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Fakten und Hintergründe zum Film "John Carter - Zwischen zwei Welten"

Fakten und Hintergründe zum Film "John Carter - Zwischen zwei Welten"

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Fakten und Hintergründe zum Film "John Carter - Zwischen zwei Welten"

Über die Vorlage

Die von Edgar Rice Burroughs 1912 erschaffene Figur, die heute Kultstatus genießt, gilt bei vielen Kennern der Materie als der erste literarische Weltraumheld überhaupt. Die Welt hörte und las erstmals von John Carter in Burroughs’ Geschichte „Under the Moons of Mars“. Sie erschien als Fortsetzungsreihe im Magazin All Story, bevor sie mit „A Princess of Mars“ („Die Prinzessin vom Mars“) einen anderen Titel erhielt und 1917 als Roman veröffentlicht wurde. In den folgenden Jahren schrieb Burroughs noch zehn weitere Bücher in der Romanreihe, die als „Barsoom“-Zyklus bekannt ist – abgeleitet von Barsoom, Burroughs’ Namen für den Planeten Mars. Seit das Buch erschienen ist, haben viele der bedeutendsten Kreativ-Köpfe aus Kunst, Literatur und Wissenschaft bestätigt, davon inspiriert und motiviert worden zu sein.

Burroughs war 35 Jahre alt, als er die Geschichte zu Papier brachte. Zu dieser Zeit arbeitete er für seinen Bruder bei einer Firma für Schreibwaren und Bürobedarf, benutzte Schmierblöcke, die von der Firma hergestellt wurden, um umfangreiche Arbeitsblätter und Tabellen anzulegen, die ihm halfen, die Übersicht über Handlungsverlauf, Charaktere und Zeitlinien zu behalten. Noch vor Fertigstellung seines Romans wurde Burroughs bewusst, dass er überhaupt keine Ahnung hatte, wie er seinen Roman zur Veröffentlichung bringen konnte. So bot er seine Geschichte in einer Fassung von 43.000 Wörtern und mit dem Titel „Dejah Thoris, Martian Princess“ dem Magazin All Story an. Chefredakteur Thomas Newell Metcalf stellte Burroughs 400 Dollar für die Veröffentlichungsrechte als Fortsetzungsroman in Aussicht und änderte sofort den Titel.

John Carter 2: Bekommt der Sci-Fi-Film eine Fortsetzung?

Legendäre Science-Fiction-Autoren wie Robert A. Heinlein, Arthur C. Clarke und Ray Bradbury haben die Geschichten mit John Carter als Inspiration für ihre Arbeit gewürdigt. James Cameron ließ sich von den John-Carter-Büchern für sein Science-Fiction-Epos AVATAR („Avatar – Aufbruch nach Pandora“, 2009), George Lucas für seine „Krieg der Sterne“-Reihe inspirieren, Arzt und Bestsellerautor Michael Crichton nannte eine der Hauptfiguren der von ihm mitentwickelten Kultserie „E.R.“ („Emergency Room – Die Notaufnahme“) John Carter. Astrophysiker und Bestsellerautor Carl Sagan las die Bücher in seiner Jugend. Zwei Jahrzehnte lang hing ein Plan von Barsoom, wie sich Burroughs den Planeten vorgestellt hatte, im Flur vor Sagans Büro in der Cornell University, an der dieser unterrichtete.

Heute kann man Burroughs’ Haus und Anwesen, die Tarzana-Ranch, noch immer besichtigen – in der kalifornischen Kleinstadt Tarzana, die nach Burroughs’ Ranch benannt wurde.

Über die Produktion

Für Stanton, einen weltweit gefeierten, renommierten Filmemacher, ging es aber nicht nur darum, die Chance zu erhalten, Burroughs’ Bücher auf die Leinwand bringen zu können. Er wollte mit seinem ersten Live-Action-Film auch erreichen, dass dieser sich von allen anderen Science-Fiction-Filmen unterschied. „JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN ist ein gewaltiges episches Science-Fiction-Abenteuer mit Romantik, Action und politischen Intrigen“, erklärt Stanton. „Weil das Buch schon vor so langer Zeit geschrieben wurde, ist es eine Art Keimzelle für solche Geschichten – es war ein Comic, bevor es Comics überhaupt gab, und eine Abenteuergeschichte, bevor diese und nachfolgende Geschichten ein eigenes Genre begründeten. Es war schwer, sich wieder mit diesem Buch zu befassen, ohne den Eindruck zu erwecken, nur von allen anderen Projekten etwas zu übernehmen. Denn im Laufe von 100 Jahren hat das Buch viele andere Bücher und Filme inspiriert.“

Zu den Elementen, die die Geschichte von John Carter einzigartig machen, gehört der Schauplatz. Die Handlung spielt kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg – auf der Erde wie auch auf Barsoom. „Wie Wissenschaft, zukünftige Technologie und Fantasy hier gesehen werden, spiegelt wider, wie die Menschen zu jener Zeit [1912] die Welt verstanden“, erklärt Stanton. „Meiner Ansicht nach macht es zum Teil den Reiz und Charme dieser Bücher und Figuren aus, dass sie nicht der heutigen Zeit, sondern der Zeit kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg entstammen. Ich wollte diesen Eindruck nicht nur auf der Erde, sondern auch auf Barsoom vermitteln. Der Film sollte eine eigene Kategorie besetzen, es sollte unmöglich sein, ihn auch nur zufällig mit anderen jüngeren Science-Fiction- oder Fantasy-Filmen vergleichen zu können. Denn hier handelt es sich um Science-Fiction aus der Perspektive eines Mannes aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende. Deshalb hat der Film eine coole altmodische Aura, mit der man spielen kann. Ich wollte an natürlichen Schauplätzen drehen und das Gefühl vermitteln, als befände man sich auf beiden Planeten wirklich in dieser Zeit.“

Stanton betont jedoch, dass es bei JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN im Kern um die sehr menschliche Geschichte eines Mannes geht, der in Ereignisse verwickelt wird, die ihn zu der Entscheidung zwingen, was er für richtig oder falsch halten soll. „Was mich am meisten an dieser Geschichte fasziniert“, gibt Stanton zu, „ist ihr Mittelpunkt: ein Mann, der in einer fremdartigen Welt ein Fremder ist, der plötzlich gegen seinen Willen außergewöhnlich wird. Das kann man mit jemandem vergleichen, dem bestimmte Fähigkeiten geschenkt werden und der dann entscheiden muss, ob er sie zum Wohl von anderen einsetzt oder sie für sich behält. Genau in dieser Situation befindet sich John Carter. Er kommt in diese Welt, als sich das Gleichgewicht dort zum Schaden des Planeten verschiebt. Er erkennt, dass er eine tragende Rolle dabei spielen kann, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Frage ist nur, ob er es auch tun wird.“

„Mir gefällt die Idee von einem Protagonisten, der seelisch Schaden genommen, aber moralische Werte hat, doch vom Leben nur schlechte Karten zugespielt bekam und deshalb nicht mehr der Mann sein will, der er einmal war. Um ins Leben zurückzufinden und sich wieder engagieren zu können, muss John Carter die Erde verlassen und seine Menschlichkeit unter den fremden Geschöpfen von Barsoom wiederentdecken.“ – Andrew Stanton, Regisseur

Mit JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN inszenierte Andrew Stanton seinen ersten Live-Action-Film, fand dabei aber heraus, dass sich diese Arbeit nicht sonderlich von der an einem Animationsfilm unterschied: „Es war gut für mich, dass sich die Realisierung eines Animationsfilms nicht so sehr von der eines Live-Action-Films unterscheidet. Natürlich gibt es offensichtliche Unterschiede, Tatsache aber ist, dass man bei beiden Prozessen versucht, tolle Bilder auf die Leinwand zu bringen, die den Zuschauer faszinieren und die Geschichte vorantreiben. Es soll sich jetzt nicht so anhören, als wäre alles ganz leicht gewesen, denn das war gewiss nicht der Fall. Aber Live-Action-Filme und Animationsfilme stehen sich eher so nah wie eng verbundene Geschwister, nicht wie entfernt verwandte Cousins. Über diese Entdeckung war ich wirklich froh. Der einzige bedeutende Unterschied für mich ist der Entscheidungszeitraum. Beim Animationsfilm habe ich dafür eine Woche, auf einem Filmset bleibt mir dafür ein Tag, vielleicht auch nur eine Stunde. Glücklicherweise wusste ich, dass mich da eine Umstellung erwartete.“

Andrew Stanton startete die Produktion von JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN mit Mitarbeitern, die er liebevoll „seine Komfortzone“ nennt. Dazu gehören Produzent Jim Morris, Ko-Autor Mark Andrews, der zudem beim zweiten Aufnahmeteam Regie führte, und Produzentin Lindsey Collins. Sie alle waren viele Jahre Stantons Kollegen bei Pixar.

Stanton führt aus, wer darüber hinaus noch zum engsten Mitarbeiterkreis zählte: „Zunächst holten wir Colin Wilson ins Team, der enorme Erfahrung in der Produktion von großen Action- und Effektfilmen hat. Mit seinen Qualitäten ergänzte er perfekt die Stärken von Jim und Lindsey .

Danach mussten wir uns schnellstmöglich für einen Produktionsdesigner entscheiden, und unsere Wahl fiel auf Nathan Crowley. Als wir beide zusammenkamen, befand sich die Saison mit den ganzen Preisverleihungen gerade auf ihrem Höhepunkt. Ihn betraf das mit DARK KNIGHT („Dark Knight“, 2008), mich mit „WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf“. Angesichts des ganzen Rummels um unsere beiden letzten Projekte war es aufregend, zusammenarbeiten zu können. Nathans Blick auf das Projekt war frisch und unverbraucht. Neben seinem Feingefühl für die Arbeit ist auch sein ästhetisches Empfinden erstaunlich stark ausgeprägt. Wie diese Welt, die sich ja nicht aus der unseren entwickelt hat, funktioniert, wie ihre Architektur aussieht, all das hat Nathan völlig neu überdacht. Er begann, sich Gedanken zu machen, warum man auf dem Mars Fenster öffnen würde, ob die Menschen dort Türen benötigen würden und Ähnliches mehr. Tatsächlich ist es aufregend und eine echte Herausforderung, wenn man eine Welt von Grund auf neu durchdenken darf. Auf mehreren Ebenen erfindet man buchstäblich das Rad neu. Ich fand das großartig.“

Kurz danach kam auch Kameramann Daniel Mindel an Bord. „Das Spektrum seiner Filme zeigt sehr schön, wie anpassungsfähig und vielseitig er sein kann“, ergänzt Stanton. „Er ist ein Kameramann, der wirklich versteht, dass die eigentlichen Dreharbeiten nicht das Ein und Alles bei einem großen Effektfilm sind. Damit hat man eben nur die Hälfte der Strecke erreicht, die andere Hälfte kommt durch die visuellen Effekte hinzu. Durch die Kombination von Dreharbeiten und Spezialeffekten erhält man schließlich das fertige Kinobild.“

Und schließlich gehört auch Peter Chiang als Visual Effects Supervisor zum Kern des Teams. Er leitet Double Negative, eine große SFX-Firma in London. „Wir trafen uns mit ihm und seinem Team. Das ganze Unternehmen erinnerte mich sehr an die Anfänge von Pixar, deshalb passten Double Negative und ihr Team gut zu uns.“

Welchen Ansatz entwickelten nun Stanton und sein Team erfahrener Spezialisten, um das Großprojekt JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN angemessen auf die Leinwand zu bringen? „Antworten auf solche Fragen finde ich immer am leichtesten, wenn ich eine Aufgabe wie diese aus den Augen eines Filmfans und Kinobesuchers betrachte und nicht wie ein Filmemacher denke. Was könnte ich tun, damit dieser Film etwas Neues bietet und nicht wirkt, als wäre er von anderen Filmen inspiriert? Was hier auf Barsoom passiert, soll so überzeugend sein, dass der Zuschauer das Gefühl hat, an einem weit entfernten Ort zu sein, den er bisher einfach noch nicht kannte.“

Produktion: Das Drehbuch

Regisseur Andrew Stanton näherte sich der Adaption von Edgar Rice Burroughs’ Klassiker mit einer Mischung aus Begeisterung und Respekt. „Als Kind war ich ein großer Fan der Bücher. Ich war Mitte 30, als ich sie für mich wiederentdeckte. Ich las sie nochmals, nun aber mit den Augen eines Mannes, der seine eigenen Geschichten schrieb und Filme machte. So konnte ich nicht nur würdigen, was an den Büchern immer noch großartig war, sondern entdeckte dabei auch, was korrigiert oder verändert werden müsste, um die Geschichte zu verbessern und mit den Mitteln des Kinos das Gefühl reproduzieren zu können, das man beim Lesen der Bücher hatte. Genau darum geht es eigentlich für einen Filmemacher, wenn er ein Buch adaptiert. Es ist nicht so wichtig, dass man unglaublich nah an der Vorlage bleibt, obwohl es großartig ist, wenn sich das realisieren lässt. Viel wichtiger aber ist es, beim Zuschauer das Gefühl zu erzeugen, das auch ein Leser des Buchs hatte. Meiner Ansicht nach ist das ein Zeichen für eine gute Adaption, und genau das habe ich auch selbst versucht.

Außerdem habe ich mir die anderen Bücher im „Barsoom“-Zyklus angesehen, fand manchmal eine Figur oder eine Situation, die besser zur ersten Geschichte passte, ergänzte oder schmückte alles aus, wenn ich das Gefühl hatte, es gründlicher erforschen zu wollen. Mark Andrews und Michael Chabon arbeiteten mit mir sehr hart daran, alles im Gleichgewicht zu halten, einen besseren Rhythmus und Handlungsbogen zu generieren, wie man das eben von einem Film erwartet. Dabei versuchten wir aber, das Beste von den Gefühlen zu bewahren, die man beim Lesen des Buchs hatte.“

Andrew Stanton, der als einer der besten Geschichtenerzähler seiner Generation gilt, ist mit dem Genre des Fantastischen vertraut und erläutert seinen Ansatz, das Unglaubliche glaubwürdig erscheinen zu lassen: „Wenn man die Kreaturen und Ideen beschreibt, die sich Edgar Rice Burroughs für diese Bücher einfallen ließ, wirkt das alles natürlich wie reine Fantasie. Genau diesen Eindruck wollte ich verhindern, darum habe ich mich sehr bemüht. Wie kann man erreichen, dass der Zuschauer 2,80 Meter große, vierarmige Kreaturen mit Stoßzähnen vorbehaltlos akzeptiert? Was muss man tun, dass der Zuschauer glaubt, ein vielbeiniges, echsenähnliches Geschöpf, das sich wie ein Haustier benimmt, aber schneller als jedes andere Geschöpf auf Barsooom laufen kann, könnte tatsächlich existieren? Der Zugang zu diesem Film sollte nicht fantastisch sein, sondern genau das Gegenteil, das versuchte ich zu realisieren.“

„Ich will, dass man glaubt, hier würden sich wirklich die Gesetze der Natur und die vorgegebene Realität eines anderen Planeten zeigen. Der Zuschauer soll Barsoom genauso akzeptieren, wie er das beim Besuch eines ihm fremden Landes in unserer Welt tun würde. Wenn er noch nichts von seiner Kultur, seiner Tier- und Pflanzenwelt weiß, aber trotzdem alles akzeptiert, wie fantastisch das Ganze auch sein mag, weil er eben weiß, dass es diesen Ort tatsächlich gibt. Dieses Gefühl zu vermitteln und zu erreichen, war unser Ansatz für diesen Film.“ – Andrew Stanton, Regisseur

Produzent Colin Wilson führt weiter aus, wie die Filmemacher die Vorlage von Edgar Rice Burroughs, die er „eine Goldmine“ nennt, für die Leinwand adaptierten: „Wir haben uns sehr bemüht, Klischees zu vermeiden, um sicherzustellen, dass nichts kopiert wirkte und es keinen Bezug zu anderen Science-Fiction-Projekten gab. Wirklich aufregend war es, alle möglichen Ansätze und Aspekte, die das Design betrafen, zu erforschen – von den Kreaturen über die Charaktere bis hin zu den Luftschiffen, dem Design der Sets und der Umwelt. Bei all diesen für den Film extrem wichtigen Elementen mussten wir etwas erschaffen, das unverbraucht, neu und inspirierend war.“

„Die größte Veränderung in der Dramaturgie des Drehbuchs ist der Einbau eines durchgehenden Antagonisten“, erläutert Produzent Colin Wilson die Unterschiede zwischen Romanvorlage und Filmadaption. „Matai Shang ist der Anführer der Therns, er kreiert und schürt den Konflikt zwischen Carter und den einheimischen Völkern, die den Planeten bewohnen. Die Therns kontrollieren den Planeten und seine natürlichen Ressourcen, sorgen für seine langsame Selbstzerstörung, indem sie die Bewohner der Dinge berauben, die sie zum Überleben brauchen. Mit Hilfe von Matai Shang konnten wir die Geschichte in Gang bringen und einen ganz natürlich wirkenden Konflikt entwickeln.“

Die weiteren nötigen Veränderungen in der Adaption der Romanvorlage erklärt Mark Andrews, der mit Andrew Stanton und Michael Chabon das Drehbuch zu JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN schrieb: „Edgar Rice Burroughs verstand es sehr gut, Plots und Handlungsgerüste für seine Romane zu entwickeln. Seinen „Barsoom“-Zyklus schrieb er für ein Monatsmagazin, verfasste im Grunde also zwölf Kapitel, die jeweils mit einem Cliffhanger endeten. Bei einem zweistündigen Kinofilm funktioniert eine solche Struktur nicht. Carter kann nicht nur von einer Episode in die andere wechseln, so unterhaltsam das auch sein mag. Er braucht ein echtes Ziel. Wir haben eine Menge von Burroughs’ Ideen vereinfacht, damit wir uns auf das Beste seiner Fantasie und Vorstellungskraft konzentrieren können.“

Als sich Andrew Stanton, Mark Andrews und Michael Chabon, die Drehbuchautoren von JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN, erstmals untereinander austauschten, entdeckten sie, dass sie etwas gemeinsam hatten: Sie alle besaßen noch die John-Carter-Zeichnungen, die sie als Kinder angefertigt hatten.

Die drei Drehbuchautoren stimmten darin überein, dass Spaltung das zentrale Thema des Films sein würde. So ist Carter eine gespaltene Seele – zerrissen zwischen dem, was er aufgegeben hat, und dem, was in seinem Blut liegt, wozu er geboren wurde. Dejah Thoris ist gespalten zwischen ihrem leidenschaftlichen Engagement für die Rettung Heliums und ihren Gefühlen für John Carter. Bei Tars Tarkas ist es das Festhalten am traditionellen Lebensstil der Tharks, damit sein Volk überleben kann, und dem Wunsch nach Veränderung seines Volkes, das wieder einigen der alten, zivilisierteren Werte, nach denen es sich vor langer Zeit richtete, folgen soll. Auch Barsoom als Ganzes ist gespalten – diese Welt führt Krieg gegen sich selbst.

„Hier finden sich alle wichtigen Themen, die man bei einem Epos voraussetzt“, fasst Mark Andrews zusammen. „Es geht um die Konflikte zwischen Gut und Böse, um Loyalität und Selbstsucht, um Grausamkeit und Leidenschaft. Das Rückgrat der Geschichte aber bildet das Gespaltensein der beiden Hauptfiguren und der Welt, in der sie leben.“

Zu den wichtigsten Aspekten, die die Drehbuchautoren in ihrer Adaption von Burroughs’ Vorlage berücksichtigen wollten, gehörte Authentizität – im Hinblick auf die Figuren, auf das Produktionsdesign und auf die erschaffene Welt. „Wir entführen den Zuschauer auf einen anderen Planeten, in eine fremde Welt mit von uns erschaffenen Kreaturen. Es muss einfach alles authentisch wirken“, betont Mark Andrews nachdrücklich. „Nichts soll hübsch, glatt und poliert aussehen, wir wollen es schmutzig, dreckig und rau. Deshalb drehten wir in Utah, um dort den Staub und die flirrende Hitze einzufangen. Man soll wirklich spüren können, wie hart die Umwelt für diese Figuren ist.“

Produzent Jim Morris bringt die Ausführungen zur Adaption zum Abschluss: „Ich bin wirklich begeistert, dass Andrew Stanton, Mark Andrews und Michael Chabon ein Drehbuch geschrieben haben, das sich auf die Figuren konzentriert – aber eben vor diesem gewaltigen und epischen Hintergrund. Film und Drehbuch gehen eher in Richtung Abenteuer, vermitteln nicht den Eindruck eines mit Außerirdischen bevölkerten Dramas, das zurück in eine vergangene Zeit führt. Schon aus diesem Grund unterscheidet sich unser Film sehr von vielen Science-Fiction-Filmen der letzten Jahre.“

Produktion: Die Besetzung

Regisseur Andrew Stanton hatte hinsichtlich der Besetzung des Films sehr klare Vorstellungen: „Bei einem Film wie diesem mit solchen großen Kultfiguren wollte ich nicht, dass der Darsteller bereits mit anderen, früher gespielten Charakteren in Verbindung gebracht werden kann. Die Figur sollte hundertprozentig glaubwürdig sein. Als wir mit dem Casting begannen, hielt ich es für einen echten Vorteil, Darsteller zu finden, die international noch nicht richtig entdeckt worden waren. Taylor ist ein Naturtalent, hat unglaubliche Instinkte und großartige unverfälschte Qualitäten, mit denen man arbeiten kann.

Ich fühlte mich wie der glücklichste Mann in Hollywood, weil ich sein ganzes Feuer und Temperament ungebändigt und noch vor allen anderen in der Stadt einfangen konnte. Er entsprach genau meinen Vorstellungen für die Rolle von John Carter, war viril, charismatisch und konnte düstere Charakterzüge vermitteln. Und leicht wäre es nicht, einen Schauspieler mit vergleichbarer Arbeitseinstellung zu finden – er bringt immer 150 Prozent Leistung, welcher Herausforderung er sich auch stellen muss.“

Tom Struthers, Stuntkoordinator des Films, freute sich und staunte nicht schlecht, dass Taylor Kitsch 98 Prozent seiner Stunts selbst ausführte. Dazu gehörte ein 26-Meter-Sprung in der Sequenz, wo er auf Barsoom das Gehen lernt, ein 20-Meter-Sprung in der Arena, in der er gegen wilde, weiße Riesenaffen kämpfte, und eine Reihe von 76-Meter-Sprüngen in der Wildnis des Planeten.

Dass seine Figur John Carter so komplex war, schreibt Kitsch Andrew Stantons Ansatz für die Adaption von Edgar Rice Burroughs’ Vorlage zu: „Andrew Stanton hat die wesentlichen Elemente von Burroughs übernommen, darunter auch die verringerte Schwerkraft, die größere Stärke, die Carter bei sich entdeckt, und alles andere, wofür der Mars in der Vorlage steht. Dann aber ist er bei den Figuren und ihrer Herkunft noch viel stärker in die Tiefe gegangen, hat mir so viel an Informationen vorgegeben, dass ich mich noch weit stärker in diese Figur hineinversetzen konnte. Es war großartig, auf ein solches Drehbuch als Fundament für meine Darstellung zurückgreifen zu können.“

Kitsch freute sich sehr über die Gelegenheit, mit Andrew Stanton zusammenarbeiten zu können, und zeigte sich auch beeindruckt davon, wie der Regisseur seine Schauspieler führte: „Andrew ist anders als die Regisseure, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Er inszeniert mich anders, als er Willem oder Samantha inszeniert. Er weiß, was bei dir und nur für dich funktionieren wird und was nicht. Es ist ein sehr persönlicher Prozess für eine Zusammenarbeit, denn er vertraut mir genauso sehr, wie auch ich ihm vertrauen muss.“

Gefragt nach seiner Lieblingsszene im Film, gesteht Kitsch offen: „Die Sequenz mit den weißen Riesenaffen werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Die Energie, die man in dieser Arena spürte, war wirklich großartig. Von den ersten Probeaufnahmen an, als mir Stanton die weißen Riesenaffen zeigte, wusste ich, dass diese Szene epische Ausmaße haben würde. Wenn wir alle unsere Arbeit richtig gemacht haben, wird es fantastisch aussehen. In dieser Sequenz steht unglaublich viel auf dem Spiel und der Einsatz ist hoch. Sie spielt für die Entwicklung meiner Figur und den Handlungsbogen des Films eine zentrale Rolle – und das fand ich großartig.“

Auch für die Suche nach der perfekten Darstellerin für Prinzessin Dejah Thoris folgte Andrew Stanton konkreten Vorstellungen: „Ich musste eine Frau finden, der man einfach sofort abnimmt, dass sie so stark und intelligent ist und dass königliches Blut in ihren Adern fließt.

Als Lynn zum Vorsprechen kam, erkannte ich diese Qualitäten sofort und war fasziniert davon“, erinnert sich Stanton. „Wir luden sie für ein weiteres, intensiveres Casting ein, und sobald ich sie zusammen mit Taylor vorsprechen sah, passte alles perfekt – ähnlich wie Cinderellas Fuß in ihren gläsernen Schuh. Sie gehört zu den leidenschaftlichsten Darstellerinnen, die ich kenne, und die Dynamik im Zusammenspiel mit Taylor war unglaublich. Die Besetzung der Rollen mit diesen Schauspielern war einfach wunderbar, und davon konnte ich während der ganzen Dreharbeiten profitieren.“

„Das Wichtigste an dieser Beziehung ist, dass die Chemie zwischen beiden stimmt“, erläutert Lynn Collins, wie sie und Kollege Taylor Kitsch ihre Leinwandbeziehung entwickelten. „Hier kommen eine Bewohnerin von Barsoom und ein Mann von der Erde zusammen, und man muss festlegen, wie sich ihre unterschiedlichen Eigenschaften auswirken, wie sie ein Team werden, miteinander streiten und was sie am anderen anziehend finden werden. Wenn diese Figuren zusammenkommen und wieder voneinander getrennt werden, ähnelt das einer Art Tanz.“

Collins gibt zu, dass sie anfangs von den körperlichen Anforderungen ihrer Rolle eingeschüchtert wurde: „Ich war ziemlich nervös angesichts der körperlichen Herausforderungen, die mich erwarteten“, erinnert sich die Schauspielerin. „Es gibt viele Kämpfe und Szenen, bei denen ich an Drähten hänge. Meine extreme Höhenangst wurde durch die Arbeit an diesem Film völlig pulverisiert. John Carter, der von Taylor gespielte Titelheld, kann sehr weit und hoch springen, und bei vielen dieser Sprünge hält er mich in seinen Armen – ich werde also überallhin herumgeschleudert! Körperlich ist das sehr anstrengend, aber es ist sehr beruhigend, einen Regisseur an seiner Seite zu haben, dem man vertrauen kann und bei dem man deshalb weiß, dass sich die ganze harte Arbeit am Ende auch auszahlen wird.“

Kein Wunder also, dass Collins die Zusammenarbeit mit Stanton insgesamt als extrem positive Erfahrung wertet: „Mein Vertrauen in Andrew war so groß, dass jede Aufregung und Sorge davon aufgelöst wurden. Ich vertraute ihm und seiner Vision für den Film völlig. Andrew ist ein brillanter Kopf und ein Künstler ohne Allüren. Bei ihm dreht sich alles um die Arbeit, steht alles im Dienst der Geschichte. Als Darstellerin schätze ich das wirklich sehr, denn klare Ansagen eines Regisseurs machen meine Arbeit wesentlich leichter. Er weiß genau, was er erzählen und am Ende erreichen will.“

In JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN werden Probleme und Themen angesprochen, die sehr modern sind und Lynn Collins für diese Rolle einnahmen: „Die sozialen Spannungen und Konflikte auf Barsoom kann man mit einigen Problemen vergleichen, die wir heute auf der Erde haben“, erläutert Collins. „Der Film ist also thematisch sehr aktuell, was einer der Gründe war, warum mich diese Geschichte so anzog. Wenn der Zuschauer aus dem Kino kommt, wird er hoffentlich nicht nur das Gefühl haben, sein größtes Abenteuer überhaupt erlebt und sich in diese Figuren verliebt zu haben, sondern auch über sein eigenes Handeln und das unserer Gesellschaft nachdenken.“

„Lynn ist eine Frau, mit der man großen Spaß haben kann“, schwärmt Taylor Kitsch über die Zusammenarbeit mit seiner Kollegin. „Es ist unglaublich, welche Energie sie in die Darstellung von Dejah eingebracht hat und was das für den Film insgesamt bedeutet. Ihre Figur ist so engagiert und ehrgeizig, und in ihrer Darstellung hat Lynn dieses Feuer und ihre Schönheit in eine wunderbare Balance gebracht. Vertrauen ist für einen Schauspieler das Wichtigste, und ich vertraue ihr voll und ganz – als Kollege wie auch als Freund. Es war toll, mit ihr zusammenzuarbeiten.“

Ähnlich begeistert zeigt sich auch Andrew Stanton über seine Zusammenarbeit mit Willem Dafoe, der Tars Tarkas, den Anführer der Tharks, verkörpert: „Willem spielt eine ältere Figur von großer Würde, die Respekt gebietet, obwohl sie im Stamm vorübergehend ihren Status einbüßt. Eine ähnliche Aura strahlt auch Willem selbst aus – durch seine bisherige Arbeit, durch seine Vorgeschichte als Schauspieler. Tatsächlich ähnelt er charakterlich sehr der von ihm dargestellten Figur“, schwärmt Stanton. „Es war faszinierend zu beobachten, dass sich jeder plötzlich zu steigern begann, als alle Schauspieler anlässlich der Proben in einem Raum zusammenkamen. Ohne dass ihm das selbst bewusst würde, bietet sich Willem durch seine Klasse und Reife den anderen Darstellern als Vorbild an, dem jeder nacheifern möchte.“

Dafoe selbst findet für die erneute Zusammenarbeit mit Stanton, die für ihn einer der Hauptgründe war, die Rolle in JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN anzunehmen, ähnlich positive Worte: „Ich habe mit Andrew bereits bei FINDING NEMO („Findet Nemo“, 2003) zusammengearbeitet. Und obwohl ich ja nur einer der Figuren des Films meine Stimme lieh, habe ich ihn als unglaublich gut vorbereitet erlebt, er kannte jede einzelne Einstellung und jeden nötigen filmischen Prozess. Multitasking beherrscht er wirklich unglaublich gut.“

Und das zeigte sich auch bei Stantons erstem Live-Action-Film, wie Dafoe ausführt: „Was mir an diesem Projekt mit die größte Freude bereitete, war die Gelegenheit, mit Andrew an einem so großen Film arbeiten zu können, im Rahmen einer Geschichte, die sich an ein großes Publikum wendet, aber nicht populistisch ist. Als Filmemacher hat er einen ganz persönlichen Ansatz und Zugang, das ist meiner Ansicht nach seinen bisherigen Animationsfilmen und der langjährigen Arbeit für Pixar geschuldet. Er dreht zwar unglaublich populäre Filme, doch was ihn antreibt, sind nur seine Neugier und der Spaß, den er dabei hat. Große Detailliebe und ständiges Sammeln neuer Informationen zeichnen seine Arbeitsweise aus. Er weiß so vieles aus so verschiedenen Themenbereichen, liebt aber das klassische Kino, das er mit den Augen eines kleinen Jungen sieht.“

Dass er den großen, vierarmigen Anführer der Tharks spielen musste, schüchterte Dafoe in keinster Weise ein: „Ich war begeistert davon, dass JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN ein so großer Film war und ich einen 2,80 Meter großen Krieger verkörpern durfte. Als mir Andrew die Designskizzen für die in diesem Film gezeigte Welt vorlegte, war ich von deren Schönheit sehr beeindruckt. Ich mochte auch die anderen Darsteller, die bereits für den Film besetzt waren, und es war mir absolut bewusst, wie körperlich anstrengend diese Rolle für mich sein würde. Manchmal fehlen mir diese körperlichen Herausforderungen in den Rollen, die ich sonst spiele, aber dieser Film versprach eine Menge davon. Ich musste auf 90 Zentimeter hohen Stelzen laufen und spielen, aber das war längst nicht alles. Wir mussten auch ein mimisches Vokabular und eine Thark-Sprache entwickeln, die an bestimmten Punkten der Handlung im Film zu hören ist.“

Viele seiner Szenen hat Willem Dafoe mit Taylor Kitsch gedreht, der den Titelhelden John Carter verkörpert. „Tars’ Aufeinandertreffen mit John Carter bekommt im Film eine berührende Note, aber es gibt durchaus auch komische Momente“, beschreibt Dafoe die Beziehung zwischen beiden Figuren. „Schon allein von der Optik her sind sie ein sehr eigenartiges Paar. Wenn sie schließlich ein Team bilden, entwickelt sich ein fortwährendes Wechselspiel, das ihre unterschiedlichen Kulturen widerspiegelt und viele Gelegenheiten für komische Momente und Missverständnisse bietet.“

Für das darstellerische Talent und die Arbeitseinstellung seines Kollegen findet Willem Dafoe nur lobende Worte: „Er verkörpert diese Rolle mit Lockerheit und selbstsicherem Heldenmut. Taylor musste bei diesem Film am meisten leisten, ist praktisch in jeder Szene präsent. Sein Ansatz ist sehr pragmatisch und von großem Engagement geprägt. Körperlich muss er bestimmte Anforderungen erfüllen – er muss ähnliche Qualitäten wie ein Tänzer haben und sehr athletisch und fit sein, um mit der ganzen Arbeit an den Drähten und mit den Stunts zurechtkommen zu können. In meinen Augen hat er all das hervorragend gelöst.“

Auch die Besetzung von Sola, der Thark-Frau, die sich um John Carter kümmern soll, konnte Andrew Stanton zu seiner vollsten Zufriedenheit lösen. Für ihn verkörpert Samantha Morton selbst viele von Solas Qualitäten: „Es gibt große charakterliche Parallelen zwischen Sam und Sola“, erläutert der Regisseur: „Sam ist sehr verletzlich und hat eine mütterliche Aura, die Vornehmheit und Akzeptanz vermittelt.“

Als Morton das Drehbuch gelesen hatte, war sie „glücklich und überrascht“, wie sie offen zugibt: „Das Skript brachte mich zum Lachen und Weinen, ich verspürte den Wunsch, es gleich nochmals zu lesen, was ich dann auch tat. Meiner Ansicht nach ist es einfach brillant. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass es in die üblichen Actionabenteuer-Stoffe etwas Neues einbrachte, dass es hier eine solide Basis für unglaublich gut entwickelte Charaktere gab.“

Wenn man eine bereits sehr bekannte und beliebte literarische Figur verkörpert, ist damit eine ganz besondere Verantwortung verbunden, wie die Schauspielerin erläutert: „In meiner Karriere habe ich berühmte Frauen dargestellt, darunter auch Jane Eyre. Wenn man jemanden verkörpert, der so geliebt und bewundert wird, spürt man eine große Verantwortung, denn die Leser haben sich bereits eine Meinung über diese Figur gebildet. Als ich mich diesem Projekt anschloss, war mir klar, dass jeder bereits eine eigene Meinung dazu hatte, wie Sola wohl aussehen würde. Liest man nämlich ein Buch, ist das eine sehr persönliche Beziehung – man befindet sich selbst in der Geschichte und benutzt seine eigene Fantasie.“

Sich mit den anderen Thark-Darstellern richtig auf die Rolle vorbereiten zu können, war für Morton sehr wichtig und unverzichtbar: „Andrew hat alles dafür getan, uns genügend Zeit für Proben zu geben. So konnten wir über die Figuren sprechen und herausfinden, was für ein Volk wir eigentlich waren, indem wir zusammenarbeiteten und gemeinsam probten. Wir hatten ein paar Wochen, in denen wir die ganze Sache mit Spaß angehen und uns überlegen konnten: ‚Vielleicht bewegen sie sich ja auf diese Weise‘ oder ‚Vielleicht reden sie ja so.‘ Es war insgesamt ein absolut unverzichtbarer kreativer Prozess.“

Begeistert zeigt sich Samantha Morton auch von der Zusammenarbeit mit Andrew Stanton: „Es war einfach großartig, bei einem Film wie diesem einen Regisseur wie Andrew an seiner Seite zu haben. Sehr häufig ist ein Regisseur nur damit beschäftigt, die Szenen einzurichten. Bei Andrew aber hatte ich den Eindruck, dass er bereits alles sehr genau geplant hatte, was vielleicht mit seiner bisherigen Arbeit im Animationsfilm zusammenhängt. Wenn man als Schauspieler einen solchen Regisseur oder eine solche Regisseurin hat, kann man sich einfach fallenlassen, sich ihm oder ihr anvertrauen. Denn dann fühlt man sich in sicheren Händen, und das ist sehr selten der Fall.“

Thomas Haden Church übernahm eine weitere Thark-Rolle, spielt Tal Hajus, einen brutalen Krieger, der Tars Tarkas als Anführer seines Volkes verdrängen will. Auch er ist voll des Lobes über die Qualitäten von Regisseur Andrew Stanton: „Ich liebe Andrews Gespür für das Geschichtenerzählen, das er als Regisseur vermittelt. Er ist auf sehr kindliche Weise fasziniert davon, diese lebensbejahenden Geschichten zu erzählen, und er tut das, indem er Humor und menschliches Drama mischt.“

Auch von der Zusammenarbeit mit den anderen talentierten und renommierten Darstellern von JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN zeigt sich Thomas Haden Church sehr angetan: „Für mich als Schauspieler ist Willem Dafoe ein Held, das hat ganz persönliche Gründe. TO LIVE AND DIE IN L.A. („Leben und Sterben in L.A.“, 1985) war vielleicht der erste Film, den ich wirklich geliebt habe, und dem folgte kurz darauf PLATOON („Platoon“, 1986). Ich habe nichts anderes getan, als seine Darstellungen in diesen Filmen zu studieren. Ich übertreibe hier nicht – Willem gehört zu einer Handvoll Darsteller, die mich wirklich inspirierten, selbst Schauspieler werden zu wollen. Dass ich bei diesem Film die Gelegenheit hatte, mit ihm zu arbeiten, war einfach unglaublich.“

„Samantha Morton ist eine herausragende Schauspielerin“, setzt Thomas Haden Church die Lobeshymnen auf seine Kollegen fort. „Sie vermittelt vieles mit ihren Augen, kontrolliert ihre Gefühle und ihren körperlichen Ausdruck so subtil. Sie hebt die Schauspielkunst auf ein anderes Niveau, ist unglaublich ausdrucksstark, herzzerreißend und tragisch. Ganz begreifen werde ich das vielleicht nie, deshalb trete ich einfach einen Schritt zurück und würdige das Licht, das sie in unsere Welt bringt. Sie ist schlicht und ergreifend sensationell.“

Die Rolle von Matai Shang, dem geheimnisvollen Anführer der Therns, besetzten die Filmemacher mit Mark Strong. „Ich halte Matai Shang nicht für bösartig“, beschreibt Strong die Motive seiner Figur. „Andrew gelingt es, die Therns mit Leben zu erfüllen und sie zu dreidimensionalen Figuren zu machen, indem er ihnen Ziel und Aufgabe gibt. Und das Ziel meiner Figur ist es, Ordnung im Universum herzustellen. Er hält für richtig, was er tut. Zunächst sieht er in John Carter nur ein Hindernis für seine Pläne. Matai hat nicht das Gefühl, etwas Falsches zu tun.“

Die Zukunft aus viktorianischer Sicht betrachten zu können, faszinierte Strong. Dieser Aspekt gehörte für ihn zu den stärksten Anreizen dieses Projekts: „Das Wunderbare an diesem Film und an Edgar Rice Burroughs’ Blick auf die Zukunft ist, dass dieser Blick auf das All und einen anderen Planeten viktorianisch geprägt ist. Es ist ganz sicher nicht der Blickwinkel, den man bei der Adaption eines Comics hat. In diesem Film führen die Männer noch Schwerter und tragen Helme, aber das Styling ist fast Art déco. Und das ist der Grund, warum gerade dieser Film mich so fasziniert. Es ist eine Science-Fiction-Geschichte, die aus viktorianischer Perspektive erzählt wird.“

Allein für eine von Matai Shangs silbernen Thern-Roben wurden Stoffe mit einer Gesamtlänge von 350 Metern verwendet. Jede Robe wurde in etwa 250 Arbeitsstunden in Handarbeit hergestellt.

Mark Strong ist überzeugt davon, dass diese Geschichte alle Elemente beinhaltet, die große Geschichten letztlich zu einem Epos machen. „Es gibt Völker und Stämme, die sich bekriegen, außerdem eine Liebesgeschichte und eine bösartige Präsenz, die Einfluss nimmt, die unseren Helden davon abhalten will, das zu tun, was er tun muss. Es geht um Identität, um unseren Platz in der Welt und im Universum. Reduziert man diese Geschichte auf einen einfachen Kern, geht es um einen Mann, der herauszufinden versucht, wer er ist und was er will – und der dann gegen alle Widerstände dafür kämpft, dies auch zu erreichen.

Eine der interessantesten Ideen, die diese Geschichte transportiert, ist die Vorstellung, dass ein Mann erst zu einem anderen Planeten reisen muss, um etwas über sich selbst und seine Menschlichkeit herauszufinden. Es ist meiner Ansicht nach kein Zufall, dass John Carter sich erst von den Menschen entfernen muss, um entdecken zu können, was in unserer spirituellen Welt und im Universum, nicht nur auf der Erde, wirklich Bedeutung hat.“

In der Zusammenarbeit mit seinem Regisseur zeigt sich Mark Strong von Andrew Stantons Energie und seiner Konzentration auf dieses Projekt sehr beeindruckt: „Ich erinnere mich an ein frühes Treffen mit Andrew und an seinen Enthusiasmus, der bei mir den stärksten Eindruck hinterließ. Und diese Begeisterung hat während der ganzen Dreharbeiten nie nachgelassen, was einfach phänomenal ist. Bei einem Film von dieser Größenordnung Regie zu führen, ist sehr kräftezehrend und anspruchsvoll. Weil seine Begeisterung für den Film und sein Glauben daran nie schwanden und er dies seinen Schauspielern auch vermitteln konnte, war die Arbeit an diesem Film eine pure Freude.“

Für die Rolle von Sab Than, der als Anführer der Zodangans seine Mission zu erfüllen versucht, Helium zu besiegen und dessen Volk zu unterwerfen, verpflichteten die Filmemacher Dominic West. „Andrew Stanton war für mich der Hauptgrund, an diesem Projekt mitarbeiten zu wollen“, entgegnet West auf die Frage, was ihn bei diesem Film vor allem reizte. „Er zählt ganz sicher zu den besten Filmemachern der Gegenwart. Nachdem ich ihn getroffen, seine unglaublich gründliche Arbeitsweise gesehen und verstanden hatte, wie enthusiastisch und perfekt vorbereitet er diese Geschichte erzählen wollte, kann ich nur sagen, wie froh ich war, dass er mir eine Rolle in diesem Film gegeben hat.“

Dass er eine schillernde Figur spielen konnte, die in viele große Actionszenen involviert war, begeisterte West: „Ich habe bisher nicht viele Actionfilme gedreht, denn in den meisten meiner Filme spielt Sprache die zentrale Rolle und ich stand und stehe häufig auf der Bühne. Aus diesem Grund fand ich die Vorstellung sehr reizvoll, mich einmal in eine Rolle zu vertiefen, die stark actionorientiert ist. Ich habe etwa zwei Wochen lang Schwertkampf trainiert. Ich musste lernen, wie die Krieger von Zodanga mit dem Schwert kämpfen, hatte drei große Kampfsequenzen zu bewältigen, die choreografiert werden mussten. Was folgte, waren viele Szenen, bei denen ich an Drähten hing. Weil ich vor etwa zehn Jahren im Zirkus tätig war, fiel mir das nicht sonderlich schwer. Es war großartig, zur „Zirkusarbeit“ zurückkehren zu können“, schließt Dominic West seine Ausführungen.

Die Besetzungsliste von JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN komplettieren Polly Walker als Sarkoja, Ciarán Hinds als Tardos Mors, König von Helium, James Purefoy als Kantos Kan, Kapitän der Luftstreitkräfte von Helium, und schließlich Daryl Sabara, der den jungen Edgar Rice Burroughs verkörpert.

10 faszinierende Fakten

1. Taylor Kitsch las zur Vorbereitung auf seine Rolle Hunderte Briefe aus dem Bürgerkrieg!

„Um mich in die Rolle hineinzuversetzen“, erklärt Taylor Kitsch, „traf ich mich mit Historikern der University Of Texas, die mir unglaublich interessante Fakten erzählen konnten. Bei ihm zu Hause schlug mir einer der Experten vor, welche Bücher ich über den Bürgerkrieg lesen und welche Filme ich mir anschauen sollte. Dann arbeitete ich mich durch Hunderte von Briefen, die die Soldaten von der Front nach Hause geschrieben hatten. Die, die mich am meisten beeindruckt hatten, nahm ich mir dann zur Grundlage, um mich in meine Figur einzuarbeiten!“

2. Lynn Collins saß bis zu fünf Stunden täglich in der Maske!

„Ich spiele in JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN die Kriegerprinzessin Dejah“, erklärt Lynn Collins. „Dejah stammt von Barsoom , also musste ich für meine Rolle jede Menge rotes Make-up und völlig abgefahrene Tattoopaintings auf meinem Körper tragen. Zu Beginn verbrachte ich bis zu fünf Stunden in der Maske. Ich bin eine Irin und daher typisch sommersprossig, deshalb mussten sie Schicht auf Schicht an Make-up und Bräunungscreme auftragen, um mich wie eine Prinzessin vom Mars aussehen zu lassen. Das hat zwar ewig gedauert, aber der Effekt war toll!

3. Das Abwaschen der aufgemalten Tattoos dauerte Stunden!

„Ich musste für meine Rolle des Marsianers Sab Than auch künstliches Bräunungs-Make-up tragen und bekam falsche Tattoos aufgemalt“, erzählt Schauspieler Dominic West. „Glücklicherweise ließ sich die Bräunung leicht abwaschen – leider galt das nicht für die Tattoos. Nachdem ich drei Monate lang mit Fake-Tattoos rumgelaufen war, ließen sie sich nur mit unglaublicher Mühe wieder abwaschen. Also habe ich sie einfach mit der Zeit ausbleichen lassen. Meine Kinder haben sich kaputtgelacht, als sie Wochen nach Drehschluss noch immer diese Dinger auf meinen Armen und Beinen entdeckten.“

4. Lawrence von Arabien zählte mit zu den großen Vorbildern der Filmemacher!

„Bei der Arbeit an JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN ließ ich mich von vielen Filmen inspirieren“, gesteht Regisseur Andrew Stanton. „Zum Beispiel orientierte ich mich an den Western JEREMIAH JOHNSON und DER TEXANER als Vorbilder für die düstere, gnadenlose Wildwest-Atmosphäre. DER LETZTE KAISER gab mir ein wunderbares Gefühl für eine sterbende Großstadt. HEAVEN’S GATE beeindruckte mich wegen der großartigen Kameraarbeit und natürlich schaute ich mir LAWRENCE VON ARABIEN an – den ultimativen Wüstenfilm! Natürlich zieht man für solch einen Film Millionen von Quellen heran, aber ich habe niemals versucht, nur einem Filmvorbild zu folgen.“

5. Das Team und die Schauspieler mussten sich beim Dreh mit Sandstürmen herumplagen!

„Die Dreharbeiten zu JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN haben mir unglaublichen Spaß gemacht“, erinnert sich Schauspieler Willem Dafoe, der die Rolle des Tars Tarkas spielt. Die Hälfte der Produktion filmten wir in England, was echt super war. Die zweite Hälfte drehten wir in Utah, wo uns das Wetter Probleme machte. Wir waren mitten in der Wüste, also gab es keine Probleme mit Regen – dafür ereilten uns ein paar Sandstürme. Die waren echt schrecklich! Während der Sturm tobte, trugen wir zwar Schutzbrillen, aber trotzdem ist man an dem Sand beinahe erstickt. Das fand ich extrem beängstigend. Man konnte nichts anderes tun, als sich in ein Tuch zu wickeln und zu beten, dass es bald aufhören würde.“

6. Taylor Kitsch trägt als John Carter einen falschen Bart!

„In manchen Szenen hatte ich einen künstlichen Bart“, kichert Taylor Kitsch. „Ich brauchte keine Perücke, dafür hatte ich jede Menge falscher Haare in meinem Gesicht pappen! Während gewisser Drehphasen wurde mir ein Bart angeklebt. Nach 14 Stunden voller Klebstoff möchte man sich das Zeug einfach herunterreißen – aber man darf nicht! Das ist echt hart.“

7. Willem Dafoe hatte den Großteil des Films über einen Mann hinter seinem Rücken versteckt!

„Ich genoss die interessante Herausforderung, einen 2,75 Meter großen Marsmenschen zu spielen und die meiste Zeit auf Stelzen zu verbringen“, gesteht Willem Dafoe. „Meine Figur hat vier Arme, also hatte ich oft einen grün gekleideten Stuntman hinter mir stehen, der die zusätzlichen Arme beisteuerte. Das fühlt sich natürlich reichlich absurd an, aber das muss man einfach akzeptieren und bestmöglich zu vergessen versuchen.“

8. Das Mars-Alphabet aus dem Film basiert auf Formen, die man auf dem Mars gefunden hat!

„Das marsianische Alphabet in JOHN CARTER – ZWISCHEN ZWEI WELTEN ist nach dem Vorbild tatsächlicher Formen gestaltet, die man auf der Oberfläche des Mars entdeckt hat!“ erklärt Produzent Jim Morris. „Wenn man den Planeten lange genug anstarrt, schaut es irgendwann so aus, als seien an manchen Stellen riesige, fast arabisch anmutende Schriftzeichen zu sehen. Natürlich weiß man, dass es sich bloß um gefrorene Kohlendioxid-Ablagerungen handelt, doch beim Betrachten mit einem Fernglas wirken Sie wie gigantische, von Menschen gemachte Objekte. Also haben wir unsere barsoomischen Buchstaben nach ihnen gestaltet.“

9. Ein Sprachtherapeut half den Schauspielern beim Dreh!

„Zu Beginn des Films spricht mein Charakter Thark, was natürlich völlig anders klingt als Englisch”, verrät Willem Dafoe. „Die „Thark“-Sprache kommt zwar im Film nicht allzu oft vor, doch die Schauspieler lernten die Sprache zu Beginn der Dreharbeiten zusammen. Manche Worte sind richtig schwierig auszusprechen, aber ein professioneller Sprachtherapeut half uns bei der richtigen Bildung der Laute. Das war ein sehr interessanter Vorgang!”

10. Andrew Stanton war der Pausenclown am Set!

„Andrew Stanton ist ein echter Scherzkeks“, erinnert sich Dominic West. „Taylor Kitsch kam immer mit einer Hantel ans Set, um vor Drehstart noch einmal seine Muskeln aufzupumpen. Für einen seiner Jokes besorgte Andrew heimlich für jedes Teammitglied die gleiche Hantel. Als Taylor bei einer Massenszene mit seinem Gewicht ans Set kam, packten auch wir alle unsere Hanteln aus und begannen zu pumpen. Taylor schmiss sich weg, als er erkannte, was los war! Solche Momente sind beim Dreh immer besonders surreal. Wir hatten viel Spaß!“