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Fakten und Hintergründe zum Film "Kurzer Prozess - Righteous Kill"

Kino.de Redaktion |

Kurzer Prozess - Righteous Kill Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

Robert De Niro und Al Pacino faszinieren schon seit Jahren ein weltweites Kinopublikum. Die für ihre Intensität und unvergesslichen Performances in einigen der härtesten urbanen Dramen der letzten 30 Jahre bekannten Oscargewinner, haben aber bislang nur wenige Minuten zusammen vor der Kamera gestanden. KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL ist der erste Film, in dem das Publikum sie in fast jeder Szene zusammen sehen kann. „Wenn man dir sagt, du sollst bei einem Film mit Al Pacino und Robert De Niro mitarbeiten, fällt es sehr schwer Nein zu sagen“, erklärt Produzent Rob Cowan. “Diese beiden Männer sind Ikonen. Ich glaube, das hatte für alle etwas Magisches und hat viele Leute an dem Projekt gereizt. Es war sicherlich großartig, beide auf dem Set zu beobachten.“

Randall Emmett, Vorstand von Emmet/Furla Films und einer der Produzenten, hatte schon lange nach einem Projekt für Robert De Niro gesucht. „Als Avi Lerner und ich dieses Drehbuch auf den Tisch bekamen, wussten wir gleich dass es perfekt für ihn war. Er mochte es – und nun mussten wir einen Schritt zurück machen, weil wir noch keinen Regisseur hatten. Der erste Name, der uns einfiel, war Jon Avnet; ein Regisseur mit dem wir schon gearbeitet hatten und den wir respektieren.“ Lerner, Vorstand von Millennium/Nu Image Films und Produzent von über 200 Filmen, unter ihnen Black Dahlia (The Black Dahlia, 2006) und John Rambo (Rambo, 2008), war von Avnets Arbeitsweise beeindruckt: „Ich mag seine Effizienz. Ich mag es, dass er ein Regisseur und Produzent aus der Indie-Welt ist und versteht, wie wir arbeiten. Und er ist sehr, sehr einfühlsam. Er weiß, wie man die Beziehung zwischen Charakteren darstellt.“

Auch Regieveteran und Produzent Jon Avnet war überglücklich, mit De Niro – der zwei Oscars gewonnen hat und für vier weitere nominiert wurde – arbeiten zu können. Avnet flog nach New York, um dort De Niro zu treffen und sich mit ihm über das Drehbuch zu unterhalten. Als das Gespräch auf die Besetzung kam, war es De Niro, der Al Pacino für die Rolle seines Partners vorschlug. „Al und ich hatten in Der Pate 2 überhaupt keine einzige Szene zusammen“, erzählt De Niro. Als wir vor 13, 14 Jahren zusammen Heat drehten, hat das großen Spaß gemacht, aber hier hatten wir auch nur ein paar Minuten zusammen auf der Leinwand. Als ich Al vorschlug, hat Jon sofort reagiert.“ „Bob schlug vor, dass ich die Rolle spiele“, erinnert sich Pacino. „Ich habe dann das Drehbuch gelesen und dachte, dass dies eine gute Möglichkeit sei, mit Bob zu arbeiten – in einer Rolle, die zu mir passt.“

Über die Zusammenarbeit mit seinem alten Freund und Kollegen sagt De Niro: „Wenn man sich so lange kennt, wie wir beide das tun, kann man viel aus der Vergangenheit hervorziehen. Und selbst wenn es nur subtile, fast nicht wahrzunehmende Dinge sind, ist es so intim und angenehm – weil wir uns so lange kennen – dass sehr interessante Szenen zustande kommen. Bob und ich kommen gut miteinander klar – das war schon immer so“, fügt Pacino hinzu. „Wir vertrauen einander – und das schadet nie.“

Alle Beteiligten wussten sofort, dass es sich bei KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL um eine Chance handelte, die man im Leben nur einmal hat. „Nachdem sie beide zugesagt hatten, waren wir uns auch einer großen Verantwortung bewusst“, sagt Emmett. „Dies sind zwei legendäre Männer, die weltweit als die größten Schauspieler aller Zeiten angesehen werden. Nun mussten wir den Film auch machen.“

Drehbuchautor Russell Gewirtz hätte sich nie erträumt, dass zwei von Hollywoods angesehensten Schauspielern in seinem zweiten Film mitspielen würden. „Wenn ich schreibe, denke ich nicht an Schauspieler“, erklärt er. „Meine Charaktere haben keine Gesichter. Sie sind keine Schauspieler. Sie sind einfach sie selbst. In diesem Fall war es mir nur wichtig, dass sie ein gutes Gleichgewicht darstellen. Man muss an die Beziehung zwischen den beiden glauben, einer Art Bruderschaft. Und dafür kann ich mir keine bessere Kombination als diese beiden Schauspieler vorstellen.“

Gewirtz erregte schon mit seinem Filmdebüt Inside Man (2006) – einem brillant strukturierten Thriller über einen Banküberfall, der vom American Film Institute als einer der besten Filme des Jahres benannt wurde – große Aufmerksamkeit. „Nachdem ich Inside Man geschrieben hatte, kam mir diese Idee für einen Polizistenthriller“, erzählt er. „Aber nachdem ich fertig war, dauerte es eine ganze Zeit, bis etwas passierte. Das Drehbuch wurde nicht an alle großen Studios geschickt. Ich konnte mir nun nicht das Haus kaufen, auf das ich ein Auge geworfen hatte. Und ich merkte, was es heißt, wenn man versucht, einen Film in Hollywood produziert zu bekommen. Nachdem Inside Man ein Hit war und die dadurch entstandene Anerkennung dem Drehbuch den Weg zu Jon Avnet und Robert De Niro ebnete, hatten wir einen Film. Dann kam Al Pacino dazu und wir hatten ein Event.“

Wie Inside Man, ist auch KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL voll von komplizierten Charakteren, knackigen Dialogen und unerwarteten Wendungen, die den Publikumserwartungen wiedersprechen. Um dies zu bewerkstelligen, begann Gewirtz am Ende der Geschichte und arbeitete sich zum Anfang vor: „Erst habe ich mir die unerwartete Wendung ausgedacht. Wenn ich ein Drehbuch wie dieses schreibe, suche ich nach dem einen Moment – meist gegen Ende des Films – nach dem sich Leute fragen: ‚Was habe ich da gerade gesehen? Ich muss das gleich noch einmal anschauen.‘ Dieses Gefühl hatte ich, bei Die üblichen Verdächtigen (The Usual Suspects, 1995) und es hat mich inspiriert. Ab dem Punkt habe ich gedacht: Ich wünschte, ich könnte das auch.“

In der Welt von KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL, ist nichts so, wie es scheint, erklärt Avnet. „Die Erzählweise ist ungewöhnlich. Im Mittelpunkt des Films steht ein faszinierendes Charakterdrama, das auf einer 30jährigen Freundschaft beruht. In diesem Drama beobachtet man genau genommen, wie sich die verschiedenen Schichten abschälen, bis nur noch der Kern der Charaktere da ist. Was sind ihre Geheimnisse? Was sind ihre wunden Punkte? Was sind ihre Eigenarten?“

Cowan glaubt, dass der Film in den USA und weltweit große Aufmerksamkeit erregen wird. „Wir haben zwei der größten Stars der Welt und ich glaube, die Leute werden sich ansehen wollen, was die hier machen. Außerdem ist es ein toller Polizeithriller und eine komplexe psychologische Geschichte. Der Film steuert unaufhaltsam auf seinen dritten Akt zu - und herauszufinden, wie die Person, in die du soviel Zeit investiert hast, wieder aus dieser Situation herauskommt, ist eine tolle Achterbahnfahrt.“

Produzent Randall Emmett fügt hinzu: „Das Publikum liebt das Unbekannte – und es will wissen, was passieren wird, bevor es passiert. Im Kino sind wir alle kleine Kinder: Wir sitzen da und versuchen herauszufinden, wie all dies enden wird. Hat er es getan? Wer hat’s getan? Das reizt uns an Thrillern.

KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL hat große dramatische Momente, tolle Charaktere und De Niro und Pacino“, erzählt der Produzent weiter. „Aber auch nachdem das Publikum das große Spektakel von zwei so begnadeten Schauspielern auf derselben Leinwand überwunden hat, wird ihnen der Film gefallen – er ist einfach so intensiv.“

Produktion: Die Besetzung

Nachdem De Niro und Pacino zugesagt hatten, wussten die Produzenten, dass sie eine tolle Besetzung zusammenbekommen würden – die Aufmerksamkeit, die dem Projekt zuteil wurde, überraschte sie aber dann doch. „Als wir mit dem Casting anfingen, war ganz Hollywood interessiert”, erzählt Produzentin Lati Grobman. „Jeder Agent in der Stadt rief uns an – aber wir wollten nur Schauspieler, die auch zum Film passten und haben so die perfekte Besetzung gefunden.”

Jon Avnet, der bereits mit einigen von Hollywoods größten Stars wie Robert Redford, Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Jessica Lange, Richard Gere und vielen anderen zusammengearbeitet hat, wird von den Schauspielern sehr geschätzt. „Ich liebe den Prozess des Schauspielens“, sagt Avnet. „Ich liebe es, eine Umgebung zu schaffen, in der Schauspieler sich frei entfalten können. Ich habe zunächst Nancy Klopper als Casterin angeheuert, mit der ich schon oft zusammengearbeitet habe. Sie war einfach großartig. Dann hörte ich meinen Schauspielern sehr genau zu und obwohl ich fast jede Kameraeinstellung sehr vorsichtig vorausplane, habe ich viel mehr Interesse daran, was die Schauspieler aus der Szene machen wollen, als an meinem Konzept. Ich bin das Sicherheitsnetz für die Darsteller. Ich will, dass sie auf ihren Markierungen stehen, ihren Schauspielkollegen in die Augen schauen und – wie James Cagney es so schön ausdrückte – dann die Wahrheit sagen.“

Avnets Teamgeist beeindruckte auch De Niro: „Er ist ein sehr respektvoller Regisseur“, sagt der Schauspieler, der selbst schon zwei hochgelobte Filme, The Good Shepherd - Der gute Hirte (The Good Shepherd, 2006) und In den Straßen der Bronx (A Bronx Tale, 1993), inszeniert hat. „Er wusste genau, was er von uns wollte und gab uns gleichzeitig ausreichend Raum, um kreativ sein zu können. Nur so kann man aus anderen Leuten das Beste herausholen.“ „Jon Avnet liebt Schauspieler“, sagt Pacino. „Das ist sehr hilfreich. Er steht dir zu 150 Prozent bei. Ich würde seinen Regiestil als schnell und wild bezeichnen, aber er weiß, was er tut.“

Neben De Niro und Pacino kann KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL mit einer bunt gefächerten Besetzung aufwarten, die Schauspielveteranen, Newcomer und einige unerwartete Gesichter, wie Curtis Jackson (alias 50 Cent) und Skateboard-Champion Rob Dyrdek enthält. “Ich behandele alle gleich“, sagt Avnet. „Donnie Wahlberg und John Leguizamo frage ich genauso häufig, ob sie neue Ideen haben, wie Al und Bob. Es passiert sehr oft, dass ich mit Schauspielern wieder und wieder zusammenarbeite.“

Carla Gugino spielt Karen Corelli, eine Polizistin von der Spurensuche, deren dunkles Privatleben ihre Arbeitsbeziehungen beeinträchtigt: „Sie ist bei der Arbeit eine solche Perfektionistin, dass sie eine Leidenschaft für rohen Sex entwickelt hat“, erzählt Gugino. „Ich habe mich gefragt, wie realistisch das sein kann und habe mich mit Leuten in ihrem Beruf unterhalten. Und mir wurde klar, dass eine Beziehung zwischen einem solchen Job und harten Sex vollkommen verständlich ist.“ Gugino bezeichnet sich selbst als „sehr hart“, sagt aber, dass sie noch nie etwas so Verstörendes gesehen hat, wie einige der echten Mordfotos, die sie sich als Vorbereitung auf die Rolle anschaute. „Die Bilder haben mir eine andere Perspektive ermöglicht“, sagt sie. „Wenn man mit einem solchen Horror tagtäglich konfrontiert wird, musst man einen Teil von sich abschalten und alles sehr klinisch betrachten.“

Die Schauspielerin war erst etwas bestürzt, dass alle ihre intimen Szenen auf die ersten zwei Drehtage gelegt wurden. „Diese zwei Tage waren sehr brutal – aber so ins kalte Wasser zu springen, hat mir die Schattenseiten meines Charakters nahegebracht.“ Ihre Schauspielkollegen bezeichnet sie als „eine außergewöhnliche Gruppe von Menschen. Al Pacino und Robert De Niro, das ist doch unglaublich.

Allein als ich sie das erste Mal zusammenstehen sah – wir machten einen Kameratest und sie redeten einfach nur. Es war toll, weil ihre Stimmen allein schon so bekannt sind. Sie in einer gemeinsamen Einstellung zu sehen war sehr sexy und beeindruckend.“ „Und dann waren da noch Brian Dennehy, John Leguizamo und Donnie Wahlberg”, fügt sie hinzu. „Ich will immer mit den besten Leuten arbeiten, weil die das Beste in dir herausbringen. Die Chance zu haben, mit all diesen Männern zu drehen… das war aufregend. Niemand konnte hier mittelmäßig sein: alle haben wirklich unter der eigenen Oberfläche gegraben.“

Tony Award Gewinner Brian Dennehy spielt Lieutenant Hingis, den Chef der Mordkommission. „Ich musste mich in den Film hineinkämpfen“, erzählt er. „Der größte Teil des Films ist ein darstellerisches Duell zwischen Al und Bob. Es war eine einmalige Chance, mit zwei Schauspielern von einem solchen Kaliber arbeiten zu können. Und deshalb wollte ich dabei sein. Al und ich arbeiten beide viel im Theater, so dass wir gleich verstehen, was der andere tun will. Und Bob war so freundlich und offen und ansprechbar. Ich hatte ihn über die Jahre hin zwar schon getroffen, aber noch nie mit ihm gearbeitet. Man ist schon ein wenig eingeschüchtert, wenn man mit zwei solchen Legenden konfrontiert wird.“

Über die Produktion sagt Dennehy, der ein großer Fan von Avnets hochgelobtem Drama Grüne Tomaten (Fried Green Tomatoes, 1992) ist: „Es war eine großartige Erfahrung. Bei diesem Film haben eine Menge Leute mitgearbeitet, die ihn für mich ganz besonders und einzigartig machen. Und das passiert leider nicht oft.“ Avnet hatte mit Dennehy schon am Broadway zusammengearbeitet, als er dort im letzten Jahr „Inherit the Wind“ produzierte. „Ich mag ihn als Schauspieler. Sein Background im Theater erlaubt es ihm, den Charakter sehr effizient darzustellen.“

Die Mordkommission wird durch Donnie Wahlberg und John Leguizamo als das Polizistenduo Reiley und Perez abgerundet – zwei aufstrebende junge Beamte, die mit den beiden älteren Kommissaren bei der Lösung des Falls konkurrieren. Wahlberg und Avnet freundeten sich während der Dreharbeiten zu der Serie „Boomtown“ an, in der Wahlberg eineHauptrolle spielte und die Avnet produzierte und inszenierte.

“Donnie ist sehr talentiert, kann gut improvisieren – aber auch gut dem Drehbuch folgen“, sagt Avnet. „Von ihm bekomme ich immer eine frische Performance. Viel von unserer Arbeit fand Monate vor dem Dreh statt.“ Wahlberg sagt, dass er für die Chance, mit Pacino und De Niro arbeiten zu können, sogar den Fußboden gewischt hätte. „Mit diesen Typen in den Ring steigen zu dürfen, war einfach großartig, viel besser, als ich je erwartet hätte“, sagt er. „Nervös war ich nur während der Softball-Szene. Ich war Pitcher und Jon sagte, ich solle schwer zu treffende Bälle werfen. Ich sagte ‚Kein Problem‘. Aber dann kommt Robert De Niro dran und plötzlich fällt mir ein: Wenn ich gut werfe, treffe ich Robert De Niro.

Wenn ich schlecht werfe, schreit mich Jon Avnet vor allen anderen an. Mir kam es so vor, als würde ich den Entscheidungsball in der World Series werfen. Was sollte ich tun? Ich lasse mich lieber von Jon Avnet anschreien, als Robert De Niro am Kopf zu verletzen, also habe ich sehr vorsichtig geworfen. Dann hörte ich Jon Avnet über das Megaphon: ‚Donnie, du Idiot! Wirf vernünftig.“

Wie so viele andere der beteiligten Darsteller, bezeichnet auch John Leguizamo den Film als einen Höhepunkt in seiner Karriere.“De Niro und Pacino waren wirklich immer meine Helden“, sagt der in New York geborene Schauspieler. „Als ich De Niro in Hexenkessel sah, dachte ich: ‚So gut werde ich nie sein. Niemand könnte jemals so gut sein.‘ Dasselbe gilt für Al in Hundstage.“ „Beide leben in New York“, fährt Leguizamo fort. „New Yorker Schauspieler sind einfach anders als Schauspieler, die von woanders her kommen. Sie haben einen gewissen Realismus, wirkliche Ecken und Kanten. Aus dem Grund bleibe ich in New York. Um wahrhaftig zu bleiben und mit den Füßen auf dem Boden zu stehen.“

Die Zusammenarbeit mit Jon Avnet bezeichnet er als etwas überraschend: „Jon ist ein weitaus sanfterer, väterlicherer Regisseur, als die Leute denken. Er kümmert sich wirklich um alle. Er ist wie ein Trainer – er kommt zu dir und sagt, das war gut, wir haben, was wir wollen. Oder: Wir müssen uns anstrengen. Wir müssen es weiter versuchen. Er hebt die Moral.“

Für die Rolle des Drogendealers Spider vertraute Avnet seinem Instinkt und besetzte Curtis Jackson, einen Superstar in der Musikwelt aber noch neu in der Filmwelt: „Er ist ein smarter Typ“, sagt Avnet. „Er hat die Rolle mit mir gelesen, hat mit mir geprobt – und dann kam er zur ersten Lesung mit den anderen Darstellern und hat sich gut geschlagen. Er wollte das so. Er wusste, dass es nicht einfach ist, sich gegen De Niro und Pacino zu behaupten.“ Jackson gibt zu, dass er ein wenig nervös war, als er die beiden Stars zum ersten Mal traf. „Es war bei der Lesung. Unterm Tisch zitterten mir die Beine. Sie haben in so vielen Filmen mitgespielt, dass es schon toll war, mit ihnen in einem Raum zu sein.“

„In den Szenen mit De Niro und Pacino habe ich gemerkt, dass ich ihre Gewohnheiten übernehme und so gearbeitet habe, wie sie“, fährt er fort. „Es war so, als würden sie mich durch die Szenen führen.“ Pacino ist über seine Co-Stars voll des Lobes: “Brian Dennehy ist ein geborener Schauspieler, der viel Erfahrung hat und mit dem man sehr leicht arbeiten kann. Carla Gugino ist sehr talentiert und es ist sehr angenehm, mit ihr zu arbeiten – genauso wie John Leguizamo, Donne Wahlberg und Curtis Jackson.”

Avnet ging auch ein Risiko ein, als er Rob Dyrdek, einen professionellen Skateboarder, in der kleinen, aber wichtigen Rolle des Straßenzuhälters Rambo besetzte. “Ich dachte mir, ich könnte etwas Frisches aus ihm rausholen“, sagt der Regisseur. „Die Idee eines skateboardfahrenden Zuhälters passte da einfach.“

Drehbuchautor Gewirtz gibt zu, dass er sich eine so versierte Besetzung für seinen Film nie erhofft hätte. „Die Besetzung von Inside Man hätte ich mir natürlich auch nie träumen lassen“, sagt er. „Ich habe unglaublich großes Glück gehabt, wenn man sich anschaut, was für tollen Schauspielern meine Drehbücher gefallen. Ich habe mich wohl inzwischen an Traumbesetzungen gewöhnt.“

Produktion: Anatomie eines Thrillers

Die Arbeit der Polizei so realistisch wie möglich zu zeigen, war eine Priorität der Filmemacher, weshalb sie ein Team von Experten zusammenstellten, das für die Authentizität des Films zuständig war. „Wir haben immer sichergestellt, dass ein technischer Berater greifbar war,“ sagt Produzent Rob Cowan. „Jon hat ständig sein Telefon zur Hand genommen und einen von ihnen angerufen, selbst wenn es nur um einen Dialogsatz oder um kleine Details ging. Besonders Neil Carter, der früher Mordkommissar war, hat uns da sehr geholfen.“ Carter war 24 Jahre lang beim New York Police Department NYPD – und begann danach eine Zweitkarriere als Filmconsultant, unter anderem bei Inside Man (2006), Die Fremde in dir (The Brave One, 2007), American Gangster (2007) und Das Bourne Ultimatum (The Bourne Ultimatum, 2007).

Seine Aufgabe war es, das Drehbuch zu lesen und den Regisseur und die Schauspieler bei allen Fragen zu beraten, die diese bezüglich des NYPD hatten. Carter sagt dass KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL die Frustration, die Ermittler bei manchen Fällen haben, ganz besonders akkurat wiedergibt. „Manchmal hast du das Gefühl, gegen die Strömung zu schwimmen. Es gibt Fälle, an denen ich jahrelang saß. Selbst jetzt im Ruhestand denke ich noch an einen Fall, an dem ich die letzten drei Jahre im Dienst gearbeitet habe. Er macht mir immer noch Bauchschmerzen und ich möchte ihn aufgeklärt sehen.“

Die enge Beziehung zwischen den zwei ermittelnden Polizisten, Rooster und Turk, kennt Carter auch aus erster Hand. „Manchmal verbringst du mehr Zeit mit deinem Partner, als mit deiner Frau, deiner Freundin, deinem Freund“, sagt er. „Sie kennen dich manchmal besser, als deine eigene Familie. Du musst deinem Partner vertrauen können. Wenn du mit jemandem eine Tür eintrittst, musst du wissen, dass er dir den Rücken freihält – und umgekehrt. Ich kenne Typen die seit Jahren Partner sind und in der Zeit zwei bis drei Ehefrauen gehabt haben.“

Carter arbeitete auch beim Waffentraining mit den Schauspielern. „Auf dem Schießstand benutzten sie 9mm Pistolen – die Standardausstattung beim NYPD. Ich habe ihnen gezeigt, wie man eine Waffe hält, wie man bei einem Schusswechsel steht, genauso, so wie wir das beim NYPD gelernt haben. Und wie man sich auf eine Schießerei vorbereitet. Dein Training auf dem Schießstand bringt dich in die richtige mentale Verfassung für die Handhabung einer Waffe. Wenn sie während einer Schießerei blockiert, hast du das alles schon erlebt und bist vorbereitet.“ Waffenmeister Ed Lighter war für die Schusswaffen bei KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL zuständig – unter ihnen Glock 19 9mm Pistolen, Heckler & Koch MP5 K Maschinenpistolen und ein M4, eine Variante des M16 Militärgewehrs mit einem ultrakurzen Lauf für die SWAT-Teams.

„Normalerweise kann ein Requisiteur kleine Mengen an Schusswaffen warten und verwalten. Wenn man sehr viele Waffen hat, benötigt man einen Waffenmeister am Drehort. Ein Waffenmeister hat sehr spezielle Aufgaben: Er modifiziert die Schusswaffen, so dass sie Platzpatronen abfeuern. Und das kann, je nach Art der Schusswaffe, sehr kompliziert sein. So, als wolle man einem Elefanten das Fliegen beibringen. Außerdem überwacht er die Benutzung der Schusswaffen, um sicherzustellen, dass sie sicher gehandhabt werden, die Schauspieler wissen, wie man sie benutzt und das die mechanischen Elemente gewartet wurden, so dass sie nicht blockieren, weil jedes mechanische Gerät versagen kann.“

Lighter erzählt, dass ihn Jon Avnets akribisches Sicherheitsdenken sehr beeindruckt hat: „Leute denken, dass es sich bei Platzpatronen um irgendwelche Zündhütchen handelt – in Wahrheit sind sie aber sehr gefährlich. Man muss sie wie scharfe Munition behandeln. Diesem Regisseur war es wichtiger, alles richtig – aber auch sicher – hinzubekommen. Und nicht so viel wie möglich und so schnell wie möglich. Das war erfrischend anders.“

Obwohl der Film in New York spielt, wurde er hauptsächlich in Bridgeport im Staat Connecticut gedreht. Während der 36tägigen Dreharbeiten gab es aber auch Szenen in Harlem, Queens und Brooklyn. Laut Produzent Rob Cowan war die Entscheidung, außerhalb des Big Apple zu drehen, primär von finanzieller Natur. „Wir haben uns ein paar potentielle Drehorte angesehen, aber die Steuervergünstigungen in Connecticut sind einfach großartig, besonders für einen Film von unserer Größe. Die Nähe zu New York war außerdem toll, weil viele unserer Schauspieler dort wohnen.“

Bridgeport, die bevölkerungsreichste Stadt in Connecticut, war früher ein florierendes Zentrum der verarbeitenden Industrie mit hunderten von Mühlen und Fabriken. Diese traditionelle urbane Architektur des frühen 20ten Jahrhunderts machte die Stadt zu einem glaubwürdigen Double für New York. Dennoch: „Drehorte muss man sich mit großer Vorsicht aussuchen“, erklärt Cowan. „Wir konnten nicht einfach hinkommen und anfangen, zu drehen. Wir haben beispielsweise eine alte Leinenfabrik gefunden und die ehemaligen Büros zu unserem Polizeihauptquartier umgebaut.“

Kameramann Denis Lenoir, der zuvor mit Avnet an dem für den Golden Globe nominierten TV-Film „Uprising“ arbeitete (für den er den ASC Award für die beste Kameraarbeit erhielt), kam mit vielen neuen Ideen an den Drehort, wie man die Klaustrophobie und Intensität von KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL filmisch sichtbar machen könnte.

Er stellte für den Regisseur eine Mappe von Szenenfotos aus in New York gedrehten Filmen zusammen, unter ihnen Martin Scorseses Bringing Out the Dead – Nächte der Erinnerung (Bringing Out the Dead, 1999) und John Cassavetes Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers (The Killing of a Chinese Bookie, 1976). “Dies war ganz anders, als das, was wir zuvor zusammen gemacht hatten – und das versuchen wir jedes Mal“, sagt Lenoir. „Auf der einen Seite wollten wir einen Film Noir machen, einen sehr düsteren Film. Aber wir wollten auch naturalistisch und realistisch sein. Dies sind zwei Polizisten in Manhattan, keine Superhelden.“ „Dies ist eine sehr moderne Geschichte, aber dadurch, dass er mit sehr hohem Kontrast gedreht hat, hat Denis ihr den Look eines älteren Films gegeben“, erklärt Cowan. „Er wollte etwas Besonderes schaffen.“

Lenoir wollte außerdem sicherstellen, dass die von ihm geschaffene Atmosphäre nicht dazu führte, dass man die Gesichter der Schauspieler nicht mehr erkennen konnte. „Wir hatten Robert De Niro und Al Pacino“, sagt er. „Ich kann nicht für andere Kameraleute sprechen, aber ich wollte sie nicht total ins Dunkle stellen. Ich wollte alles sehen, was sie mit ihren Lippen tun, ihren Mündern, ihren Gesichtern – denn auf denen spielt sich die Geschichte ab. Also beschloss ich, die Illusion von Dunkelheit zu schaffen, indem ich die Scheinwerfer nicht auf sie, aber in ihre Nähe richtete.“

Regisseur Avnet hofft, dass zwei Schlüsselelemente von KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL das Publikum ins Kino bringen werden. „Bob und Al spielen New Yorker Polizisten. Solche Charaktere sind meiner Meinung nach perfekt für sie. Und das zweite Element ist der Rest der Besetzung. Wir haben Leguizamo, Donnie, Curtis, Rob, Carla. Das ist eine Besetzung mit Tiefgang. Sie komplettieren unsere beiden Stars gut und haben hoffentlich eine Welt geschaffen, die Russells Geschichte zum Leben erweckt.“

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