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L.A. Confidential (1997) Film merken

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Filmhandlung und Hintergrund

L.A. Confidential: Neo-Noir Action-Puzzle, das ein komplexes Bild vom durch Korruption und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. entwirft.

Im Jahr 1953 in Los Angeles kommt der berüchtigte Mafiaboss Mickey Cohen (Paul Guilfoyle) wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis und seine Nachfolge wird unter seinen ehemaligen Lakaien und unzähligen Kriminellen aus dem ganzen Land heiß umkämpft. Doch irgendjemand räumt die potentiellen Kandidaten, die das große Geschäft mit Drogen, Pornographie und Prostitution machen wollen, reihenweise aus dem Verkehr und schon bald zieht sich eine blutige Spur durch die Unterwelt Hollywoods. Zur Weihnachtszeit werden im Nite Owl Cafe sechs Menschen brutal ermordet, darunter auch der vor kurzem suspendierte Ex-Cop Dick Stensland (Graham Beckel), weswegen der Fall für seinen alten Partner Bud White (Russel Crowe) zu einem persönlichen Feldzug wird. Auf den ersten Blick ist White ein einfältiger Schlägertyp, aber die Fassade täuscht. Auch der ehrgeizige Lt. Edmund Exley (Guy Pearce), der stets überkorrekt und streng nach Vorschrift handelt und White kaum unähnlicher sein könnte, arbeitet an dem Fall. Von der Aufklärung des Night-Owl-Massakers, wie die Presse den Vorfall reißerisch betitelt, erhofft er sich einen schnellen Aufstieg beim Morddezernat von Los Angeles. Jack Vincennes (Kevin Spacey), der eigentlich für das Drogendezernat arbeitet, wird ebenfalls in den Fall verwickelt. Die drei gegensätzlichen Ermittler haben nicht viel füreinander übrig und machen sich jeder auf eigene Faust an die Untersuchungen. White hat eines der Opfer wiedererkannt, das er kurz vor dem Anschlag noch quicklebendig in Begleitung des anrüchigen Pierce Patchett (David Strathairn) gesehen hat. Patchett ist der Betreiber des Fleur-de-Lis, ein Call-Service, der sich auf Mädchen spezialisiert hat, die wie berühmte Schauspiel-Diven aussehen. Von der attraktiven Edelprostituierten Lynn Bracken (Kim Basinger), einem Double von Veronica Lake, erhofft er sich mehr Informationen, doch stattdessen lässt er sich von der undurchschaubaren Femme Fatale den Kopf verdrehen und muss erkennen, dass der mysteriöse Fall weitere Kreise zieht, als er zu  Beginn gedacht hat...

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Lange galt es als unmöglich, James Ellroys komplexes Roman-Quartett über die Schattenseiten und dunklen Obessionen der Glitzermetropole Los Angeles in den fünfziger Jahren zu verfilmen. Als zu labyrinthartig-verzweigt galten die zahllosen Handlungsstränge, als zu extrem die paranoiden Gewaltvisionen dieser erschütternden Crime-noir-Ritte durch menschliche Höllen und Abgründe. Mit dem atemberaubendsten Kinofilm, der in Cannes im Wettbewerb zu finden war, ist Curtis Hanson das Kunststück gelungen, die Essenz Ellroys auf Zelluloid zu bannen: ein gewaltiger Kraftakt, in dem sich Fiktion und Realität zu dem besten chandleresken Krimi seit “Chinatown” bündeln.

    Fernab der Konventionen des Mainstreams und mit einem wachsamen Auge auf Ton, Stil, Charakterisierung und Ausstattung des Kinos der Ära stürzt Hanson den Zuschauer in das Los Angeles der Nachkriegsjahre, ein brodelnder Schmelztiegel, in dem Korruption, Verbrechen, Mord und Intrigen an der Tagesordnung sind. Im atemberaubenden Zickzack-Kurs ermitteln die drei Antihelden dieser kompromißlosen Actionballade in einem spektakulären Mordfall, der immer größere Kreise zieht und auch vor hochgestellten Persönlichkeiten keinen Halt macht.

    Aufregend originalgetreu hält sich der Regisseur, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Helgeland verfaßte, an Ellroys Romanvorlage “Stadt der Teufel”. Dessen blitzschneller, rudimentärer Maschinengewehrstil findet seine Entsprechung in dem rasenden Schnitt und den immer auf den Punkt hervorgebellten Dialogen. Wie Ellroy benutzt auch Hanson reale Ereignisse und Personen aus den Annalen der Stadt, um das Koordinatennetz zu schaffen, in denen die Figuren um Ruhm, Reichtum, Macht, Einfluß und – im besten aller Fälle – Erlösung ringen. Hier sind es Verbrecherkönig Mickey Cohen und seine rechte Hand Johnny Stompanato und der Bezirksanwalt Ellis Loew, ein Übergriff der Polizei gegen mexikanische Untersuchungshäftlinge und das Massaker vom Nite Owl Coffee Shop, die als Ausgangs- und Orientierungspunkt dienen in einer Geschichte, die sich immer weiter verzweigt und noch weiter kompliziert wird, indem sie im ständigen Wechsel aus drei Perspektiven erzählt wird. Dank des klug strukturierten Buchs verliert man dennoch nie den Überblick, egal, wie schnell sich die Dinge entwickeln.

    Drei gefallene Engel der LAPD stehen im Mittelpunkt von “L.A. Confidential”, und in stets neuen Kombinationen kreuzen sich ihre Wege, bis ihre jeweiligen Schicksale nicht mehr zu trennen sind: Jack Vincennes (Kevin Spacey im coolen Dean-Martin-Outfit) ist ein ausgebrannter, abgebrühter Veteran, der seine Sucht nach Aufmerksamkeit als Berater einer TV-Copshow stillt und Informationen unter der Hand an das Skandalblatt “Hush-Hush” verkauft, Ed Exley ein aalglatter Streber, der dem Erbe seines berühmten Vaters gerecht werden will und sich auch gegen die Loyalitätscodes seiner Kollegen wendet, wenn es seiner Karriere hilft, und Bud White ein brutaler und nicht allzu gewiefter Schläger, der vor allem dann rot sieht, wenn Frauen Gewalt angetan wird. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, daß sie alle von den Dämonen ihrer Vergangenheit gejagt werden. Jeder einzelne wird sich ihnen im Verlauf der Handlung stellen müssen – mit verblüffenden Ergebnissen…

    In einem Besetzungscoup, den man als genial bezeichnen muß, übertrugen Hanson und sein Produzent Arnon Milchan zwei der Hauptrollen den relativ unbekannten australischen Darstellern Russell Crowe und Guy Pearce, denen man als Zuschauer völlig unbefangen entgegentritt. Nur zögernd will man mit diesen anfangs brüsk und negativ dargestellten Hardboiled-Cops sympathisieren. Wenn die einzige Identifikationsfigur nach zwei Dritteln in einer schockierenden Szene eliminiert wird, ist man gezwungen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Kein Zuschauer wird es bereuen, mit diesen beiden Desperados durch ein Fegefeuer geschickt zu werden, das vom lange überfälligen Comeback des Polizeifilms zeugt. In weiteren Rollen agieren James Cromwell als väterlicher Police-Officer, Danny DeVito als wieselhafter Klatschreporter, Kim Basinger als Edelprostituierte und David Strathairn als Millionär mit ausgefallenen Vorlieben. Sie sind ebenso gut wie das Topteam hinter der Kamera. Gemeinsam haben sie einen meisterlichen Policier geschaffen, der am Ende des Jahres zu den Klassenbesten gehören wird. ts.

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