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L.I.E. - Long Island Expressway

   Kinostart: 12.06.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Authentisch wirkendes Vorstadtporträt eines emotional und sexuell verunsicherten Teenagers, der sich der Herausforderung Leben stellt.

Der fünzehnjährige Howard (Paul Franklin Dano) fühlt sich von seinem allein erziehenden Vater missverstanden und vom vorhersehbaren Vorstadtleben gelangweilt. Umso mehr fasziniert ihn die örtliche Subkultur, in die er dank seines Kumpels Gary (Billy Kay) Einblick erhält, ein Gelegenheitsstricher mit kriminellen Ambitionen. Ausgerechnet in dem undurchsichtigen Ex-Marine Big John (Brian Cox aus „The Ring„), einem Kinderfreund, den man eigentlich berauben wollte, findet Howard ein lang vermisstes Leitbild.

Auf das Terrain eines Larry Clark oder Todd Solondz begibt sich Regisseur Michael Cuestas in seinem Kinoerstling zwischen Coming-of-Age-Drama und authentisch anmutender Milieustudie.

Von seiner verstorbenen Mutter fühlt sich Teenager Howie verlassen, von seinem Vater missverstanden, von seinem Vorstadtleben gelangweilt. Magisch angezogen aber wird er von Freund Gary, der seinen Körper für Geld verkauft. Auch an den Ex-Marine Big John, der Gary nur benutzte, in Howie aber eine Seele entdeckt, die er verführen, vielleicht aber auch retten möchte.

Der 15-jährige Howie lebt in einer tristen Vorstadt irgendwo in Amerika. Seine Mutter hat er bei einem Autounfall verloren. Von seinem überforderten Vater, der auch noch in schmutzige Geschäfte verwickelt ist, fühlt er sich missverstanden. Dafür wird er von Freund Gary, der seinen Körper für Geld verkauft, magisch angezogen. Als Howie von dem pädophilen Ex-Marine Big John nach einem Einbruch erpresst wird, ändert sich sein Leben radikal. Doch zum Glück erkennt Big John in ihm einen Menschen, den er retten und nicht brechen will.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • L.I.E. - Long Island Expressway: Authentisch wirkendes Vorstadtporträt eines emotional und sexuell verunsicherten Teenagers, der sich der Herausforderung Leben stellt.

    Das Kinodebüt von Werbefilmer Michael Cuesta erweist sich den Empfehlungen amerikanischer Kritikervereinigungen und internationaler Festivaljurys würdig. Liebhaber anspruchsvoller Angebote des US-Independentkinos, von Larry Clark („Kids“) bis hin zu Todd Solondz („Happiness“), wird dieser Spielfilmerstling nicht enttäuschen. Souverän und selbstsicher inszeniert, erzählt er von der emotionalen und sexuellen Orientierungssuche eines 15-Jährigen, der sich den hereinbrechenden Katastrophen seines noch jungen Lebens allein stellen muss.

    Dass ausgerechnet ein älterer Ex-Marine mit zwanghafter Neigung zur Verführung oft noch minderjähriger junger Männer sich ihm als väterlicher Freund anbietet, mündet in eine glänzend gemeisterte Gratwanderung zwischen Verachtung, Verwirrung und Spurenelementen von Sympathie. Brian Cox, zuletzt in „The Ring“ von der eigenen Tochter in den Freitod gequält, bewegt sich meisterlich in der explosiven Grauzone zwischen Mensch und Monstrum. Cuesta und sein Koautor Steve Ryder lassen keine Zweifel daran, dass Big John (Cox) skrupellos verführt, manipuliert und pädophile Tabubereiche tangiert. Dämonisiert wird diese Figur dennoch nicht, sondern ihr mit Selbsterkenntnis der Fragwürdigkeit des eigenen Handelns ein menschliches Gesicht gegeben. Trotzdem verliert man als Zuschauer nie das Unbehagen, mit dem der Film ohne platte Standpunktbeziehung provokativ spielt.

    Zu Beginn erinnert manches an die milieustarken, um Authentizität bemühten Teen-Porträts Larry Clarks, wenn der 15-jährige Protagonist Howie (exzellent: Paul Franklin Dano) mit dem jungen Stricher Gary und zwei pubertierenden heterosexuellen Hormonsilos herumhängt. Im Unterschied zu Clark zeigt Cuesta aber auch biographischen Background, zeichnet Howies, in schmutzige Geschäfte verwickelten Vater überfordert von der Situation, den Sohn nach dem Unfalltod seiner Frau nun allein großziehen zu müssen. In wenigen, zärtlichen Bildern macht Cuesta den Verlust der Mutter auch bei Howie deutlich und skizziert seine Verunsicherung über die erotische Neugier, die er für Gary entwickelt. Der titelgebende Freeway wird zur Lebensmetapher des Teenagers, betont als Abkürzung aber auch die Lüge (L.I.E.), die ihn durch den Vater, aber auch Gary trifft. Durch den Verrat dieser Figuren driftet Howie in die Nähe Big Johns, der ihn nach einem Einbruch erpresst, in ihm dann aber einen Menschen erkennt, den er retten und nicht brechen will.

    Dank guter Kameraarbeit und einem atmosphärisch stimmigen, ungewöhnlichen Soundtrack merkt man dem Film sein geringes Budget genauso wenig an wie das Gewicht seiner Themen. „Long Island Expressway“ ist weder schwermütig noch sentimental, sondern sensibel und sogar humorvoll. kob.
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