Kehrtwende

Kinostart: 13.04.2011

Kehrtwende: TV-Drama mit Dietmar Bär als gewalttätigem Familienvater, der sich zu ändern versucht, als er vor den Scherben seines Lebens steht.

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama mit Dietmar Bär als gewalttätigem Familienvater, der sich zu ändern versucht, als er vor den Scherben seines Lebens steht.

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Kritikerrezensionen

  • Kehrtwende: TV-Drama mit Dietmar Bär als gewalttätigem Familienvater, der sich zu ändern versucht, als er vor den Scherben seines Lebens steht.

    Dietmar Bär überrascht und imponiert in diesem von Dror Zahavi beklemmend realitätsnah inszenierten WDR-Drama als prügelnder Familienvater.

    Jeder kennt das. Es gab Ärger am Arbeitsplatz, man steht unter Strom und braucht ein Ventil. Die einen treiben Sport, die anderen toben sich beim Autofahren aus; und einige lassen die Familie unter ihren Aggressionen leiden. Häusliche Gewalt ist ein Tabuthema, die Dunkelziffer vermutlich erschreckend hoch. Konsequenterweise hat der WDR, ohnehin der ARD-Sender für die wunden Punkte der Gesellschaft („Wut“, „Zivilcourage“), die Problematik nicht beschönigt. Hauptfigur des Films „Kehrtwende“ ist kein Mann aus einer Randgruppe, sondern ein Lehrer, der bei seinen Schülern und vor allem den Mitgliedern eines Multikulti-Chor-Projekts offenkundigen Respekt genießt. Beruflichen Stress frisst er in sich hinein; zuhause genügen dann beiläufige Provokationen, um ihn explodieren zu lassen. Sein Freund, der Schulleiter (Jörg Hartmann), hätte das nie für möglich gehalten.

    Dietmar Bär mit ungewohnter Frisur und Brille ist eine großartige Besetzung für diese facettenreiche Rolle, weil man ihm den beliebten Lehrer ebenso glaubt wie den liebenden Ehemann, der sich regelmäßig dafür hasst, wenn er wieder mal die Beherrschung verliert. Regisseur Dror Zahavi („Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben“, „Zivilcourage“) hat ohnehin schon mehrfach bewiesen, wie wunderbar er Schauspieler zu führen versteht. Auch Natalia Rudziewicz und Justus Kammerer machen ihre Sache als Schäfers Kinder ausgezeichnet. Gerade die Gewaltszenen haben es in sich. Wenn Schäfer seine Frau krankenhausreif prügelt und immer noch hemmungslos auf sie eintritt, als sie am Boden liegt, inszeniert Zahavi das derart naturalistisch, dass sich empathischen Zuschauern ohne Weiteres der Magen umdrehen kann.

    Es passt zur Konsequenz dieses Films, dass Autor Johannes Rotter und Zahavi auf wohlfeile Erklärungsansätze ebenso verzichten wie auf ein beruhigendes Ende. Zu dieser Haltung gehört auch die Verkörperung der Figuren. Inka Friedrich legt die Rolle von Viola Schäfer ähnlich vielschichtig an wie Bär den eigentlich liebevollen Familienvater: Erst nach Jahren vertraut sich die Frau, die ihren Mann auch gegenüber den Kindern stets in Schutz nimmt („Er ist kein Monster“), ihrer besten Freundin Gisa (Nina Petri) an; bis dahin hatte sie Blutergüsse stets als Folgen von Stürzen mit dem Fahrrad oder auf der Kellertreppe erklärt. Als Viola unter Gisas Einfluss endlich einen Schlussstrich zieht, erkennt Schäfer, dass es Zeit für die titelgebende Kehrtwende ist, wenn er seine Familie nicht für immer verlieren will. tpg.

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