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La chispa de la vida

Filmhandlung und Hintergrund

Álex de la Iglesia beweist abermals, dass er zu den wichtigsten zeitgenössischen Regisseuren Spaniens gehört und sich auch im Bereich Mediensatire wohl fühlt.

Mit einem Werbespruch für Coca-Cola hat Roberto einmal seine Laufbahn begonnen. Inzwischen ist er arbeitslos, in seiner Exfirma lassen sich die ehemaligen Kollegen verleugnen. In seiner Verzweiflung will Roberto wenigstens das Hotel wiedersehen, in dem er seine glücklichen Flitterwochen verbracht hat. Doch das ist verschwunden, an selber Stelle haben Ausgrabungen ein Amphitheater zutage gefördert. Als Roberto bei der Eröffnung des antiken Schmuckstücks abstürzt, geht es plötzlich um Leben und Tod. Die Medien beginnen, sich für ihn zu interessieren.

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Kritikerrezensionen

    1. Für manche Journalisten stellt Regisseur Alex de la Iglesia mit seinem Film "La Chispa de la Vida" ("Der Funke des Lebens“) einen der Tiefpunkte in dem Programm der 62. Internationale Filmfestspiele Berlin dar - schon allein deshalb, weil sich der Spezialist des schwarzen, grotesken Humors Billy Wilders "Reporter des Satans" (1951) annahm und das Thema in die Gegenwart übersetzte. Bei der schwarzen Satire handelt es sich im Grunde schon um das zweite inoffizielle Remake des Journalismusklassikers. Auch Costa Gavras borgte sich für „Mad City“ die Ausgangssituation eines manipulierenden Nachrichtenjongleurs und seines naiven Objekts der Vermarktungs-Begierde. Es belegt, dass die scharfsichtige Medienschelte des Ex-Reporters Wilder nach wie vor aktuell ist, wenn man einmal von der Geschwindigkeit der Datenübertragung absieht: Sofort werden hier ebenso die obligatorischen Fotohandys gezückt.

      In der französisch-spanischen Variante "La Chispa de la Vida" kommen Jäger und Opfer in einer Person zusammen, denn der schwer verletzte Werbeprofi sieht sich in der Lage, sein eigenes Leiden selbst zu vermarkten, um seiner Familie ein lukratives Einkommen verschaffen und wieder zu den „Global Player“ gehören zu können. Wilders Originaltitel „Ace in the Hole“ (alternativ „The Big Carnival“) nahmen de la Iglesia und Autor Randy Feldman wörtlich. Der lebensbedrohliche Sturz ins Verderben, der Roberto den „Hauch des Lebens“ entgültig zu entziehen vermag, bringt ihn endlich wieder mit seinen arroganten Ex-Kollegen zusammen. Allerdings greift de la Iglesia gelegentlich bei der Charakterisierung der eitlen Strippenzieher an der Medienmachtzentrale zu bewährten Stereotypen, wie etwa der feiste Mogul mit seinen jungen Gespielinnen in Reichweite nicht fehlen darf.

      Bevor er, auf eine Stange gespießt wie ein Schmetterling hinter Glas, als Futter für eine tränenreiche Schicksalsstory herhalten muss, erkennt Roberto, dass im schnelllebigen Publicity-Geschäft einstige Verdienste nichts zählen. Durch ein provisorisches Zelt vor den Augen der sensationsheischenden Öffentlichkeit abgeschirmt, entwickelt sich der „große Karneval“ rund um den pittoresken Unglücksort, wobei die historische Stätte bewusst gewählt wurde. Längst spielen sich Gladiatorenduelle und theatralische Grabenkämpfe allerdings auf den Ebenen von Geld und Macht ab.

      Gegen Ende greift de la Iglesia zu melodramatischen Einlagen, wenn sich Robertos Familie wie die sorgende Ehefrau Luisa und sein Gothik-Sohn, der mit seiner Leder- und Nietenmontur wie aus einer anderen Welt entsprungen wirkt, wieder vereinen. Solche grotesken Situationen können aus Dauer nicht über dramaturgische Längen hinweg täuschen. Während der Beginn mit der verzweifelten Arbeitssuche des einst angesagten Werbetexters noch flott und temporeich inszeniert ist, tritt die Handlung in der zweiten Hälfte trotz des sarkastischen Witzes und kritischer Fragen um Menschwürde im Medienzirkus gelegentlich auf der Stelle. Sieht man einmal von der makaberen Ausgangssituation ab, hält sich Alex de la Iglesia dieses Mal optisch eher zurück, doch die Melodramatik schadet eher dem satirischen Unterton.

      Fazit: In Alex de la Iglesias "La Chispa de la Vida" ist die streckenweise sarkastische Satire um die Eigendynamik der Medienmaschinerie nicht frei von Längen und Sentimentalitäten.
    2. La chispa de la vida: Álex de la Iglesia beweist abermals, dass er zu den wichtigsten zeitgenössischen Regisseuren Spaniens gehört und sich auch im Bereich Mediensatire wohl fühlt.

      Hat sich Alejandro (Álex) de la Iglesia (Mendoza) zuletzt bei „Mad Circus - Eine Ballade von Leben und Tod“ mit der jüngsten Vergangenheit Spaniens auseinandergesetzt, richtet er hier sein Augenmerk auf die moderne Mediengesellschaft. In seiner bitterbösen Satire erforscht er, was ein menschliches Leben heute Wert ist. Iglesia, neben Pedro Almodóvar der wohl profilierteste Filmemacher der iberischen Halbinsel und bekannt für seine tiefschwarzen Thriller („Ein ferpektes Verbrechen“), beweist mit seiner sarkastisch-geistreichen Arbeit, dass er nicht nur als Genreregisseur sein Handwerk versteht.

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