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Lady Henderson präsentiert

Kinostart: 22.06.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Brit-Comedy über die erste Nacktrevue in Großbritannien.

London zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Anlässlich der Beerdigung ihres Mannes kehrt Lady Laura Henderson (Dame Judi Dench) aus dem kolonialen Exil zurück und denkt nicht daran, wie andere brave Oberklasse-Witwen das stattliche Erbe in Kuchen, Kaffeefahrten und Gigolos anzulegen. Stattdessen kauft sie zur allgemeinen Aufregung ein heruntergekommenes Theater im West End, engagiert den Impressario Vivian Van Damm (Bob Hoskins) als Manager und setzt - welch Skandal! - nackte Frauen auf die Tageskarte.

Stephen Frears

Obwohl der Zweite Weltkrieg Großbritannien ins Chaos gestürzt hat, hat Mrs. Henderson einen Plan. Sie ersteht ein heruntergekommenes Theater - und macht daraus eine Weltsensation: Sie sorgt dafür, dass im Windmill Theatre die erste Nacktrevue in Großbritannien über die Bühne geht. Die Show ist ein Erfolg - vor allem beim männlichen Publikum.

Kaum dass Lady Laura Henderson ihren schwerreichen Gatten zu Grabe getragen hat, kauft sie das leer stehende Windmill-Theater im Herzen Sohos. Als Manager heuert sie den jüdischen Impresario Vivian Van Damm an, einen Dickschädel und Streithahn wie sie, der aber zumindest gleich eine zündende Idee mitbringt: flott-freche Musicals rund um die Uhr! Als postwendend alle umliegenden Bühnen sein „Revuedeville“-Konzept kopieren und die Einnahmen drastisch sinken, müssen neue Einfälle her: Wie wär’s mit einem Nackt-Variété?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Stephen Frears’ „Mrs. Henderson präsentiert” erzählt die wahre Geschichte des Londoner Windmill Theatre. Vom Elan, Witz und der genauen Beobachtung in „Mein wunderbarer Waschsalon“ hat sich der viel beachtete Regisseur hier aber weit entfernt. Zu viele gute Absichten lassen den Film ungefähr ab der Mitte ins Pflichtschuldige abrutschen. Da helfen auch die frechen Sprüche der alten Lady und ihre Hassliebe zu Van Damm nicht mehr aus der spaßtötenden Durchhalte-Thematik: Wir Briten tanzen weiter, auch wenn die Bomben fallen!

      Der erste Teil der Geschichte ist jedoch als interessante Komödie inszeniert: Die angesehene Society-Dame hat ein loses Mundwerk, das sogar den Theaterregisseur schockiert und vor schwere Prüfungen stellt. Bob Hoskins spielt diesen Vivian Van Damm als energischen, humorvollen Mann, der sich der weiblichen Dampfwalze mutig entgegenstellt. Dass die beiden sich wortreich aneinander reiben und die Lady ihre Fühler sogar in Richtung Beziehung ausstreckt, macht neugierig auf den weiteren Verlauf. Die gemäldeartigen Nackt-Arrangements auf der Bühne und ihre Wirkung auf das Upper-Class-Publikum entfalten Glamour. Frears zeigt sehr witzig, dass die alte Dame mit der besten Freundin am Telefon nicht nur Artigkeiten austauscht. Oder dass sich die Society-Ladies, von den Herren ganz zu schweigen, für körperliche Freizügigkeit erwärmen können.

      Doch dann beginnt mit den Luftangriffen eine vollkommen andere Geschichte: Mrs. Henderson wird zur Soldatenmutter hochstilisiert, die vom Dach auf das brennende London schaut. Die dafür sorgt, dass auch jedes Revuemädchen mit den jungen Soldaten nach der Show ausgeht, denn wer weiß, ob die aus dem Krieg zurückkommen werden. Dieser Teil beginnt noch spritzig mit der Revue-Nummer „Babies of the Blitz“, driftet dann aber in ein Pathos, das an die Stehpflicht während der Nationalhymne erinnert.

      Der Stil ist in braunstichiger Nostalgie gehalten, optisch sehr ansprechend zwischen Luxus, Show und Backstage-Atmosphäre pendelnd. Judi Dench spielt die Mrs. Henderson als scharfzüngiges Energiebündel, das wesentlich liberaler denkt und handelt, als ihre Klasse, ihr Alter und ihre Zeit erwarten ließen. Bob Hoskins als Van Damm ist im ersten Teil sympathisch, im zweiten erliegt er auch dem Zwang der guten Absicht. Hier ist er mehr der Produzent als der Schauspieler.

      Fazit: Die Komödie über die ersten Londoner Nacktrevuen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs beginnt spritzig, um in bravem Patriotismus zu versanden.
    2. Lady Henderson präsentiert: Brit-Comedy über die erste Nacktrevue in Großbritannien.

      Judi Dench glänzt als spitzzüngige Chefin des legendären Windmill-Theaters und schockiert das prüde London während des Zweiten Weltkrieges mit einem Nackt-Variété.

      Von diskreter Trauer hält Lady H nach dem Tod ihres Mannes nichts. Die muntere Witwe will ihre Ersparnisse aus Indien investieren und sich keinesfalls in der feinen, aber stockkonservativen Gesellschaft langweilen. Kurzentschlossen kauft sie das heruntergewirtschaftete Theater in der Great Windmill Street und entscheidet sich ohne einen blassen Schimmer vom Kulturgeschäft, dem Gemäuer wieder Leben einzuhauchen. Dazu engagiert sie den arbeitslosen Vivian Van Damm, der das Etablissement als Impresario mit flotten Musicals auf Vordermann bringen soll. Die ersten Kritiken sind voll des Lobes, das Publikum begeistert. Bis die Konkurrenz das Erfolgsrezept kopiert und das Geld knapp wird. Für Lady H kein Grund, aufzugeben. Sie entwickelt eine brillante Idee - erstmals stehen in Old England nackte Damen auf der Bühne. Geschickt lässt sie ihre Beziehungen spielen und überzeugt sogar Lord Chamberlain vom künstlerischen Wert der Darstellung. Der Kniff: Die nackten Tänzerinnen dürfen sich nicht bewegen und entsprechen so nackten Skulpturen in Kunstgalerien. Während um den Piccadilly herum Restaurants, Pubs und Theater im Bombenhagel des „Blitz-Krieges“ schließen, gehen die Vorführungen im Keller gelegenen Windmill-Theater weiter, ein Treffpunkt vor allem für Soldaten im Heimaturlaub.

      Stephen Frears setzt der 1944 gestorbenen Laura Henderson, die ihr Theater Van Damm vermachte, ein Denkmal und fokussiert sich dabei auf die Hass-Liebe zwischen den beiden dickköpfigen Streithähnen, lässt keine noch so kleine Süffisanz aus. Was mehr zählt, Freundschaft oder Businessbeziehung, scheint das Duo selbst nicht zu wissen. Wie Judi Dench mit allen Finessen ihren Partner Bob Hoskins („very british“) aus der Reserve lockt, entpuppt sich als Feuerwerk an trefflichem Witz. Die Geschichte des Windmill-Theaters, Inspiration für das Rita Hayworth-Musical „Tonight And Every Night“, ist auch die Geschichte einer Frau, die sich im Künstler-Milieu durchsetzte mit gesundem Menschenverstand, manchmal fast rüdem Charme und dominanter Mütterlichkeit . Der Zweck heiligte eben die Mittel, schließlich hielt der Tanz auf dem Vulkan die Moral der Truppen hoch. Noch Jahrzehnte später schmückte sich die Bühne mit dem Gütesiegel „We never closed“. Ein wenig nostalgisch und im besten Sinne altmodisch gibt sich „Lady Henderson präsentiert“, aber keineswegs verstaubt. Und das Motto kann nicht moderner sein, „the show must go on“. mk.
    3. „Wertvoll”

        Stephen Frears hat in seinem neuen Film eine wahre Geschichte als Ausgangspunkt gewählt: Das „Windmill Theatre“ im Londoner West End war in den Kriegsjahren die letzte Bastion des Theaters in London, das unter Luftangriffen schwer zu leiden hatte. Alle anderen Theater mussten geschlossen werden - nur das Windmill durfte weiter spielen. Im Mittelpunkt aber steht nicht nur die Geschichte dieses Variétes mit seinen Höhen und Tiefen, sondern vor allem die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der Besitzerin des Theaters, Laura Henderson, die als reiche Witwe sich den Luxus eines eigenen Theaters gönnte, und ihrem Impressario, Vivian Van Damm.

        Die Beziehung dieser beiden schwierigen, exzentrischen, eigenwilligen und zugleich auch anrührend idealistischen Menschen ist der Stoff, aus dem Frears Funken schlägt.

        Liebenswert altmodisch inszeniert, schwelgt die Handlung in eindrucksvollen Bildern von englischen Landschaften, von Londoner Events und vor allem von den Kulissen und Inszenierungen im Windmill, in denen erstmals in der englischen Theatergeschichte unbekleidete Damen auftraten, die sich aber anders als in ähnlichen Pariser Theatern nicht bewegen durften, um nicht der strengen Zensur anheim zu fallen. Das Theater wurde so nicht nur eine letzte Festung der Kunst im kriegserschütterten London, sondern auch im übertragenen Sinn zum Schutzraum für Menschen, die hier, da Zuschauerraum und Bühne unter der Erde liegen, auch bei Bombenangriffen überleben konnten.

        Neben den vielen eindrucksvollen Bildern und zahlreichen liebevoll inszenierten Details aber lebt diese Geschichte vor allem durch ihre Dialoge, ihren Wortwitz und ihre Emotionen, ganz zu schweigen von den großartigen Schauspielern, von denen hier nur Judi Dench als Laura Henderson und Bob Hoskins als Van Damm genannt sein sollen.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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