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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Helena und Tom werden bald Eltern. Beide freuen sich sehr. Aber nur Helena läuft deswegen auch Gefahr, ihren Job zu verlieren. Denn in ihrer Firma sind junge Mütter eher weniger gefragt. Und Tom will in seinem Job bestimmt nicht kürzer treten. Was also tun? Ein Krippenplatz muss her, für das ungeborene Kind. Nur leider ist Kinderbetreuung heiß begehrt, äußerst teuer und mit gewissen Komplikationen verbunden. Und der Geburtstermin rückt näher und näher. Die hinreißende Komödie der Regisseurin Satu Siegemund, die an der HFF in München studiert hat, erzählt vom ganz normalen Wahnsinn des ewigen Spagats zwischen Beruf und Muttersein, der schon vor der Geburt des Kindes beginnt. Der Erwartungsdruck an sich selbst, der Druck von außen, der Zwang, alles perfekt miteinander zu vereinbaren - alles das macht Helena im Film stellvertretend für alle berufstätigen Mütter durch. Herrlich karikiert werden auch die verschiedenen Ausprägungen der Kinderbetreuung. Von der bürokratisch verwalteten Kinderkrippe über Öko-Alternative bis hin zur esoterisch angehauchten Nanny ist alles dabei. Das ist wunderbar überspitzt gezeichnet und liegt doch oft verblüffend nah an der Wahrheit. Eine hohe Gag-Dichte und ein perfektes Timing in Dialog und Schnitt macht KRIPPENWAHN zu einem ganz besonderen Kurzfilm-Vergnügen mit großartiger Schluss-Pointe.

      Jurybegründung:

      Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat besonders wertvoll verliehen.

      Eine beruflich erfolgreiche Frau in besten Jahren erwartet ihr erstes Kind. Ihr Lebenspartner ist aber nicht bereit, die eigene Karriere zugunsten der neuen Konstellation hintenan zu stellen, zumal er als freischaffender Journalist ohnehin keinen leichten Stand hat. Also suchen die beiden einen Krippenplatz, damit beide, Mann und Frau, irgendwann wieder beruflich ihren Weg verfolgen können und das Kind gut aufgehoben ist. Doch die Suche nach dem Krippenplatz entwickelt sich in Sato Siegemunds heiterem Film über ein durchaus nicht nur heiteres Thema zu einem Spießrutenlauf. Die werdenden Eltern sehen sich mit allerlei sonderbaren Varianten von Kinderhorten konfrontiert - vom überteuerten „Kinderparadies“ bis zum biologisch dynamischen Hort, von der Luxuswohnung einer vom Leben gelangweilten Dame mit Kinderbetreuungsambitionen bis zum esoterischen Albtraum. Der Film zeigt auf ironisch unterhaltsame Art, wie schwer es in unserer hektischen Wohlstandsgesellschaft mit ihren unerbittlichen Ansprüchen vor allem an berufstätige Frauen ist, ein Kind aufzuziehen und versorgt zu sehen, ohne selbst alles aufgeben zu müssen. Das ist auch ein subtiles und zugleich liebevoll verspieltes Plädoyer für die Nöte von Frauen, die sich für Kinder entscheiden, aber deren eigene Träume von einem Kompromiss zwischen Kind und Beruf oft an der Realität zu scheitern drohen. Am Ende wartet die Geschichte von der Frau, die sich nicht durch Bürokratie und Karrieredruck unterkriegen lässt, mit einer sehr hübschen Pointe auf, so dass der Ausschuss sich einstimmig für die Vergabe des höchsten Prädikats entschied, zumal auch die Darsteller, die Kamera und die Musik perfekt inszeniert sind.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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