Filmhandlung und Hintergrund

Verfilmung von Elmore Leonards Thriller über zwei Killer, die ein verheiratetes Zeugenpaar mit blutiger Konsequenz verfolgen.

Eigentlich wollte sich Mafiakiller Armand zur Ruhe setzen. Doch das Geld ist knapp und der junge, von Gangsterfantasien getriebene Hitzkopf Richie erinnert ihn an seinen Bruder, der bei einem Auftragsmord ums Leben kam. So lässt sich Armand von Richie zur Erpressung eines Maklers überreden. Doch als sie ihr Opfer mit Stahlarbeiter Wayne verwechseln, setzt sich dieser vor den Augen seiner Frau zur Wehr, zwingt das Duo zur Flucht. Von nun an verfolgt Armand nur noch ein Ziel: das Ehepaar, das gegen ihn aussagen könnte, zu töten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Seit in den Fünfzigern mehrere seiner Westernromane erfolgreich adaptiert wurden, ist der immer noch produktive Kriminalschriftsteller Elmore Leonard aus dem Filmsektor nicht mehr wegzudenken. Bei den meisten Verfilmungen wundert man sich allerdings über den positiven Ruf des Starautors, denn die häufig recht einfachen Plots dürften kaum (allein) die Qualität seiner Werke ausmachen. In der Tat leben Leonards Arbeiten gleichfalls vom Gespür für atmosphärische Details, präzise Figurenzeichnungen und lakonische Dialoge, was bei der Kinoumsetzung nur in wenigen Fällen (etwa bei „Schnappt Shorty“, „Out of Sight“ oder ansatzweise „Jackie Brown“) zum Tragen kommt.

      Gewissermaßen als Nachfolgeprojekt zu Quentin Tarantinos drittem Langfilm entstand durch dessen Produktionsfirma das melancholische Gangsterdrama „Killshot“, bei dem der Meister ursprünglich für den Part des sich überschätzenden, impulsiven Nachwuchsgangsters Richie Nix vorgesehen war. Man darf vermuten, dass Tarantino ähnlich dick aufgetragen hätte wie es Jungdarsteller Joseph Gordon-Levitt hier tut. Den angehenden Star konnte man schon in weiteren, ähnlich übersehenen Neo-Noirs wie „Brick“ und „The Lookout“ erleben. Nur hielt er sich dort wohltuend zurück.

      Gordon-Levitts Hang zum Chargieren ist nicht der einzige Schwachpunkt der Thrilleradaption aus dem Hause Weinstein. Wieder einmal ließen die filmbegeisterten, aber knallharten Geschäftsleute ein bei Testvorführungen durchgefallenes Werk überarbeiten, kürzen und umschneiden, wobei Johnny Knoxvilles Rolle als korrupter Deputysheriff der Schere zum Opfer fiel. Einige andere Handlungsstränge wirken ebenso lose geknüpft und manche Charaktere zu oberflächlich gezeichnet.

      Offenbar dank des Renommees von „Shakespeare in Love“-Regisseur John Madden gewann man selbst für kleine Parts prominente Darsteller wie Hal Holbrook als alternder Pate in Blackbirds Visier oder Rosario Dawson als Donna, Richies vernachlässigte Freundin und Elvis-Fan.

      Sicherlich gilt John Madden nicht als Actionspezialist, weshalb er von Beginn an ein gemächliches, elegisches Tempo anschlägt, das vom Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen und beständiger Werte geprägt ist. Hierfür steht der mit versteinerter Mine durch den Film ziehende Mickey Rouke als unbarmherziger, müder Killer, der aber seine Prinzipien pflegt und eher beiläufig Nähe zu Donna aufbaut, was Richie schnell ein Dorn im Auge ist. Blackbird und sein Opfer, der alternde Pate, verkörpern auf der einen Seite den Verlust von Tradition, wobei sie mit dem jüngeren, kalkulierenden Mafiachef oder dem sinnlos mordenden Richie Nix als Vertreter des modernen Verbrechens konfrontiert werden.

      Die anfangs präzise aufgebaute Story unterstützt Caleb Deschanels stimmige Fotografie der kanadischen Szenerie und Klaus Badelts dichter Score. Doch je weiter der fatale Konflikt voranschreitet, umso vorhersehbarer und unglaubwürdiger entwickelt er sich. Am Ende geht es lediglich um die Konfrontation der beiden engstirnigen Kriminellen mit dem von Diane Lane und Thomas Jane verkörperten, zupackenden Ehepaar, dessen kriselnde Beziehung neuen Aufwind erhält. Zu diesem Zeitpunkt erscheinen die Wendungen und Charakterreaktionen zunehmend weniger plausibel. Wieder einmal erwiesen die Weinstein-Brüder einem ihrer produzierten, glatt gebügelten Filme einen Bärendienst.

      Fazit: Eine nur anfangs fesselnde Mischung aus Thriller und Ehedrama mit manchen Plotlöchern, was die prominenten Namen vor und hinter der Kamera nur teilweise auszugleichen vermögen.
    2. Killshot: Verfilmung von Elmore Leonards Thriller über zwei Killer, die ein verheiratetes Zeugenpaar mit blutiger Konsequenz verfolgen.

      Die Kugel ersetzt für den Profikiller den Rentenplan - das zeigt auch John Maddens Thriller nach einer Vorlage von Elmore Leonard.

      Sentimentalitätsverzicht, harte Gewalt, faszinierendes Figurenpersonal zwischen clever und geistig überfordert sind zusammen mit einem lakonisch-ironischen Ton die Markenzeichen Elmore Leonards. Qualitäten, die nach erfolgreichen Adaptionen wie „Jackie Brown“ oder „Schnappt Shorty“ ansatzweise auch diese Verfilmung zeigt, die vor Jahren von Quentin Tarantino umkreist wurde, letztlich aber bei „Shakespeare in Love“-Regisseur John Madden landete. Trotz Prominenz vor und hinter der Kamera und einem Drehbuch, an dem Topautoren wie Hossein Amini, Anthony Minghella und Sydney Pollack arbeiteten, geriet „Killshot“ in den Problem-Projekte-Strudel der Weinstein Company und erweist sich Jahre nach Beendigung der Dreharbeiten als Film mit dramaturgischen Wunden, aber sehenswerten Darstellern. Aufmerksamkeitsmagnet ist Mickey Rourke in der Rolle des halbindianischen Auftragskillers Armand, der sich zur Ruhe setzen will, nachdem er den Paten der Toronto-Mafia abserviert hat. Doch der Rückzug ins Privatleben wird sabotiert, weil Armand knapp bei Kasse ist, im Heimatort nicht gern gesehen ist und er die Wege eines größenwahnsinnigen Provinzspinners kreuzt, der ihn letztlich in den Abgrund reißt. Der schlichte Plan von Richie (Joseph Gordon-Levitt), einen Makler zu erpressen, mündet in einer unerwarteten Konfrontation mit Stahlarbeiter Wayne (Thomas Jane), der sich zur Wehr setzt, als die beiden ihn mit dem Makler verwechseln. Nachdem das Duo vor der eintreffenden Polizei flüchten musste, verfolgt Armand nur noch ein Ziel: Wayne und seine Frau (Diane Lane) zu töten. Obwohl dieser Plan nur in der Annahme plausibel wird, dass die Intelligenz der Killer Reflexion nicht zulässt, obwohl das Paar nicht einmal Erpressung wirklich bezeugen könnte und das FBI die Täter längst identifiziert hat, verfolgt Armand sein Zeugenschussprogramm bis zum bitteren Ende - auch nachdem das Paar vom FBI mit neuen Identitäten umgesiedelt wurde. Ein wirklich glaubwürdiger Thriller ist „Killshot“ in der vorliegenden Fassung, in der Konsequenz von Nachdrehs und Neuschnitt, nicht, zumal auch das FBI kaum smarter als die beiden Killer wirkt. Trotzdem besitzt der Film noch genügend Kraft, Spannung bis zum Ende zu entwickeln und mit den Darstellungen von Diane Lane und Mickey Rourke zu gefallen, die mehr als 25 Jahre nach „Rumble Fish“ unverändert Charisma und Präsenz beweisen. kob.

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