Klimt

Kinostart: 25.05.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen spielt.

Anlässlich der Weltausstellung von Paris im Jahr 1900 weilen der österreichische Maler Gustav Klimt (John Malkovich) und seine treue Begleiterin Emilie (Veronica Ferres) in der Stadt und nehmen Ehren und Orden entgegen. Klimt, Schwerenöter vor dem Herren und bereits Vater von siebzehn unehelichen Kindern, verguckt sich bei dieser Gelegenheit in die Tänzerin Cléo de Merode (Saffron Burrows) bzw. eines ihrer Doubles. Eine denkwürdige Affäre entbrennt.

Stars aus aller Herren Länder versammeln sich zum opulenten Historienlichtspiel unter Regie des Chilenen Raoul Ruiz („The Secret Journey“).

Klimt erinnert sich in seinem Sterbebett an sein Leben und und fiebert sich in wilde Träume. 1900 wird er für sein Bild „Philosophie“ auf der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Er begegnet Georges Méliès und einer geheimnisvollen Tänzerin in Paris, in Wien ermöglicht ihm seine Muse und Freundin Emilie Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft und er trifft Kollege Egon Schiele.

1918 liegt der weltberühmte Maler Gustav Klimt auf dem Sterbebett. Zahlreiche Affären haben ihn mit der Syphilis geschlagen, doch mit seiner kontroversen erotischen Kunst konnte er sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzen. In den letzten Jahren seines Lebens ist Klimt mit vielen herausragenden Persönlichkeiten zusammengetroffen, so etwa dem Kinopionier George Méliès, dem Künstlerkollegen Egon Schiele oder einer geheimnisvollen Tänzerin, die ihm den Kopf verdrehte, alles Begegnungen, die sein Leben nachhaltig prägten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Es geht eine große Faszination aus von diesem opulent ausgestatteten Film über den Maler Gustav Klimt. Durch seine eigenwillige Sicht der Dinge und der Welt malt der seltsam-schöne Films uns indirekt irritierende Bilder und spiegelt gekonnt den Zeitgeist. Die sensible Erzählweise lässt sich mit Klimts Bildern vergleichen: irgendwie splittrig, elegant und faszinierend.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Klimt: Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen spielt.

      Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen

      spielt.

      Ob Pablo Picasso oder Egon Schiele, Vincent Van Gogh oder Amedeo Modigliani - beinahe jedem berühmten Maler

      wurde bereits ein filmisches Denkmal gesetzt. Nun ist Gustav Klimt an der Reihe, faszinierender Mitbegründer der Wiener Sezession, der vor rund 100 Jahren mit seinen goldenen und vor allem erotischen Bildern so viel Empörung wie Begeisterung hervorrief. Jetzt hat sich der in Frankreich lebende Chilene Raoul Ruiz, dem Arthouse-Publikum vor

      allem durch seine opulente Proust-Adaption „Die wiedergefundene Zeit“ ein Begriff, dessen Leben und Wirken angenommen. Ruiz tut dies nicht in Form

      eines linear erzählten Biopics, er vermischt vielmehr Reales mit Traumsequenzen und springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Dabei beschränkt er sich auf den Zeitraum zwischen 1900, jenem Jahr, in dem Klimt (grundsolide: John Malkovich) für sein Bild „Philosophie“ auf der Pariser

      Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird, und 1918, als der Sohn eines böhmischen Immigranten stirbt. Die erste Einstellung zeigt denn auch das Sterbebett

      von Klimt, der in diesen letzten Stunden sein Dasein Revue passieren lässt, sich im Fieberwahn in wildeste Fantasien hineinsteigert. So trifft er in Paris mit Georges Méliès, einem der Gründerväter des Kinos, zusammen, und auch mit einer geheimnisvollen Tänzerin (betörend: Saffron Burrows), die

      ihre wahre Identität nie preisgibt und wohl als Sinnbild für die sexuellen Obsessionen des Malers zu verstehen ist. Ganz im Gegensatz zur bodenständigen Figur der Emilie Flöge (eindimensional: Veronica Ferres), Freundin und Muse, die Klimt zwar Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft verschafft, dem Künstler jedoch nur auf platonischer

      Ebene nahe kommt. Schließlich gibt es noch Begegnungen mit Kollegen wie Egon Schiele (schon ähnlich diabolisch wie der Vater: Kinski-Sohn Nikolai) und einem mysteriösen Sekretär (Stephen Dillane), der stets unvermittelt

      auftaucht und so etwas wie das borniert-rückschrittliche Beamtentum verkörpert.

      Ansprechende (Wiener) Originalschauplätze, erlesen fotografiert von Kamera-Veteran Ricardo Aronowich („Nachtblende„), und die unkonventionelle Erzählstruktur sind die Pluspunkte der ansonsten klassischen, etwas zäh dahin fließenden Filmbiographie. Zwar müht sich Malkovich, der hier schon zum dritten Mal mit Ruiz zusammenarbeitet, seiner Figur besonderen Glanz zu verleihen, doch

      das bleibt ebenso Stückwerk wie Ferres‘ Versuch, ihrer kleinen, aber wichtigen Rolle Tiefe zu verleihen. Dass man am Ende über Klimt genauso viel oder wenig weiß wie zuvor, fällt nicht mehr ins Gewicht. lasso.

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      Kino.de Redaktion  

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