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Kronos

  

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

5,0
1 Bewertung
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Kritikerrezensionen

    1. Kurztext:

      Mit der modernen Version des griechischen Mythos um den Zeitgott Chronos erzählt Olav F. Wehlings Diplomarbeit eine Geschichte von Ge-nerationenwechsel, Macht und Aggression. Eine Familie sitzt aufgrund einer Autopanne in der Wüste fest. Mit dem nötigsten Gepäck beginnt ein Fußmarsch ins Ungewisse und eine angespannte Zeit des aufeinander-angewiesen-Seins. Logik ist kein Maßstab in diesem Film voll feinster Symbolik. Die Tragik der Vater-Sohn-Geschichte wird in beeindruckender Weise von den Darstellern ver-körpert. Die sparsamen Dialoge unterstreichen die gewaltige Bildsprache. Ein er-schütternder und höchst eindrucksvoller Film.

      Gutachten:

      Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft und als ursprüngliche Gemeinschaft reist zunächst im Auto eng beieinander durch eine Wüstenlandschaft. Die Stimmung scheint aggressiv: die Tochter, dumpf: der Sohn, gequält: die Mutter, hilflos: der Vater. Als dann noch der Sprit und die Straße enden, machen sich Vater und Tochter mit dem Ersatzkanister auf den Weg. Vorbei an gestrandeten Fahrzeugen kommen sie ohne Hoffnung zurück. Inzwischen tröstet die Mutter den Sohn, der gelangweilt und überdrüssig scheint. Die Situation: hoffnungslos.

      Von Anfang an wird die Landschaft als Handlungselement einbezogen: Steinwüste, abweisend schroff, der Mond am dunkelblau samtenen Himmel, der Horizont als Fata Morgana verschwimmend. In der immer hoffnungsloser anmutenden Ausweglosigkeit der Reisenden vollzieht sich ein Wandel, als ein Ziegenhirte auftaucht, den besonders die Tochter als willkommene Ablenkung von der Tristesse der Familie und der Situation in ihr Dasein einbezieht. Ihr Bruder fühlt sich durch dessen Anwesenheit provoziert, greift ihn an, zeigt Eifersucht.

      Die Situation spitzt sich auf die Gestalt des jungen Mannes zu, der nach anfänglicher Lethargie immer zielgerichteter und aggressiver vorgeht. Er schafft den Vater aus dem Weg, in dem er ihn niederschlägt und in ein zuvor auf der Suche nach Wasser gegrabenes Loch wirft. Nun ist er frei und Herr der Lage, was sofort zu weiteren brutalen Übergriffen und Machtdemonstrationen führt.

      Kronos, Vater des Zeus, und die um seine Gestalt rankende Mythologie bildete die Vorlage für den gleichnamigen Film. Interpretiert als die Pubertät und Abnabelung von den Eltern, als Überwindung der Übermacht des Vaters entfaltet der Film eine Lesart der finalen jugendlichen Entwicklungsphase.

      Die Regie versteht es, Tempo und Rhythmus des Films durchzuhalten und die teils quälend langen Szenen der Tristesse zu kontrastieren mit plötzlichen Stimmungswechseln und Gewaltexzessen, die sich überraschend vollziehen und nur wenige Minuten oder gar Sekunden dauern. Die Bildkomposition und Choreografie ist überzeugend, die Schauspieler gut gewählt und geführt, die Symbolik nachvollziehbar. Die untermalende, aber auch akzentuierende Musik harmoniert perfekt zur Strenge der Bilder und der Landschaft.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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