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Käpt'n Blaubär

   Kinostart: 16.12.1999

Käpt'n Blaubär: Der erste Käpt'n Blaubär-Kinofilm mit gewohnt witzigem Seemannsgarn.

Filmhandlung und Hintergrund

Der erste Käpt'n Blaubär-Kinofilm mit gewohnt witzigem Seemannsgarn.

Erzählgenie Käpt’n Blaubär spinnt mal wieder Seemannsgarn für seine drei ungläubigen Enkel: Er erzählt von seinem einstigen Sandkastenfreund Feinfinger, der längst sein diabolischer Gegenspieler geworden ist. Er will die Welt beherrschen, doch Blaubär und sein getreuer Freund Hein Blöd machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

Dem bösen und stets zu allen Schandtaten bereiten Professor Doktor Feinfinger ist es geglückt, die drei kleinen Bärchen in seine Gewalt zu bringen. Nun gedenkt er, sie zu Oberschurken umzuerziehen, um dann mit ihrer Hilfe die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das wollen Käp’tn Blaubär und Hein Blöd selbstverständlich verhindern. Doch bevor ihr Unterfangen von Erfolg gekrönt ist, müssen sie sich unter anderem gegen gefräßige Immobilienhaie, skrupellose Krokodil-Piraten und eine schrecklich vor sich hin furzende Maulwurf-Armee zur Wehr setzen.

Käpt’n Blaubär und Hein Blöd wollen die drei kleinen Bärchen aus den Klauen des bösen Professor Doktor Feinfinger retten, der sie zu Oberschurken umerziehen will. Unterwegs müssen sie allerhand Abenteuer bestehen. Anarchisch-witziger Animationsfilm auf der Basis der Geschichten von Walter Moers.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Käpt'n Blaubär: Der erste Käpt'n Blaubär-Kinofilm mit gewohnt witzigem Seemannsgarn.

    Drei Jahre nach „Kleines Arschloch“ begeben sich Walter Moers und Michael Schaacks Trickfilmcompany (diesmal unter der Regie von Hayo Freitag) wieder auf hohe Zeichentricksee, um eine weitere populäre Cartoonfigur des Autoren im Kino vor Anker gehen zu lassen. Die Kinokassenzeichen stehen auf Taifun: Denn nicht nur sind die Flunker-Münchhausiaden von „Käpt’n Blaubär“ künstlerisch deutlich ambitionierter umgesetzt als die respektlosen Arschloch-Streiche. Das aberwitzige Duell des alten Seebären mit seinem Erzfeind (und Fernschachgegner) Prof. Dr. Feinfinger spricht eine wesentlich größere Zuschauerschicht an: Kids sollten an den bunten Abenteuern Spaß haben, Erwachsene werden die cleveren Gags und Helge Schneiders Galaauftritt als Feinfinger (und sein Zepter) genießen.

    Lügen haben in diesem erquicklichen und nicht nur in Anbetracht seiner extrem kurzen Produktionszeit von gerade einmal einem Jahr ausgesprochen ansprechend-durchdacht realisierten Segeltörn durch die letzten unerschlossenen Passagen der Weltmeere nicht lange, sondern blaubehaarte Beine. Wie in den Folgen von Blaubärs TV-Serie, die sich mehr auf Walter Moers‘ überbordende Erzählfantasie und die Synchro mit Wolfgang Völz als Titelheld und Edgar Hoppe als des Käpt’ns rechte Hand Hein Blöd verläßt als auf ausgefeilte Animation und dramatische Stringenz, sieht sich auch im Film ein sichtlich in die Jahre gekommener Blaubär vor die Aufgabe gestellt, seine drei neunmalklugen Bärchen-Enkel mit Geschichten aus seiner glorreichen Vergangenheit in den Schlaf zu wiegen. Wie immer wollen sie ihrem Opi keinen Glauben schenken, tun seine heldenhaften Erzählungen ab als Manifestation seiner Angst vor dem Älterwerden. Doch dann tritt Blaubärs Erzfeind (und Fernschachgegner) Prof. Dr. Feinfinger mit diabolischen Erfindungen wie Personenfaxgerät und Gedankenabsaughaube auf den Plan, und als es ihm nicht gelingt, den Gegenspieler in eine Folienkartoffel zu verwandeln oder mit Krokodilpiraten auszuschalten, werden die Bärchen kurzerhand in sein entlegenes Domizil entführt. Startschuß für ein Abenteuer, in dem Blaubär nicht nur die Grundzüge der Seefahrt neu erlernen muß, sondern auch Flauten, Feinfingers Wellenzwergen, Doppelvulkanen mit marodierenden Maulwürfen mit Furzsprache trotzen muß, um die Bärchen aus den Klauen des gelernten Bösewichts zu befreien.

    Ein Heidenspaß für Kids. Aber ein Film, in dem Immobilien-Haie (mit Krawatte und Handys) die Meere unsicher machen, das Hauptquartier des Schurken im kapitalistischen Meer verborgen ist und die Helden nur dank eines Aufstandes meuternder Arbeiter gerettet werden können, zielt auch auf die Unterhaltung von Erwachsenen ab. Der mutige Balanceakt - „Kleines Arschloch“-Popularität auf der einen, „Felidae“-Anspruch auf der anderen Seite - gelingt mühelos. Trumpfas freilich ist der Auftritt des völlig losgelösten Helge Schneider als Prof. Dr. Feinfinger, der als grell überzeichnete Schizo-Neurotiker-Mischung aus Goldfinger, Dr. Evil und Lex Luthor alle Klischees von Film- und Comic-Bösewichten auf die Hörner nimmt und das 80minütige Schmuckstück auf ein durchgedrehtes Level absurd-dadaistischen Deliriums hebt. Die Zeichner stehen dem Voicetrack Schneiders in nichts nach: Wild eingestreute Zitate, die von der Bibel über „Hamlet“ und Augsburger Puppenkiste bis „Der rote Korsar“ und Vincent-Price-Klassiker reichen, machen „Käpt’n Blaubär“ überdies noch zu einer vergnüglichen Entdeckungsreise durch die Popkultur. Eine schöne Bescherung, fürwahr. ts.

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