Kann ja noch kommen

  1. Ø 0
   2012
Kann ja noch kommen Poster

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    Kurztext

    Im Grunde ist der Termin nur noch eine Formsache. Die junge Mutter hat ihr Einverständnis längst gegeben, die Adoptiveltern haben das Kind schon bei sich aufgenommen. Was lediglich noch fehlt, ist die Unterschrift des Vaters. Doch der will nicht. Es ist doch schließlich auch sein Kind. Und sie wollen ihm einfach das Recht nehmen, Vater zu sein. Alle werfen ihm vor, doch gar kein Vater sein zu wollen. Aber vielleicht kann das ja noch kommen. Vier Hauptfiguren in 15 Minuten auf intensive und glaubwürdige Weise aufeinandertreffen zu lassen - dieses Kunststück gelingt Regisseur Philipp Döring in seinem Kurzspielfilm. Dabei sind es vor allem die kleinen Gesten und Blicke, die für die Spannung sorgen und den Zuschauer nie in Sicherheit wiegen. Denn bis zum Schluss ist nicht klar, wie die Situation aufgelöst wird. Zu dieser stimmungsvollen und dichten Atmosphäre trägt auch die Leistung der Schauspieler bei, die allesamt glaubhaft eine Situation verkörpern, in der alle zuviel zu verlieren haben. Und in der es kein Richtig oder Falsch gibt. Auf den Punkt inszeniertes Kurzfilmdrama.

    Gutachten

    Oft werden Lebensschicksale in Büros entschieden. In Philipp Dörings Film entwickelt sich solch ein Drama beim Jugendamt, wo Pflegeeltern zum ersten und wahrscheinlich auch einzigen Mal auf die leiblichen Eltern jenes Kindes treffen, das sie zu adoptieren hoffen. Von den Unterschriften der beiden jungen Menschen hängt es ab, ob das augenscheinlich in gesicherten Verhältnissen lebende Ehepaar das Kind als das ihre großziehen darf. Zwischen den vier Protagonisten entwickelt sich ein Geflecht von Gefühlen, Ängsten und Aggressionen, das Döring dramaturgisch geschickt weiterspinnt. So zögert der junge Erzeuger bei der Unterschrift mit der kaltschnäuzigen titelgebenden Bemerkung, das Vatergefühl "kann ja noch kommen". Bei einem folgenden Zwiegespräch mit dem Pflegevater werden bei beiden tiefere Motive für ihr Verhalten deutlich. Dies ist der Moment des Films, in dem zwei Figuren am meisten von sich offenbaren und Döring inszeniert dies mit einer souveränen Ruhe. Die Darsteller spielen durchweg intensiv und glaubwürdig, wobei Rebecca Klingenberg in der vermeintlich undankbarsten Rolle der eher passiven Pflegemutter besonders auffällt, weil sie die ständige nervöse Angst darum, dass man ihr das Kind doch noch wegnimmt, vor allem mit ihrer ausdruckstarken Körpersprache deutlich machen kann. Ein Teil der Jury störte sich an der nach Schlusspointe, durch die das Verhalten des jungen Erzeugers noch einmal ganz neu bewertet werden muss. Doch von dieser Einschränkung abgesehen ist dies ein konzentriert und subtil erzähltes Kammer- oder besser Bürospiel.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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