Kill Bill“ denkt, an eiskalte, stilsichere Rächerinnen, die spektakuläre Aktionen ausführen und eine Blutspur hinter sich herziehen, der liegt sicher nicht ganz falsch. Aber eben auch nicht ganz richtig. Denn Regisseur Park verzichtet anders als in „Old Boy“ darauf, aus dem Stoff ein Blutbad, eine reine Gewaltorgie zu machen. Vielmehr erzählt er auch die Geschichte einer Frau, die versucht, sich nach dem Gefängnisaufenthalt zu rekonstruieren und ihr Leben wieder ins Lot zu bringen. So ist es denn auch völlig unverständlich, wieso der Film unter dem Titel „Lady Vengeance“ ins Kino kommt, denn die originale „Sympathy for“ eben jenen Racheengel, das Mitfühlen- und Nachvollziehen-Können der Handlungsmotivation ist zentrales Element der erzählten Geschichte.

      Bereits zu Beginn des Films etabliert Park farblich wie inhaltlich die wichtigsten Elemente der nun folgenden zwei Stunden. Trockenes, unschuldiges Weiß, durch das sich immer wieder schwarze Elemente den Weg bahnen und Blut und Tränen rote Spuren hinterlassen, das ganze unterlegt mit klassischer Musik und von betörender Schönheit: eine große Rache-Symphonie. Und genau hier liegt das Problem: die Oberfläche ist perfekt, und dahinter? Erzählerisches Kuddelmuddel. Unzählige ehemalige Knastinsassinnen und jetzige Verbündete werden eingeführt, ohne für den Handlungsfortgang wirklich relevant zu sein; die zunächst individuelle Geschichte kriegt einen überraschenden Dreh ins Kollektive; Rückblenden unterbrechen den Rhythmus des Films und Kameramann Chung Chung-Hoon gestaltet die beiden Ebenen in völlig unterschiedlichen Stilen, eine agile Handkamera und natürliche Farben auf der einen, unbewegliche, glasklar und symmetrisch durchkomponierte Bilder auf der anderen Seite. Heraus kommt ein Effekt-Kino mit Bildern voller leerer Symbole, die nur selten auf eine tiefere Reflektion über das Sujet verweisen.

      Nur langsam wird entschlüsselt, was Geum-Ja dazu treibt, Rache nehmen zu wollen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei ihre Tochter, die zur Adoption freigegeben wurde, als die schöne Heldin ihre Haft antreteten musste. Nun lebt das Mädchen in Australien und versteht kein Wort koreanisch. Mutter und Tochter sind sich in allen Belangen fremd. Doch Geum-Ja will verhindern, dass die Tochter ihre Fehler wiederholt. Nicht immer gehen die Figur der Mutter und der Racheengel zusammen, sie scheinen wie zwei autonome Persönlichkeiten. Ist Geum-Ja Rächerin, dann bleibt nichts von ihrer Sanftheit und Verletzlichkeit, ist sie Mutter bleibt ihr Zorn völlig außen vor.

      Park Chan-Wook scheint so auf die visuelle Wirkung von „Lady Venegeance“ bedacht, dass der Fortgang der Handlung oft zweitrangig bleibt. Die Anhäufung von christlichen und anderen Symbolen, von optischen Nervenkitzeln und überbordenden Farborgien auch mit Inhalt zu füllen gelingt dabei nicht immer. So betrachtet er das komplexe Zusammenspiel von Schuld, Sühne und Rache ohne besonderen Tiefgang.

      Fazit: Ein Kino der Oberfläche – die sieht allerdings ziemlich perfekt aus, so dass der Film visuell ein absolutes Highlight ist.
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    2. Lady Vengeance: Eine Frau sieht rot in Park Chan-wooks faszinierendem Abschluss seiner Rache-Trilogie (nach "Sympathy for Mr. Vengeance" und "Oldboy").

      Eine Frau sieht rot in Park Chan-wooks faszinierendem Abschluss seiner Rache-Trilogie (nach „Sympathy for Mr. Vengeance“ und „Oldboy“). Seine bizarre Story und ebenso bizarre Heldin präsentiert der koreanische Filmemacher in ausgefeilter Optik.

      Die Rache-Geschichte zerfällt in zwei Hälften und wird von der Titelfigur im zweiten Teil überraschend auf weitere Rächer-Figuren ausgeweitet. Dabei kommt trotz des englischen Titels „Sympathy for Lady Vengeance“ nur wenig Sympathie und Mitleid für die Lady (Yeong-ae Lee aus Park Chan-wooks erstem, international wahrgenommenen Drama „Joint Security Area„) auf, hat sie zwar ein engelhaftes, warmherziges Auftreten und Äußeres, handelt und plant sie aber eiskalt. Im Gefängnis, wo sie mehr als zehn Jahre schmorte für einen Kindermord, den sie nicht begangen hat, agierte sie als lammfromme, gute Samariterin (mit kleinen gewalttätigen Ausrutschern, um sich andere vom Leib zu halten, versteht sich), um frühzeitig entlassen zu werden. Fortan führt sie mit Hilfe mehrerer entlassener Mithäftlinge ihre Rache aus, und lässt sich eine edel-verschnörkelte Pistole anfertigen. So edel designt ist auch der visuelle Stil des Films und so verschnörkelt schreitet die Story voran, die Rückblenden und traumähnliche Sequenzen miteinander verwebt. Als Rächerin mit rot geschminkten Augen fällt die Titelheldin über die Verantwortlichen für ihren Gefängnisaufenthalt her. Dazwischen findet sie noch Zeit ihre in Australien lebende Tochter abzuholen. Wie die Mutter ist auch sie sehr eigen. Gerade bei den Szenen im Wohnzimmer der Pflegefamilie, aber auch in anderen Momenten kommt eine groteske, lakonische Komik zum Tragen. Oft gefriert das Schmunzeln jedoch zum Schockmoment. Denn in „Lady Vengeance“ wird zwar nicht so viel Blut vergossen wie in den beiden Vorgängerfilmen, doch für europäische Verhältnisse auch nicht damit gespart - gerade in der Kollektivrache-Szene am Schluss. So kontrastreich wie der Film zwischen düsterer Dramatik, Humor und Brutalität schwankt, so viel Kontrast zum Inhalt bietet die ruhige, klassische Musik. Ein betörendes, verstörendes und ein bisschen rätselhaftes Filmerlebnis, verstärkt durch die wie ein Kunstwert komponierte Optik. hai.
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