Kommissarin Lucas: German Angst

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Krimi um Fremdenhass nach der Romanvorlage von Friedrich Ani.

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Kritikerrezensionen

  • Kommissarin Lucas: German Angst: TV-Krimi um Fremdenhass nach der Romanvorlage von Friedrich Ani.

    Die Geschichte funktioniert nur, falls man die Voraussetzung glaubt: dass ein 14-jähriges Mädchen eine Stadt in Atem hält; selbst wenn es bloß Regensburg ist. Weil weder ihr afrikanischer Vater noch die Behörden mit Lucy Arano fertig werden, ist eine Frau entführt worden. Nathalia Horn (Corinna Beilharz) ist die Verlobte von Chris, Lucys Vater; die offenbar rechtsextremistischen Entführer wollen die Abschiebung der Aranos erzwingen.

    Interessant wird der Film, weil die Ordnungshüter nach und nach Farbe bekennen: Nicht bloß klammheimlich, sondern schließlich ganz offen plädieren sie ebenfalls für eine Abschiebung. Auch die ohnehin für ihre mindestens konservative Haltung bekannte zuständige Staatsanwältin Elisabeth Ronfeldt (Monica Bleibtreu) kann ihre Sympathie für die Ziele der Entführer nicht verhehlen. Schließlich traut Ellen Lucas (Ulrike Kriener) niemandem mehr und unterstellt Ronfeldt sogar, mit den Entführern gemeinsame Sache zu machen.

    Für einen Samstagskrimi ist „German Angst“ stellenweise recht kunstvoll ausgefallen (Regie: Thomas Berger). Irritierender ist allerdings der Titel, denn im angelsächsischen Sprachraum steht die Redewendung für eine pessimistische Weltsicht und die angeblich typisch deutsche Neigung zum Grüblerischen. Die Angst in dieser Geschichte (Buch: Krimiautor Friedrich Ani) ist hingegen nicht abstrakt, sondern äußerst konkret, denn alle fürchten sich vor Lucy Arano, die von der jungen Lorraine Yakubu als Inkarnation pubertärer Aufsässigkeit verkörpert wird. Eher bemüht als elegant wirken hingegen die Rückblenden, in denen beispielsweise Chris Arano aus der Rolle fallen muss, weil er als Figur in der Rückblende weiterhin mit Ellen Lucas spricht; und auch sie selbst taucht plötzlich in der Vergangenheit auf. Hübsch ist hingegen die Rahmenhandlung: Nach dem Tod ihres Vaters muss sich die Kommissarin um ihre offenbar leicht schräge Schwester (Anke Engelke) kümmern; das verspricht Potenzial für die weiteren Filme. tpg.

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