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Kinder und andere Baustellen

Filmhandlung und Hintergrund

Der Titel erinnert an Komödien wie "Familie und andere Katastrophen", und diese Assoziation ist gar nicht verkehrt: "Kinder und andere Baustellen" erzählt eine jener Geschichten, die nach der Devise "Schlimmer geht immer" funktionieren.

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Kritikerrezensionen

  • Kinder und andere Baustellen: Der Titel erinnert an Komödien wie "Familie und andere Katastrophen", und diese Assoziation ist gar nicht verkehrt: "Kinder und andere Baustellen" erzählt eine jener Geschichten, die nach der Devise "Schlimmer geht immer" funktionieren.

    Hauptfigur Marlene (Julia-Maria Köhler) ist nach diversen Umzügen mit Mann und Tochter froh, sesshaft zu werden. Gatte Thorsten (Sebastian Ströbel) hat seinen stressigen Job und damit auch seine Karrierehoffnungen aufgegeben und tritt demnächst eine Stelle an der Uni an. Töchterchen Kiki wird in eine Kindertagesstätte gehen; Marlene kann nach vier Jahren als Hausfrau und Mutter endlich ihren eigenen Traum verwirklichen und Teilhaberin einer Praxis für Physiotherapie werden. Weil das Leben passiert, während wir noch eifrig Pläne schmieden, kommt alles ganz anders: Die Kita ist wegen Asbestrenovierung geschlossen, einen anderen Betreuungsplatz gibt es nicht; und aus Thorstens kurzfristiger Notfallhilfe bei seinem früheren Arbeitgeber wird ein Auftrag, der sich über Wochen hinzieht. Zumindest für Kiki tut sich eine Lösung auf: Als Marlene in der Nachbarschaft ein leerstehendes Ladenlokal mit großem Garten entdeckt, kommt sie auf die Idee, eine eigene Kita zu gründen. Weitere Eltern sind rasch gefunden. Die Räumlichkeiten sind zwar ziemlich runtergekommen und die Zeit bis zur Bauabnahme ist knapp, doch Installateurin Rosi (Marlene Morreis) entwirft ein präzises Konzept für die Renovierung. Außer ihr verfügt allerdings niemand über nennenswerte handwerkliche Fertigkeiten, weshalb sich alsbald eine Panne an die nächste reiht. Prompt bleiben erst die Solidarität und dann Marlenes Hoffnungen auf der Strecke: keine Kita, keine Praxis, Ehekrach; und pleite, weil sie all‘ ihr Geld in das Projekt gesteckt hat.

    Anders als die ähnlich konzipierte Serie „Andere Eltern“ (TNT Comedy), deren komische Effekte vor allem aus den Streitereien über die unterschiedlichen pädagogischen Vorstellungen der Beteiligten resultierten, setzt das Drehbuch von Jens Urban vor allem auf viele kleine schnelle Gags. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Figuren im Wesentlichen auf wenige Aspekte reduziert werden und daher etwas oberflächlich und eindimensional bleiben: die unentspannte Lehrerin Renate (Valerie Niehaus), die alles besser weiß; die patente Handwerkerin Rosi, die um die Anerkennung ihres Vaters (Martin Feifel) ringt; der arbeitslose Witwer Karl (Stephan Grossmann), der sich inmitten der Mütter pudelwohl fühlt; und schließlich die attraktive Tülin (Yasemin Cetinkaya), die bei jeder Begegnung von ihrer übergriffigen Schwiegermutter erzählt. Einzig Renate darf im Verlauf der Geschichte eine überraschende andere Seite offenbaren: Sie ist lesbisch.

    Das klingt alles schlicht und überschaubar, ist aber dank der flotten Umsetzung durch Christina Schiewe, die die Slapstick-Momente sehr beiläufig inszeniert hat, recht unterhaltsam. Farb-, Licht- und Bildgestaltung (Kay Gauditz) verbreiten ohnehin eine angenehme Atmosphäre, und die gute Musik von Martina Eisenreich sorgt für genau die richtige akustische Untermalung. Die Rollen sind ausnahmslos treffend besetzt, zumal die Frauen auch äußerlich stark typisiert wurden. Mitunter setzen zwar gerade die weiblichen Mitwirkenden unnötig deutliche Comedy-Signale, aber Stephan Grossmann gleicht das mit seiner wohltuend zurückhaltenden Art wieder aus. Außerdem machen viele kleine Drehbucheinfälle großen Spaß, etwa die Frauenfortbildung im Baumarkt („Ladies Night“) mit Prosecco und pinkfarbenen Utensilien. Gegenentwurf zum sexistischen Handwerkskurs ist Renates Erziehungskonzept, das selbstredend auch „Gender-Mainstreming“ mit einschließt, denn letztlich setzt sich die Komödie natürlich auch mit einem vermeintlichen Naturgesetz auseinander: Nirgendwo steht geschrieben, dass die Selbstverwirklichungspläne der Männer wichtiger seien als die der Frauen. tpg.
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