„Kaiserschmarrn“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Unabhängig produzierte deutsche Verwechslungskomödie zwischen einem Heimatfilm- und Pornostar.

Alex Gaul sehnt sich nach Shakespeare. Als von Idealen beseelter Jungschauspieler träumt er von der großen Bühnenkarriere. Die Wirklichkeit schaut anders aus: er verdient seine Brötchen als Pornoakteur. Beim Dreh am Wörthersee ergreift er die einmalige Chance, den arroganten Heimatfilmstar Zacharias Zucker k.o. zu schlagen und sich am nachbarlichen Set zur großen Fernsehproduktion „Kaiserschmarrn“ für ihn auszugeben. Eine Verwechslung, der auch die junge Wirtin Yve aufsitzt, in die er sich verliebt hat. Lange lässt sich die falsche Identität nicht aufrecht erhalten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Beim Heimatfilm-Dreh geht es weniger harmonisch zu, als die im Genre gerne propagierte heile Welt vermuten lässt. Die Trash-Komödie "Kaiserschmarrn" überzieht mit ihrer grellen Satire sowohl die Film- und Fernsehbranche, als auch die Heimatfilmidylle alter Schule. Regisseur und Co-Autor Daniel Krauss ("Wo es weh tut", "Heimatfilm!") weckt mit seinem respektlos entlarvenden Blick auf das Showbusiness die Neugier, aber der Stil seiner Komödie ist zu plump für ein nachhaltiges Kinovergnügen.

      Krauss und sein Co-Autor Lasse Nolte thematisieren genüsslich die Hackordnung am Set eines Films. Die Redakteurin des Fernsehsenders (Gerit Kling) ist dort quasi die Domina. Vor ihr kuscht jeder, auch der Regisseur (Heinrich Schafmeister). Der Übelste und Mächtigste von allen aber ist Zacharias Zucker, Heimatfilm-Superstar und Zuschauerliebling. Lustvoll führt die Geschichte vor, wie Alexander als vermeintlicher Zacharias erst lernen muss, die anderen zur Schnecke zu machen. Im Vergleich dazu geht es beim Pornodreh direkt humaner zu. Die Spezlwirtschaft beim Fernsehen, die Gier nach Prominenz und immer wieder die Allmacht der Geldgeber: Es gibt reichlich Material für diese überdrehte Persiflage mit ihrem wahren Kern.

      Am Wörthersee wurden in den 1970er und 1980er Jahren viele Heimatfilme gedreht. Auf die verlogene Idylle solcher alter Geschichten spielt "Kaiserschmarrn" mit übersättigter Farbgebung und einem kräftigen Rotstich an. Auch das einfache Mädel mit dem reinen Herzen darf nicht fehlen. Allerdings sieht diese Yve (Anna Julia Kapfelsperger), in die sich Alexander verliebt, wie eine verkleidete Großstädterin aus. Im Dirndl erzählt sie, dass sie im Hotel kellnert, um ihren Bauernhof erhalten zu können. Solche halbgaren Einfälle und dümmlich-derber Slapstick geben dem Film eine recht beliebige Note. Um als wirklich bissige Satire zu funktionieren, fehlt dieser Komödie zuallererst die klare Zielrichtung.

      Fazit: Als deftige, aber oft auch dümmliche Satire auf die Film- und Fernsehbranche und kitschige Heimatschinken nimmt sich die Trash-Komödie "Kaiserschmarrn" selbst zu wenig ernst, um richtig Spaß zu machen.
    2. Kaiserschmarrn: Unabhängig produzierte deutsche Verwechslungskomödie zwischen einem Heimatfilm- und Pornostar.

      Independent-Verwechslungskomödie, die mit deutschsprachiger Fernsehprominenz Porno- und Heimatfilme parodiert.

      Die unabhängig finanzierte, deutsch-österreichische Produktion von Schauspieler und Regisseur Daniel Krauss („Wo es weh tut“) ist eine wilde und hemmungslos unkorrekte Satire, die das Erotik- und TV-Business gleichermaßen aufs Korn nimmt. Gerhard Polt und - sehr verschärft - Helmut Dietl mit viel (Wiener) Schmäh kommen in den Sinn, wenn ein von allen untergebutterter Sexfilmdarsteller in die Haut eines ihm gleichenden Heimatfilmstars schlüpft und beim Katastrophendreh am Wörthersee die Produktion auf den Kopf stellt.

      Neben einer gnadenlos übersteuerten, farbübersättigten Farce auf Eitelkeiten und Verlogenheiten der Branche darf Antoine Monot Jr. als Alex Gaul aber auch augenzwinkernd kitschige Romcom-Momente mit Anna Kapfelsperger als Zimmermädchen Yve ausleben. Denn bei allen Geschmacklosigkeiten und Fäkalhumor beweist Krauss doch ein großes Herz für einen moppeligen Naivling in einer zynischen Welt. In dieser muss er in schmuddeligen Rammelfilmchen spielen, träumt aber, bar jeden Talents, von der Schauspielkarriere - wenn schon nicht Shakespeare, so doch wenigstens ein Heimatfilm, damit seine lungenkrebskranke Großmutter (Fernseh-Legende Grit Boettcher) in Frieden sterben kann. Diese Chance ergreift er, als er die Identität des ihm gleichenden Zacharias Zucker annimmt und fortan zwischen Porno-Set und Heimatfilm-Dreh nebenan hin- und herpendelt, dabei in die Fußstapfen eines arroganten Mistkerls tritt und überfordert mit wachsenden Problemen jongliert.

      Kunst hat keine Chance, so das Credo der in krampfhaft fröhlichem Tonfall verschossenen Breitseite gegen Stars, Geschäft und Sender, die Trash statt Kultur produzieren und menschlich nur verkommene Exemplare hervorbringen. Das schreiend bunte Durcheinander voller Karikaturen und grellen Überzeichnungen wird, wenn auch nur minimal, durch eine Liebesgeschichte geerdet und schießt bisweilen über das Ziel hinaus. Was zahlreiche prominente Cameos wie Ottfried Fischer als grantelnder Hausmeister oder Ilja Richter als in einer Sänfte getragener Senderchef spielend aufwiegen. tk.

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