Kottan ermittelt - Rien ne va plus (2010)

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Filmhandlung und Hintergrund

Kottan ermittelt - Rien ne va plus: Der legendäre Major Kottan kehrt zurück und ermittelt mit seiner gewohnt Wienerischen Art in einem Mordfall.

Drei Morde in 24 Stunden. Das ist für Polizeipräsident Pilch inakzeptabel – da der Karriere nicht förderlich. Ins Innenministerium will er, ganz hinauf, und deshalb muss ein Fahndungserfolg her. Augenblicklich. Also (re-)aktiviert er den besten Mann der Exekutive: Major Adolf Kottan. Doch der ist gar nicht daran interessiert, wieder als “Kieberer” tätig zu werden, und spielt lieber in Kottan’s Kapelle Gitarre. Da plumpst ihm eine Leiche aufs Kleinwagendach, und er nimmt in der In-Bar Fast Fut seine Ermittlungen auf.

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Kritikerrezensionen

  • 27 Jahre nach Einstellung der umstrittenen Komödienserie „Kottan ermittelt“, nach dem Tod des Autors Helmut Zenker und vieler Darsteller legt Regisseur Peter Patzak seinen einstigen Hit in einem zweiten Spielfilm wieder auf. Angesichts des schwachen Ergebnisses wirkt dies als eine zu späte und im Grunde überflüssige Entscheidung. Schon 1982, nach Einstellung der Kultreihe aufgrund schwacher Einschaltquoten und steter Zuschauerproteste, wurde ein Kinofilm mit Gaststar Eddie Constantine angekündigt, doch das Projekt kam damals nicht zustande. Stattdessen drehte die „Kottan“-Crew die Kinosatire „Tiger – Frühling in Wien“, die außer dem witzigen Running Gag mit Constantine auf verzweifelter Suche nach neuen Filmangeboten nur Klamauk und aufgesetzte Zitate zu bieten hatte. Ähnlich trostlos wirkt der Neuaufguss von 2010, wo Patzak, mehr noch als bei „Tiger“, das Gespür für einen dramaturgischen Aufbau gänzlich vermissen lässt.

    Dabei standen sozialkritische Milieustudien und satirische Plots früher noch stärker im Zentrum. Der erste „Kottan“-Roman aus den Siebzigern, wo der Ermittler eher als Nebenfigur fungierte, ist ein gradliniger Politthriller um einen US-Killer, der ungehindert von österreichischen Behörden seinem blutigen Treiben unter Wiener Wirtschaftskriminellen nachgeht. Dessen Kinoverfilmung „Den Tüchtigen gehört die Welt“, im Gegensatz zum Roman mit mehr ironischen Momenten verhaftet, stellt den Übergang von „Kottan“-Darsteller Nummer zwei, Franz Buchrieser, und „Kottan“ Nummer drei, Lukas Resetarits (hier einer der Gangster), dar. In der nie realisierten letzten Staffel sollten beide Akteure aufeinander treffen und sich um die Titelrolle streiten. (Erst durch das neu erweckte Interesse aufgrund der DVD-Edition konnten diese Drehbücher mit manchen der Originalschauspieler als Hörspiel realisiert werden.)

    Alle bewährten Elemente findet man im neuen Kinofilm – chaotische Gags, die das Genre stets auf die Schippe nehmen, selbstreferenzieller Meta-Humor, wenn Darsteller aus ihren Rollen fallen, Dialoge zwischen Wiener Schmäh und derben Unverschämtheiten, Playback-Musiknummern, Tanzeinlagen sowie bissige Spitzen auf Klüngel und Korruption zwischen Staat und Wirtschaft. Das Drehbuch von Helmut Zenkers Sohn Jan basiert auf einem Roman aus der „Mini Mann“-Serie - jener unkonventionellen Detektivin, die Zenker nach der „Kottan“-Ära kreierte.

    Neben Kabarettist Lukas Resetarits als Kottan und Bibiana Zeller als seine eigenwillige Gattin Ilse trifft man aus der Altbesetzung noch Ernie Mangold, Franz Suhrada als trotteliger Polizist Schreyvogel, TV-Sprecherin Chris Lohner als sie selbst und Kabarettistenkollege Ernst Konarek als Kottans Erzfeind, der ständig die Falschen erschießt. Gast Hanno Pöschl übernimmt jetzt den Part des Leichen findenden Penners Drballa. Dessen einstiger Leinwandpartner Johannes Krisch („Revanche“) ersetzt Walter Davy als einbeiniger (jetzt gehbehinderter) Polizist Schremser und verleiht ihm den Look eines abgeklärten Althippies, was anfangs gewöhnungsbedürftig erscheint, während Robert Stadlober als unfähig-schießwütiger Schrammel schlicht fehlbesetzt wirkt.

    Eine treffliche Wahl stellt dagegen Udo Samel als ordnungsfanatischer Polizeipräsident Pilch dar, der mühelos in Kurt Weinzierls Fußstapfen tritt. Doch die bemühten Gags mit Pilchs Kampf gegen eine Trickfilmkakerlake und gegen selbstherrliche Polizeiroboter eigener Bauart fielen alles andere als komisch aus. Wie so viele Einlagen hemmen sie nur den Erzählfluss. Trotz der gewohnten Mischung aus absurden Morden, bissigen Dialogen und respektlosen Gags wirkt die Neuauflage wie ein billig-bemühtes Homevideo einer Laienspieltruppe. Im Grunde enthält „Rien ne va plus“ das Potential für eine gelungene TV-Folge, doch durch zuviel überflüssiges Beiwerk wurde der schrägen Plot um das tödliche Pyramidenspiel auf knapp zwei zähe Stunden gestreckt. So sehr man sich über das Wiedersehen mit den alten Bekannten freuen mag, wirkt die schwerfällige Angelegenheit lediglich für echte Fans einigermaßen erträglich.

    Fazit: Enttäuschende Wiederbelebung einer legendären Krimiparodie ohne Sinn für echtes Komödientiming.
  • Inspektor gibt’s kan? Irrtum! Major Kottan lebt, Peter Patzak hat ihn fürs Kino wiederbelebt – in Person von Lukas Resetarits, dem schrägsten Ermittler seit Clouseau.

    Drei Morde in 24 Stunden. Das geht Polizeipräsident Pilch arg gegen den Strich. Zwar residiert er schon höchst nobel im Schloss Schönbrunn, aber ihn drängt es höher hinauf – ins Innenministerium. Dort will auch sein Konkurrent, Napoleon-Verehrer Generalmajor Hofbauer, der “Held von Wien”, hin. Ein Ermittlungserfolg muss her. Sofort. Dafür wird der beste Mann der Truppe (re)aktiviert: Major Adolf Kottan alias Lukas Resetarits.

    27 Jahre nach Ausstrahlung der letzten TV-Folge von “Kottan” gibt’s ein Wiedersehen mit Österreichs liebstem Kieberer (für Piefkes: Polizist), der aber viel lieber die Gitarre zupft und erst in den Fall einsteigt, als ihn aus heiterem Himmel eine Leiche aufs Kleinwagendach knallt. Schnell findet “Dolfi”, altbekannter Lieblingssatz: “Inspektor gibt’s kan!”, heraus, dass die Mordserie mit einer geschickt verpackten Variante des Pyramidenspiels im Zusammenhang steht und die Drahtzieher im Rotlichtmilieu agieren – mit einer In-Bar namens “Fast Fut” als Hauptquartier.

    Doch das ist eigentlich nicht weiter wichtig. Auch in “Kottan ermittelt”, Untertitel “Rien ne va plus” – neben jedem Mordopfer liegt eine Spielkarte mit diesem französischen Satz – geht es mehr um witzige Dialoge (“Was ist ein Vakuum?” – “Ich hab’s im Kopf, aber es fallt mir grad’ nicht ein.”), gut geführten Wiener Schmäh, klassischen Running-Gag-Slapstick (offene, im Vorbeifahren abgerissenen Autotüren), willkürlich eingestreute Live-Musik-Nummern und liebevoll gestaltete Details, wie etwa die überall aufgehängten “Wien-im-Film”-Plakate.

    Das Drehbuch hat Jan Zenker, Sohn von Ur-Autor Helmut Zenker, verfasst, nicht nach einem von dessen sechs unverfilmten Skripts, sondern einem Roman aus dessen Serie um die Privatdetektivin Minni Mann. Auf dem Regiestuhl hat wieder “Kottan”-Veteran Peter Patzak Platz genommen und dabei tief in die Trickkiste gegriffen. So verschachtelt er mittels Green Screen Szenen frech ineinander oder lässt Pilch nicht mehr am Kaffeeautomaten, sondern an einer Zeichentrick-Kakerlake verzweifeln. Die so verursachten Kosten wurden auf Ausstattungsebene eingespart, weshalb Kottan statt des geforderten “James Bond”-Dienstfahrzeugs mit einem Smart Vorlieb nehmen muss – spezielle Einparkhilfe inklusive.

    Highlight des Films (wie der Serie) ist der eigenwillig interpretierte Rock’n’Roll-Score den Kottan’s Kapelle live verantwortet, ein besonderer Genuss die “Chantilly Lace”-Gesangs- und Tanznummer, die der Krücken-bewährte Neo-Schremser (Johannes Krisch) zum Besten gibt. Mit Spaß sind alle Beteiligten bei der Sache, ob die Oldies Resetarits, Bibiana Zeller, TV-Ansagerlegende Chris Lohner, Hanno Pöschl und Erni Mangold oder die Newcomer Robert Stadlober als schießwütiger Co-Cop Schrammel, Udo Samel als Kurt-Weinzierl-Nachfolger Pilch oder Wolfgang Böck als Populist Hofbauer, der Wien mit Hilfe von “Polizei-Apparaten”, sprich Robotern, sicherer machen möchte. Ein Kult-Revival, das Lust auf mehr macht. geh.

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