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Killer: Tagebuch eines Serienmörders

Filmhandlung und Hintergrund

Serienkiller üben seit jeher eine morbide Faszination aus, was liegt also näher, als die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Amerikas womöglich erstem Serienmörder zu verfilmen. Die Produktion wurde adäquaterweise vom im Sujet bewanderten Oliver Stone übernommen, der sich mit seinem kontroversen „Natural Born Killers“ selbst einen Platz in der Medienhistorie sicherte. Regisseur Tim Metcalfe basierte sein Skript...

Durch eine Jugend voller Gewalt zum mitleidslosen Monstrum mutiert, zieht der vagabundierende Serienmörder Carl Panzram in den 20er Jahren eine breite Blutspur quer durch die USA. Nach seiner Verhaftung 1930 findet er in einem jungen Gefängniswärter erstmals eine Vertrauensperson, doch selbst der von dem intelligenten und eloquenten Killer faszinierte Idealist kann ihn nicht von seinem erklärten Vernichtungsfeldzug gegen jedermann einschließlich sich selbst abbringen.

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Kritikerrezensionen

  • Serienkiller üben seit jeher eine morbide Faszination aus, was liegt also näher, als die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Amerikas womöglich erstem Serienmörder zu verfilmen. Die Produktion wurde adäquaterweise vom im Sujet bewanderten Oliver Stone übernommen, der sich mit seinem kontroversen „Natural Born Killers“ selbst einen Platz in der Medienhistorie sicherte.

    Regisseur Tim Metcalfe basierte sein Skript auf dem 1970 erschienenen Buch von Thomas El Gaddis und James O. Long, das die seltsame Freundschaft zwischen einem liberalen, jüdischen Gefängniswärter und einem zum Tode verurteilten, verrohten Mörder schildert. Ein Vergleich zu Tim Robbins „Dead Man Walking“ bietet sich an, da die beiden Protagonisten auch hier die Polarisierung von Gut und Böse symbolisieren und ihre Annäherung als Schritt in Richtung Selbsterkenntnis und persönlichem Wachstum verstanden werden darf. Doch während es sich bei Robbins‘ meditativer Moralstudie um einen emotial tief bewegenden universalen Appell gegen die Todesstrafe handelt, nimmt die Exekution des Mörders hier einen völlig anderen, intimen Stellenwert ein.

    Henry Lesser (Robert Sean Leonard) tritt 1929 in Ermangelung einer Alternative eine Stelle als Wärter im Leavenworth-Zuchthaus an. Seine idealistischen Reformgedanken projeziert er bald auf den völlig reuelosen Mörder Carl Panzram (James Woods), nachdem Lesser Zeuge dessen brutaler Züchtigung durch seine Kollegen wird. Entgegen strengem Verbots besorgt Lesser seinem „Schützling“ - den „das System zur gefühllosen Bestie gemacht hat“ - Bleistift und Papier, damit dieser seine Memoiren aufzeichnen kann. Das Manuskript berichtet - und der Film in Flashbacks, die vorwiegend in ausgebleicht sepiagefärbten und tristen Schwarzweiß-Aufnahmen gehalten sind - von einer endlosen Reihe gravierender psychischer und physischer Mißhandlungen, die Panzram zu sinnlosen Morden, Raub, Vergewaltigung und wiederholtem Vertrauensbruch motivieren. Das Lesen der verstörenden Aufzeichnungen zieht Lesser dermaßen in den Bann, daß er sich schmutziger Mitwisserschaft schuldig fühlt. Umso besessener ist sein Bemühen, das selbstdeklarierte „verkommene Subjekt“ Panzram mittels eines psychologischen Gutachtens als geistig unzurechnungsfähig vor dem Strang zu retten. Doch der scheinbar emotionskalte Killer hat von „Erlösung“ seine eigenen Vorstellungen…

    Beide Hauptdarsteller spielen superb, wobei selbst Woods Hang zum Overacting seiner nihilistischen Figur, die zu eruptiver, graphisch dargestellter Gewalt neigt, nicht allzu viel anhaben kann. Leider bleibt der versprochene Einblick in die Psyche eines Serienmörders oberflächlich: Gewalt wird hier mit Gegengewalt beantwortet, und Vertrauen ebenfalls. Weshalb das bei letzterem der Fall ist, bleibt unbeantwortet. Stattdessen wird umso akribischer auf die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen Verbrecher und seinem Aufseher eingegangen, wobei Panzram bis zum Schluß als arroganter Egoist porträtiert wird, dessen vorgegebenes Schicksal weitgehend kalt läßt. ara.
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