Filmhandlung und Hintergrund

Sympathisch neugieriger Dokumentarfilm über Menschen mit "Kopfleuchten".

Kleine Unregelmäßigkeiten in Gehirn verändern die Wahrnehmung, ein Mann sieht eine Streichholzschachtel an und erkennt einen Flaschenkühler, läßt die Kontrolle verlieren, ein junger Mann schreit Arschloch und verzerrt das Gesicht zu den schlimmsten Grimassen, läßt die Sprache verlieren, nicht aber den Verstand. Einer kennt den Fahrplan von vor Jahren auswendig, der andere hat seine Frau und seinen Namen vergessen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kopfleuchten: Sympathisch neugieriger Dokumentarfilm über Menschen mit "Kopfleuchten".

    Es kann jeden treffen: Wer heute noch aktiv im Leben steht, kann morgen seinen „Kopf“ verlieren, das Erinnerungsvermögen oder die Fähigkeit gesellschaftlich adäquat zu reagieren. Die Reise der Dokumentarfilmer Mischka Popp und Thomas Bergmann durch fremde Geisteswelten wird zum psychologisch spannenden Abenteuer.

    Die Filmemacher („Herzfeuer“, „Körper“) berichten von Menschen, deren Gehirn durch Krankheit, Unfall oder Operation irreparable Schäden erlitt und nicht mehr „normal“ funktioniert. Da lebt ein junger Mann seit Jahren mit dem Tourelle-Syndrom, dem „Schluckauf des Gehirns“, und nur beim Klavierspiel kehrt so etwas wie Ruhe in sein Leben ein, leidet ein anderer unter 37 Ticks und unkontrollierten Bewegungen, die den gesellschaftlichen Umgang erschweren, weiß ein älterer Herr nach einem Herzstillstand mit nachfolgendem Sauerstoffmangel nichts mehr von seiner früheren Existenz, fragt er seine Gattin nach 22 Jahren glücklicher Ehe nachts im Bett „Wer sind Sie?“, bedeutet für einen Hirngeschädigten „das große Kopfleuchten Klarheit“. Die Hilflosigkeit dieser Menschen, deren Gedächtnis in Stücke zerbrach oder die Farben wie Musik wahrnehmen, erschreckt. Gleichzeitig ist ihr Mut zu bewundern, trotz der körperlichen und vor allem geistigen Beeinträchtigungen nicht aufzugeben, sich ein Stückchen Glück oder die Vorstellung davon zu bewahren. Der Film reduziert sich nicht auf eine numerische Sammlung von verschiedenen Fällen oder auf die Schilderung eines Freak-Kabinetts, sondern nähert sich den Protagonisten mit großer Achtung, läßt ihnen ihre Würde. Und wenn sie ihre Krankheiten definieren („gehen wir durch Trockeneis“, „die Welt fällt auseinander“, „die Seele ist weiß“), spürt man Verlorenheit und Einsamkeit, nicht nur die Kopf-, sondern auch die Verletzung der Seele. Der Grat zwischen Wirklichkeit und Wahn, zwischen Geisteskrankheit und Normalität scheint schmal. Dieses eindringliche Plädoyer für Toleranz und Akzeptanz des Andersseins rührt zu Beginn durch die Kraft der Aussagen, erschöpft sich dann leider in Aufzählungen. Eine Konzentration auf weniger Personen hätte die Intensität sicherlich noch gesteigert. mk.

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