Kitchen Stories

Kinostart: 05.02.2004

Salmer fra kjokkenet: Warmherzig skurrile Komödie, die das "Küchenverhalten" eines norwegischen Junggesellen untersucht.

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Filmhandlung und Hintergrund

Warmherzig skurrile Komödie, die das "Küchenverhalten" eines norwegischen Junggesellen untersucht.

Schweden in den 50ern. Um Daten und Fakten über nationale Verkostungsgewohnheiten zu sammeln und somit die optimal funktionale Kochstelle zu erschaffen, schwärmen in Scharen Küchenrechercheure über das Land. Auch Folke (Tomas Norström) ist im Auftrag der Wissenschaft unterwegs, als er seinen Hochsitz im spartanischen Junggesellenhaushalt des alternden Isak (Joachim Calmeyer) besteigt. Eigentlich sind Kontakte zwischen Beobachter und Beobachtetem nicht erwünscht, doch schon bald kommen sich die Herren einander freundschaftlich näher.

Trockener Humor und lakonischer Ton sind Trumpf in der Skurrilkomödie des norwegischen Regisseur Bent Hamer, basierend auf wahren Untersuchungen über das Küchenverhalten von Hausfrauen in den goldigen 50ern.

Verbraucherforscher beauftragen in den 50er Jahren Mitarbeiter sich auf Hochstühlen in Küchen alleinstehender Herren zu postieren und ihre Gewohnheiten genauestens zu protokollieren. Kein Gespräch oder gar Freundschaft zwischen Beobachter und seinem Subjekt darf die Objektivität der Aufzeichnung stören. Doch auf Dauer lässt sich das auch mit dem mürrischsten und widerspenstigsten Subjekt nicht durchziehen.

Norwegen, die frühen 50er Jahre. Nachdem die Hausfrau technisch auf Vordermann gebracht wurde, nimmt man jetzt die Bedürfnisse männlicher Junggesellen unter die Lupe. Also positioniert sich Beobachter Folke auf einem speziell konstruierten Hochstuhl in einer Küchenecke des kauzigen Isaak, der in einem kleinen Dorf lebt. Folke führt penibelst Buch über sämtliche Aktivitäten seines Probanden. Persönlichen Kontakt dürfen die beiden nicht pflegen, miteinander sprechen keinesfalls, und um eine Zigarette bitten schon gar nicht.

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Kritikerrezensionen

  • Kitchen Stories: Warmherzig skurrile Komödie, die das "Küchenverhalten" eines norwegischen Junggesellen untersucht.

    Mit „Elling“, der schrägen Ballade um zwei etwas andere WG-Bewohner, landete Arsenal 2002 einen Überraschungshit, der knapp eine halbe Million Besucher in die Kinos lockte und bewies, dass Norwegen mehr zu bieten hat als erfolgreiche Wintersportler. Verwandt im Ton, nicht minder skurril und ebenso kurzweilig darf derselbe Verleih nun auf „Kitchen Stories“ bauen, einer ebenfalls norwegischen (Ko-)Produktion, der - mit entsprechender Mundpropaganda - ähnliche Erfolgszahlen zuzutrauen sind. In Skandinavien jedenfalls begeisterte der Film so sehr, dass Norwegen ihn ins Rennen um den Auslands-Oscar 2004 schickt.

    Norwegen ist auf der Kinolandkarte ein weißer Fleck. Schaffen es doch zumindest hierzulande höchst selten dort entstandene Arbeiten - sieht man von den häufig in Koproduktion mit Schweden entstandenen Kinderfilmen ab - in die Lichtspielhäuser. Aber vielleicht ändert sich das jetzt, denn mit „Elling“ ist die Neugier geweckt und „Kitchen Stories“ eine kleine Sensation. Dabei erzählt Autor und Regisseur Bent Hamer eine einfache Geschichte, eine Geschichte von Einsamkeit und Freundschaft, von individuellen Unterschieden und universellen Gemeinsamkeiten.

    Die Story führt zurück in die frühen 50er Jahre. Norwegen leidet noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs, während das neutrale Nachbarland Schweden nach US-Vorbild hemmungslos dem Fortschritt huldigt. Rationalisierung heißt das Schlagwort der Stunde. Ein schwedisches Feldforschungsinstitut hat das Verhalten der Hausfrau in ihrer Küche untersucht. Geräte wurden daraufhin ideal platziert, die Wege optimiert - schließlich liefen die Damen bislang jedes Jahr eine Strecke, die der zwischen Stockholm und dem Kongo entsprach.

    etzt gilt es eine andere Spezies kochtechnisch zu erforschen: den männlichen Junggesellen. Den kauzigen Isak beispielsweise, der in einem kleinen norwegischen Dorf wohnt. Also positioniert sich sein Beobachter Folke auf einem speziell für diesen Zweck konstruierten Hochstuhl im Kücheneck und führt penibelst Buch über sämtliche Aktivitäten seines Probanden. In persönlichen Kontakt dürfen die beiden nicht treten, miteinander sprechen keinesfalls und den anderen um eine Zigarette bitten schon gar nicht.

    Willkommen in Absurdistan, in einem Film, der zunächst so konstruiert wirkt wie die Versuchsanordnung, von der er erzählt. Aber nur auf den ersten Blick. Hat man sich einmal in die Charaktere hineingefühlt, hat man sich auch schon in sie verliebt. Zwei Schweiger, die zu reden anfangen, zu kommunizieren, die Worte noch ernst nehmen und deswegen sorgsam mit ihnen umgehen. Hamer weiß, dass ein Film nur so stark ist wie seine Figuren und so lässt er sich viel Zeit für die Personenentwicklung. Klar definiert er Ort und Zeit, Lebensumstände und Seelenzustände. Ohne Aufwand tut er das, er reduziert sich aufs Notwendige, fast wie in einem Stummfilm.

    Seine Bilder, vorzüglich fotografiert von Philip Øgaard, sprechen für sich. Kinematografie wird hier wortwörtlich genommen. Nichts ist Staffage, nichts überflüssig. Er berichtet von zwei Männern, die sich allmählich annähern, sich anfreunden. Punkt. Und ganz nebenbei lernt man über Land und Leute, ein bisschen über Skandinavien und das Verhältnis der benachbarten Länder. Das ist anrührend und witzig, voller Situationskomik, skurril und auch ein wenig traurig. Getragen von den beiden vorzüglichen Darstellern, Joachim Calmeyer und Tomas Norström, folgt man dieser Tragikomödie gerne, die voller überraschender Einfälle steckt, in die Vergangenheit führt und doch von heute handelt. geh.

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