Kubanisch Rauchen

Kinostart: 19.08.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Ungewöhnliches Low-Budget-Projekt über zwei Freunde, deren gemeinsamer Antiquitätenladen aufgrund einer Affäre eines der beiden in Gefahr gerät.

Trotz wackliger Finanzierung gelingt es den beiden Freunden Paul und Bernd, gemeinsam ein Antiquitätengeschäft in Wien zu eröffnen. Erste Probleme tauchen auf, als sich der verheiratete Paul in Lisa verliebt: Sollte seine Frau etwas von der Affäre erfahren, ist der finanzielle Rückhalt für den Laden in Gefahr. Bernd versucht, die Lage in den Griff zu bekommen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kubanisch Rauchen: Ungewöhnliches Low-Budget-Projekt über zwei Freunde, deren gemeinsamer Antiquitätenladen aufgrund einer Affäre eines der beiden in Gefahr gerät.

    Der Titel hat zwar mit Kuba zu tun, aber die Freundschafts-, Liebes- und Verrat-Ballade aus aus Wien ist dennoch kein Film, der sich an die momentane Welle um die Musiker von der Tabak- und Zuckerrohrinsel anhängt. Der Titel meint die Angewohnheit, eine Zigarre so zu rauchen, daß man nicht abaschen muß und die Asche nicht vom Glimmstengel herunterfällt. Die Sitte soll von armen Tabakpflanzern stammen und ist gut auf die Momentaufnahmen von sozialpsychologischen Befindlichkeiten aus der Stadt des Schmäh zu übertragen: Hier wie dort geht es um Balanceakte mit der Wirklichkeit und die Gefahr, abzustürzen.

    Die Freunde Paul und Bernd, beide um die 30, wagen den Schritt in die freie Marktwirtschaft und leisten sich mit Fremdkrediten einen Altwarenladen. Sie kommen einigermaßen zurecht, als drei Ereignisse ihr Gleichgewicht massiv bedrohen: Paul lernt Lisa kennen und will für sie Gattin Eva, Bernd und das Antiquitätengeschäft aufgeben. Sein Unfall mit dem Landrover, als Heroin unter einer Madonna auftaucht, bringt weitere Unbill. Schließlich taucht Erwin auf, der einst mit Bernd Geldeintreiber war, und die Männer erpreßt. Bernd bringt Erwin um und stellt das prekäre Verhältnis wieder her. Lisa entflieht. Doch nichts ist wie vorher.

    In außergewöhnlich nuancenreichen Schwarzweiß fotografiert mit geschickten Alltagsbeobachtungen vom Wiener Straßenleben entsteht das Porträt von Menschen in einer Umbruchsituation, die sie fordert, weil sie teils gezwungen sind, Gewohnheiten anzunehmen, teils sich nach alten Freiheiten sehnen. Stephan Wagners Regiedebüt gelingt das großartig in Szenen, die sich intensiv einbrennen und den Beliebigkeiten der meisten Filme eine konsequente Studie in Abhängikeiten gegenüberstellen. Nicht zuletzt durch die Gastauftritte der Veteranen Seymour Cassel und Leon Askin ein Muß für jedes Programmkino. ger.

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