Killer Joe

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   2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Killer Joe: Pechschwarze Komödie um einen jungen Dealer, der einen Killer engagiert und als Pfand für die Bezahlung die jüngere Schwester fordert.

Kleindealer Chris Smith muss 6000 Dollar auftreiben, nachdem seine von allen verhasste Mutter sein Drogenversteck entdeckt und ausgeräumt hat. Ein Plan, um an das Geld zu kommen, ist von Vater und Sohn schnell ausgeheckt: Die Lebensversicherungspolice der Mama soll sie all ihrer Sorgen entledigen – und den Mann für den Job, Hitman Joe „Killer“ Cooper, kennt man auch. Ein Problem stellt lediglich der geforderte Vorschuss Coopers dar – bis der Killer vorschlägt, Chris‘ jüngere Schwester Dottie als Pfand zu behalten, bis er bezahlt wird.

Chris sind die Schulden über den Kopf gewachsen. Als Ausweg sieht er nur, einen Auftragskiller anzuheuern und seine Mutter ermorden zu lassen, um das Versicherungsgeld einzustreichen. Er findet Joe Cooper, der eigentlich Polizist ist, sich aber als Hitman ein paar Dollars nebenher verdient. Um den Verdacht von sich zu lenken, setzt Chris seine Schwester Dottie als Empfängerin des Geldes ein. Weil Joes Salär höher ist, als er es sich leisten kann, erklärt Chris sich bereit, dass der Killer seine Schwester vorübergehend als Pfand erhält.

Ein Drogendealer heuert einen Auftragskiller, um seine Mutter ermorden zu lassen und auf diese Weise an ihr Versicherungsgeld zu kommen. Ebenso kompromisslose wie pechschwarze Komödie mit Starbesetzung, mit der William Friedkin und Tracy Letts ihre Zusammenarbeit nach „Bug“ fortsetzen.

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Kritikerrezensionen

  • In seinem neusten Werk setzt Regisseur William Friedkin („French Connection“) dort an, wo er zuvor mit „Bug“ aufhörte: bei der zersetzenden Gewalt des White-Trailer-Trash, wo sich jeder selbst der Nächste ist und Selbstzerfleischung, Angst, Neid sowie Hass die Oberhand gewinnen. Wie schon „Bug“ handelt es sich bei „Killer Joe“ um die Adaption eines Broadwaystücks von Tracy Letts, was der präzisen Verfilmung nicht zum Nachteil gerät. Wo der Vorläufer von 2006 in einer Mischung aus extremer Gewalt und halluzinatorischer Paranoia der beiden Protagonisten manchen Zuschauer aus dem Saal trieb, fällt die rabenschwarze Satire „Killer Joe“ aufgrund des schwarzen Humors und bissiger Dialoge unterhaltsamer, aber nicht weniger beklemmend aus.

    Nach dem herausragenden Duo Ashley Judd und Michael Shannon in „Bug“ konnte William Friedkin mit Matthew McConaughey, Thomas Haden Church, Juno Temple und Emile Hirsch erneut eine exzellente Darstellerriege gewinnen, die ihre durchweg wenig sympathischen Charaktere glaubwürdig zu Leben erwecken. Identifikationsfiguren sucht man vergeblich, wobei Friedkin bewusst auf Gut-Böse-Schablonen verzichtet und das verlogen-verzweifelte Personal mit einer Spur Verständnis für ihre desolate Lage skizziert. Aufgrund von Egoismus und Ignoranz verschuldet die kriminelle Sippe ihr Schicksal letztlich selbst.

    Im Titelpart überhöht Matthew McConaughey sein romantisches Verführer-Image, das zuletzt bei „Magic Mike“ für Glanzlichter sorgte, indem er den schwarz gekleideten Gesetzeshüter zunächst als charmanten, gefährlichen Gentleman anlegt. Innerhalb von Sekunden kann Joe vom höflichen Südstaatencowboy zum skrupellosen Schläger generieren, der vornehmlich seinen eigenen Interessen folgt – und die bestehen zunächst aus Geld, Sex und Macht. Praktischerweise wird Joe Cooper häufiger auf die Delikte angesetzt, die er zuvor selbst verübte. Ebenso triebgesteuert und geldgierig agiert das restliche Personal. Sogar die naive Dottie, sich ihrer verführerischen Reize wenig bewusst, willigt in den kriminellen Plan anstandslos ein. Juno Temple, zuletzt als Catwomans lesbische, kriminelle Geliebte zu sehen, war abboniert auf freizügige, ambivalente Rollen zwischen bedrohtem Opfer und bedrohlicher Femme Fatale. Als Vorstadt-Lolita darf sie hier beides zugleich sein.

    Bei der familiären Selbstzerfleischung mit wechselnden Allianzen zwischen Gina Gershon, Emilie Hirsch und Thomas Haden Church bleiben ausgerechnet das Zielobjekt, die verhasste Mutter, sowie ihr neuer Liebhaber als Kombination aus McGuffin und Samuel Becketts enigmatischem Godot unsichtbar. Deren Auftreten erschien überflüssig, denn die restliche, verkommene Sippschaft verläuft sich ohnehin in einem Teufelskreis aus Aggression, Verdächtigungen und Boshaftigkeit.

    Friedkins böse Parabel auf den amerikanischen Traum dient als Spiegel für eine Gesellschaft, deren Werte sich längst in einem Netz aus Gier und Schamlosigkeit verfangen haben. Damit beweist der 75-jährige Regieveteran, dass man immer noch mit ihm rechnen darf.

    Fazit: Der Thriller „Killer Joe“ liefert ein rabenschwarzes Familienporträt als radikaler Spiegel des amerikanischen Wesens.
  • Ein pechschwarze Komödie, von William Friedkin („Brennpunkt Brooklyn„), einem der wichtigsten Filmemacher des New Hollywood, in und um New Orleans in Szene gesetzt. Wohlige Erinnerungen an Danny DeVitos „Schmeiß‘ die Mama aus dem Zug!“ werden hier wach, wenn Emile Hirsch („Into the Wild„) krampfhaft versucht, seine Familienprobleme zu lösen, und Matthew McConaughey („Der Mandant„) selbstironisch sein Strahlemann-Image persifliert. Das Drehbuch verfasst Tracy Letts nach ihrem eigenen Bühnenstück.

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