Filmhandlung und Hintergrund

Geschichte über das Politikerpaar Petra Kelly und Gert Bastian. 1992 hatte Bastian zuerst seine Lebensgefährtin und anschließend sich selbst erschossen.

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Kritikerrezensionen

  • Kelly Bastian - Geschichte einer Hoffnung: Geschichte über das Politikerpaar Petra Kelly und Gert Bastian. 1992 hatte Bastian zuerst seine Lebensgefährtin und anschließend sich selbst erschossen.

    Für diesen Film, glaubt Regisseur Andreas Kleinert, „werden wir uns eine Menge Ärger einhandeln“. Den Ärger erwartet er vermutlich von jenen, die sagen werden, „So war es doch gar nicht!“ Ihnen hält Kleinert prophylaktisch entgegen: „Mich interessiert nicht die Realität, mich interessiert nur die Wahrheit.“

    Die Wahrheit über die ebenso leidenschaftliche wie selbstzerstörerische Beziehung zwischen Petra Kelly und Gert Bastian, die schließlich mit dem Tod beider endet: So könnte sie ausgesehen haben. Doch der Ärger, mit dem Grimme-Preisträger Kleinert („Klemperer“) so fest rechnet, dürfte ausbleiben. Zum einen werden die in ihren Gründungsjahren als reichlich chaotischer Haufen dargestellten Grünen, die Kellys wachsende Prominenz äußerst missgünstig verfolgen, mit Recht darauf verweisen, das sei doch alles schon lange her; und aus dem gleichen Grund könnte es gut sein, dass sich heute niemand mehr für das Politpärchen Kelly/Bastian interessiert.

    Ein alter Hase wie Wolfang Menge weiß das natürlich. Deshalb musste ihm daran gelegen sein, der Beziehung parabelhafte Züge zu geben. Getreu eines Mottos aus der Frauenbewegung, „Das Private ist politisch“ (der Film basiert auf der Kelly/Bastian-Biografie von Alice Schwarzer), verknüpft Menge daher die beiden Formen von Petra Kellys Scheiterns: im Privatleben wie auch in der Politik. Menge zeichnet sie als Idealistin, „die die Welt verändern wollte, aber sich immer irgendwie aus der Wirklichkeit herausgehalten hat“. Für einen Autoren ist eine solche Figur naturgemäß höchst interessant. Menge fühlt sich durch Kelly an Johanna von Orleans erinnert: eine Frau, die sich kämpferisch gibt, auch wenn ihr körperlicher Verfall andeutet, dass sie sich ganz offensichtlich zuviel zutraut; und die innerlich zerbricht, obwohl ihr der 24 Jahre ältere Freund jeden nur erdenklichen Halt gibt.

    Naturgemäß hat Dagmar Manzel in diesem Film die facettenreichere, für eine Schauspielerin also ungleich reizvollere Rolle. Ihre Ähnlichkeit mit der Grünen-Gründerin Petra Kelly ist vor allem emotionaler Art. Um so intensiver vermittelt Manzel die Zerrissenheit Kellys, die schließlich an jener Wirklichkeit scheitert (und, wie Schwarzer andeutet, wohl auch an Spuren der Vergangenheit), die sie laut Menge so hartnäckig zu ignorieren versucht.

    Da sich der Film vor allem auf Kelly konzentriert, rückt Bastian, von Michael Mendl als väterlicher Freund angelegt, zwangsläufig etwas in den Hintergrund, obwohl auch der grüne „Friedensgeneral“ ein ambivalentes Bild bietet. Er führt eine offenkundige, von seiner Frau anscheinend tolerierte Beziehung mit der Politikerin, doch was ihn letztlich fasziniert, bleibt offen. Das gilt auch für die Motive, die ihn schließlich zur Waffe greifen lassen. Menge und Kleinert spekulieren gar nicht erst, sondern stellen bloß dar, wie es sich nach dem Bericht der Staatsanwaltschaft zugetragen hat: Bastian erschießt erst die schlafende Kelly, verlässt dann das Zimmer und tötet dann sich selbst.

    Anders als in vergleichbaren biografischen Filmen spielen die äußeren Umstände hier kaum eine Rolle. Natürlich gibt es die Friedensbewegung, die Sitzblockaden gegen Nato-Doppelbeschluss und den Einzug der Grünen in den Bundestag; doch im Zentrum bleibt immer das Paar. Dies sowie die stets um künstlerische Ausdrucksstärke bemühte Bildgestaltung (Johann Feindt) geben dem Film etwas Künstliches. Wer kein ausgesprochenes Interesse an der Beziehung zwischen Petra Kelly und Gert Bastian hat, wird der Handlung wohl nur mit distanziertem Interesse folgen. tpg.

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