John Carpenter's Ghosts of Mars

Kinostart: 18.10.2001
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Filmhandlung und Hintergrund

Horrorveteran John Carpenter legt den Heavy-Metal-Teppich aus und bittet zur blutgetränkten Schnitzeljagd auf dem Roten Planeten.

Im Jahre 2176 beutet die Menschheit die Rohstoffe des Planeten Mars aus. Aus einer Minenarbeitersiedlung soll Polizistin Ballard den gefürchteten Knacki „Desolation“ Williams in die Marsmetropole überführen. Vor Ort wartet jedoch eine Überraschung auf die Cops: eine geheimnisvolle Macht aus dem Planeteninnern ergreift Besitz von den Arbeitern und verwandelt sie in mordgierige Zombies.

Im Jahr 2176 erobert die Menschheit den Planeten Mars und beutet dessen Rohstoffe aus. Aus einer Minenarbeitersiedlung soll Polizistin Ballard den gefürchteten Knacki „Desolation“ Williams in die Marsmetropole überführen. Vor Ort wartet jedoch eine Überraschung auf die Cops: eine geheimnisvolle Macht aus dem Planeteninneren ergreift Besitz von den Arbeitern und verwandelt sie in mordgierige Zombies. Angesichts der Heerscharen von Feinden sehen sich Cops und Gangster gezwungen, gemeinsame Sache zu machen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • John Carpenter's Ghosts of Mars: Horrorveteran John Carpenter legt den Heavy-Metal-Teppich aus und bittet zur blutgetränkten Schnitzeljagd auf dem Roten Planeten.

    Horrorpionier John Carpenter hängt sich vordergründig an die aktuelle Marsfilmwelle und tut dann doch das, was er am besten kann in einer Art „Best of“ seiner größten Erfolge. Eine uralte Zivilisation auf dem Mars lässt sich eine Neubesiedlung durch die unsrige nicht kampflos gefallen. Minenarbeiter mutieren zu Zombies, und eine erlesene B-Movie-Starriege bekommt alle Hände voll zu tun, im staubigen Getümmel nicht den Kopf zu verlieren. Schade nur, dass die frühen Achtziger vorbei sind.

    Leicht lässt sich Carpenters Schlacht um den Wüstenplaneten auf drei eigentümlich wohlvertraute Abschnitte reduzieren: Einen ersten Teil, der uns die Verhältnisse auf dem Mars vorstellt und einen gefährlichen, aber zweifellos zum Helden geborenen Goldherz-Knacki (G-Rapper Ice Cube) als künftigen Kampfgefährten der Heldin (Alienspezialistin Natasha Henstridge) in Aussicht stellt. Diese Overtüre, obgleich bemüht verschachtelt, ist pure „Klapperschlange“ bis hin zur musikalischen Untermalung. Wenn im Mittelteil dann das Geheimnis des Mars bei unterirdischen Minenarbeiten gelüftet, ein außerirdisches Artefakt freigelegt und die Menschheit schleichend von wabernden Geisterwesen okkupiert wird, bis keiner mehr weiß, ob der Nachbar schon Feind ist oder noch nicht, lässt „Das Ding aus einer anderen Welt“ schön grüßen. Das Finale schließlich stammt aus „Assault - Anschlag bei Nacht“ (bzw. vom Broadway aus „Die Klapperschlange“), wenn nach Belagerung durch den personifizierten Mars-Horror in Gestalt einer ernüchternd clownesk wirkenden, zombifizierten Endzeitrockertruppe die Aliens als klingenbewehrte Kriegerwalze über die letzten verbliebenen Menschlein einherbrechen und schier endlose Einzelgefechte ihren blutigen Lauf nehmen.

    Carpenter stört dabei nur wenig, daß die achtziger Jahre lange vorüber sind und heute ein anderer Wind im Genre weht. Trotz seiner 68er-Wurzeln ist er ein konservativer Anarchist bester uramerikanischer Prägung, eine Art John Wayne unter den Regisseuren des modernen Genrekinos, der viel von antiqiertem Outlaw-Machismo, wenig von Effektklimbim-Fortschritt und überhaupt nichts von Kompromissen hält. Ein moderner Anachronismus genau wie der Heavy Metal, mit dem er sein Weltraumabenteuer unterlegt. Der Betrachter mag das lustig finden oder nicht, doch wäre Carpenters überaus stattliche Fangemeinde sicherlich enttäuscht, wenn sich daran etwas ändern würde.

    Schwerer vor letzterem wiegt indes, dass Carpenter in seiner Flut von Selbstzitaten gewohnte Originalität, Innovation und Selbstironie weitgehend vermissen lässt. Hohe Kreativität auf bescheidenem Budgetniveau, bis Mitte der Achtziger seine originäre Stärke, glänzt in dieser blutig-actiongeladenen, doch auf die Dauer monotonen Dauerverfolgungsjagd durch vornehme Abwesenheit. Stattdessen immer neue, hektische, dunkle Kampfszenen, in denen sich die insgesamt vielleicht 200 Schauspieler und Statisten buchstäblich bis zum letzten Mann/Frau aufarbeiten. Als Beispiel für vergebene Möglichkeiten unzähliger Art mögen Natasha Henstridges Drogenträume dienen, in denen der erwartungsfrohe SF-Kenner mit eingeblendeten Meereswellen über das hinweg getröstet wird, was mit moderner Effekttechnologie und ein wenig Witz im Jahr 2001 möglich gewesen wäre. Drogen im Jahr 2176? In „Dark Star“ hätte JC diese Elfmeterchance kaum ungenutzt verstreichen lassen. Später wird es sogar regelrecht ärgerlich, als die bereits von Geistern infizierte Henstridge ihren Körper mit denselben Drogen vom Eindringling reinigt (eine gute Idee, doch höchst beiläufig erzählt). Auf diesem Trip kann sie laut Drehbuch die Geisteswelt der Marsianer erblicken - eine einmalige Gelegenheit, die Motivation der Angreifer dem Zuschauer begreiflich zu machen. Doch außer diesmal roten Wellen sowie einer verschwommenen, nichtssagenden Gestalt fällt Carpenter erneut wenig ein.

    Wer Carpenter liebt, und das gilt noch immer für einen recht kompakten Teil der deutschen Fantasy- und SF-Gemeinde, der kommt mit „Ghosts of Mars“ schon klar. Die Fans werden den Film moderat feiern, für ein ebensolches Kassenabschneiden sorgen und ihn dann da einordnen, wo er qualitativ hingehört, irgendwo zwischen „Die Fürsten der Dunkelheit“ und „Sie leben!“. Die permanente Melange aus Action und Bedrohung lässt wenig Langweile aufkommen, ein paar trockene Oneliner, sympathische HeldInnen, zu denen man gerne hält, und eine Vielzahl pittoresker Slapstickgewalttaten übertünchen gnädig fehlende Originalität. Sommerloch-Popcorn, nicht mehr, aber auch nicht weniger. ab.

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    Kino.de Redaktion  

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