Labor Day

  1. Ø 4
   2013
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Labor Day Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Labor Day: Sorgfältige und hochemotionale Verfilmung des Bestsellers von Joyce Maynard, in dem sich Kate Winslet als einsame Mutter auf eine Romanze mit einem entflohenen Häftling (Josh Brolin) einlässt.

Bei einem ihrer seltenen Besuche im Supermarkt werden Adele und ihr 13-jähriger Sohn Henry von einem Fremden angesprochen. Zögernd nehmen sie den verletzten Mann – Frank – zu sich nach Hause, der sich als entflohener Sträfling entpuppt. Bei Adele will er neue Kraft für die Flucht schöpfen. In wenigen Tagen kommen sich der Flüchtling und die einsame Frau in der Hitze des Spätsommers näher, knüpft er auch väterliche Bande mit Henry. Obwohl sie wissen, dass die Polizei nach Frank sucht, fassen sie einen verrückten Entschluss.

Solomutter Adele und ihr 13-jähriger Sohn nehmen einen geflohenen Sträfling bei sich auf – mit ungeahnten Folgen. Kate Winslet und Josh Brolin liefern Großes in diesem ungewohnt ironiefreien Liebesdrama von Jason Reitman.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein entflohener Mörder und eine depressive Mutter werden im Liebesdrama "Labor Day" zum hoffnungslos romantischen Paar. Der Film von Regisseur Jason Reitman ("Juno", "Up in the Air") basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Maynard, der auf Deutsch unter dem Titel "Der Duft des Sommers" erschienen ist. Der ruhige, langsame Erzählfluss des Films spiegelt die melancholische Trägheit des Spätsommers an diesem Labor-Day-Wochenende, das drei einsamen Menschen ein wenig Familienglück beschert. Dank der sensiblen Inszenierung und einer beeindruckenden Kate Winslet entwickelt sich der schnulzige Stoff im Lauf der Geschichte vorteilhaft.

    Adele und Frank sind zwei Gestrandete. Die Ausbruchsstory dient wie schon im Roman nur als Vorwand, um den Mann einzuführen, der im Haus der Mutter und ihres überforderten Jungen fehlt. Zuerst fesselt Frank Adele an den Stuhl und füttert sie, später schlingt er seine muskulösen Arme fest um sie: Das ist für die Depressive eine Art Geborgenheitstherapie. Aber auch Henry war ein Gestrandeter: Sein Vater, den er nur an Sonntagen sieht, ließ ihn allein mit der traurigen Mutter zurück. Jetzt bemerkt er mit Erleichterung ganz neue Seiten an Adele. Reitman hat einen guten Blick für die dezente Neugier, mit der sich der Teenager für die Leidenschaft zwischen Mann und Frau interessiert, deren Zeuge er wird.

    Der holzschnittartige Aufbau der Geschichte mit ihrem gezielten Widerspruch zwischen Not und Harmonie legt dem Film ein steifes Korsett an. Die Charaktere haben Probleme damit, einen glaubwürdigen Standpunkt zu finden. Frank zum Beispiel beginnt viel zu rasch und unvermittelt, sich im Haus nützlich zu machen und für Adele und Henry zu sorgen – anstatt schnellstmöglich wieder das Weite zu suchen. So wirkt der Film in der ersten Hälfte ziemlich gewollt und auch nicht wirklich spannend. Aber je mehr man dann in Rückblenden über die Hintergründe von Adele und Frank erfährt, desto verständlicher wirkt ihre Beziehung. Kate Winslet schafft es nicht zum ersten Mal, der Rolle einer belasteten Frau eine liebenswerte Natürlichkeit zu verleihen, in der auch Lösungswege aufscheinen.

    Fazit: Im Liebesdrama "Labor Day" ringen Romantik und Kitsch um die Oberhand, bevor der langsame Aufbau der Geschichte und der Charme von Kate Winslet ihre Reize entfalten.
  • Sorgfältige und hoch emotionale Romanverfilmung , in der sich eine Mutter auf eine Romanze mit einem entflohenen Häftling einlässt.

    Die Ironie war bislang die stärkste Waffe der Filme von Jason Reitman. Sie hat den nötigen Abstand geschaffen für Macher und Zuschauer, um die bittere Pille zu schlucken, die in Hits wie „Thank You For Smoking“, „Juno“, „Up in the Air“ und zuletzt „Young Adult“ humorvoll, augenzwinkernd und bissig verpackt wurde. Tatsächlich war das vermeintliche Markenzeichen aber tatsächlich eher ein Schutzschild, hinter dem sich der Regisseur bislang versteckt hat. Denn für seinen fünften Film lässt er ihn sinken: Ironische Distanz jedenfalls sucht man vergeblich in dieser Romanze aus der Feder von „To Die For“-Schriftstellerin Joyce Maynard, in der an einem brütend heißen Wochenende zwar viel Schweiß in die Augen der Protagonisten läuft, der Blick aber ganz aufrecht und die hochkochenden Gefühle so direkt und authentisch wie möglich rüberkommen sollen. Man fühlt sich an Clint Eastwoods „Die Brücken am Fluss“ erinnert oder an Nick Cassavetes‘ „Wie an einem einzigen Tag“, wenn Reitman mit höchster Einfühlsamkeit aus der Sicht eines 13-jährigen Jungen von der ungelenken Annäherung seiner alleinerziehenden Mutter an einen entflohenen Sträfling berichtet, der Mutter und Sohn in ihrem etwas heruntergekommenen Haus als Geiseln hält. Um die Heilung verletzter Seelen geht es, um das Knacken von Gefühlspanzern, und das mit dem Instrumentarium des Woman’s Weepies, bisweilen hart am Rande zum Kitsch, wenn man beim Kneten von Applepie-Teig zueinanderfindet, als wolle man den Geist von „Ghost“ anrufen. Aber dann ist man doch gefesselt vom Spiel von Kate Winslet und Josh Brolin und der clever verschachtelten Erzählung, in der es doch immer darum geht zu erforschen, was das Herz begehrt und der Himmel erlaubt. Manchmal ist das ein bisschen arg sirupsüß, aber für einen ersten Schritt in Richtung eines neuen Erwachsenseins als Filmemacher für Jason Reitman doch die goldrichtige Entscheidung. ts.

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