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Kimyô na sâkasu

Filmhandlung und Hintergrund

Sexueller Missbrauch in der Kindheit und die damit verbundenen Traumata sind auf der Leinwand wohl selten verspielter und zugleich drastischer thematisiert worden als in diesem in stilverliebten Inzesterotikdrama des japanischen Regisseurs Sion Sono. Ein Best-of der europäischen klassischen Musik beschallt da eine bizarr verschachtelte Story, unterbrochen immer wieder von Ausflügen in eine fantastische Zirkuswelt und...

Von ihrem zwölften Lebensjahr an muss die junge Mitsuko ihrem als Schuldirektor wirkenden Vater sexuell zu Willen sein. Mama Sayuri wohnt den Vergewaltigungen bei, eingesperrt in einen Cello-Kasten mit Guckloch. Später sieht Mitsuko ihren Eltern aus dem Cellokasten beim Beischlaf zu. Irgendwann wird die Mutter dann eifersüchtig und misshandelt Mitsuko schwer. Jahre später: Die Schriftstellerin Taeko hat ihre kaputte Kindheit literarisch verarbeitet. Doch ist es wirklich ihre wahre Geschichte?

Jahrelang wurde die kleine Mitsuko missbraucht. Jetzt schlägt sie zurück. Experimentelles Inzestdrama aus Japan.

Darsteller und Crew

  • Masumi Miyazaki
  • Issei Ishida
  • Rie Kuwana
  • Mai Takahashi
  • Fujiko
  • Tomorowo Taguchi
  • Shion Sono
  • Koji Hoshino
  • Toshiaki Nakazawa
  • Toshihiro Sato
  • Toshiie Tomida
  • Yuichiro Otsuka
  • Junichi Ito

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Sion Sono führt in der Tat einen merkwürdigen Zirkus auf. Bereits zu Anfang des Films sammelt sich in einer von Künstlichkeit umgebenen Manege eine Gruppe skurriler Figuren, die einem absurden Spektakel beiwohnen möchte. Sieht Sono vielleicht hierin sogar sein eigenes Publikum? Er setzt jedenfalls die Zirkus-Traumwelt der Protagonistin Mitsuko in starken, kontrastierenden Farben von der Realität ab.

      Doch was ist eigentlich die Realität? Sowohl Mitsukos Träume und Visionen, als auch ihre Realität (die zudem unter subjektiver Wahrnehmung oft in Blut getüncht ist) scheinen kaum real und zumindest nicht gegenwärtig. Mit der Welt der Autorin Taeko scheint sich der Film auf eine unmittelbarere Eben zu begeben ... kein Grund jedoch für Sion Sono vom Surrealen abzuweichen. Mit geradezu unerbittlicher Härte werden albtraumhafte Visionen in die Realität umgesetzt und sind an Grausamkeit kaum zu überbieten.

      Neben dem desorientierenden und verstörenden Effekt des Gezeigten, sorgen die Figuren des Films für weitere Verwirrung. Immer wieder überraschen unerwartete Wendungen, doch selbst wenn sich unsere Befürchtungen bestätigen, vermag es das Ausmaß des Unvermeidlichen dennoch zu erschrecken.

      "Strange Circus" rechnet an seinen Protagonisten für deren geschmacklos Inszenierte Farce ab. Aus Mitsukos anfänglicher Neugier nach Sexualität entwickelt sich eine inzestuöse Situation mit dem Vater, welche Mitsuko anfange zu genießen, so schreibt die Autorin Taeko. Als Mitsuko jedoch zu Wort kommt, räumt diese mit allen krankhaften Vorstellungen auf und stellt sich kompromisslos diesen Verharmlosungen entgegen und kann sich mit Freund und Feind auseinandersetzen.

      Letztlich dreht sich am Ende wieder alles um die Beziehung zwischen Mutter und Kind, deren Grenzen hier so oft schon verwischt wurden. Hier steht dann die Frage nach Verantwortung und vielleicht sogar eine Studie dessen, was ein facettenhaftes Maskenspiel bewirken kann.

      Fazit: Ein an farbenfrohem Zynismus kaum zu überbietendes Meisterwerk des Abgründigen.
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    2. Sexueller Missbrauch in der Kindheit und die damit verbundenen Traumata sind auf der Leinwand wohl selten verspielter und zugleich drastischer thematisiert worden als in diesem in stilverliebten Inzesterotikdrama des japanischen Regisseurs Sion Sono. Ein Best-of der europäischen klassischen Musik beschallt da eine bizarr verschachtelte Story, unterbrochen immer wieder von Ausflügen in eine fantastische Zirkuswelt und gepflastert mit Blut- und Sexszenen, die nichts für schwache Nerven sind. Interessanter Trip frisch vom Fantasy Filmfest.
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