Jane Austens Verführung

Kinostart: 28.11.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsame und subtile, für das Fernsehen produzierte Verfilmung von Jane Austens letztem Roman.

Nach sieben Jahren trifft Anne Elliot ihre alte, damals verschmähte Jugendliebe wieder. Frederick Wentworth, inzwischen ein wohlhabender Kapitän, lehnt nun seinerseits ihr vorsichtiges Liebeswerben ab - aus verletztem Stolz. Nur langsam kommen sich die beiden näher. Gegen ihre Liebe stehen außerdem die verkrusteten Konventionen des viktorianischen Englands.

Einfühlsame und subtile, für das Fernsehen produzierte Verfilmung von Jane Austens letztem Roman.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Jane Austens Verführung: Einfühlsame und subtile, für das Fernsehen produzierte Verfilmung von Jane Austens letztem Roman.

    Was haben die schrille Teenager-Hitkomödie „Clueless - Was sonst?“ und das betulich-bedächtige, in Jahr 1814 angesiedelte Liebesdrama „Persuasion“ gemeinsam? Eigentlich gar nichts, abgesehen davon, daß beide - ebenso wie der in Kürze in den USA anlaufende „Gefühl und Vernunft“ - auf Romanen der Autorin Jane Austen basieren und sich mit den Herzensangelegenheiten einer weiblichen Protagonistin befassen.

    Bei „Persuasion“ handelt es sich um einen von Roger Michell inszenierten TV-Film der BBC, den Sony Classics nach vielversprechendem Kritikerlob in die US-amerikanischen Kinos brachte. Stellenweise offenbaren sich zwar die Fernsehwurzeln der Produktion (die gemalten Hintergründe sind auf der großen Leinwand überdeutlich identifizierbar), doch die schnörkellose Kameraarbeit John Dalys komplettiert mit der Einfachheit ihrer Bilder den spröden Ton der verhaltenen Liebeserzählung. Die Handlung - eine junge Frau trifft nach sieben Jahren ihren Verehrer wieder, den sie einst entgegen ihrer wahren Gefühle abgewiesen hat - ist entsprechend sparsam gehalten. Doch Drehbuchautor Nick Dear kompensiert dies mit diversen Nebenrollen, die für einigermaßen unerhebliche, insgesamt jedoch auflockernde und unterhaltsame Subplots sorgen dürfen. Als die unverheiratete Anne Elliot (Amanda Root), Tochter eines verarmten Aristokraten, dem attraktiven und wohlhabenden Marine-Kapitän Wentworth (Claran Hinds) im Hause ihrer hypochondrischen Schwester Mary (Sophie Thompson) gegenübersteht, bleibt ihr fast das liebeskranke Herz stehen. Ist er doch ihre einzige Liebe, von der sie sich vor einigen Jahren aufgrund des schlechten Rates einer Familienfreundin abwandte. Wentworth straft die in ihrem Kummer zunächst unscheinbar wirkende Anne mit eiskalter Mißachtung und scheint sich vielmehr für andere junge Mädchen zu interessieren. Doch es wird schnell offenbar, daß er lediglich seinen verletzten Stolz kaschiert und es für ihn keine andere gibt als die resolute Anne, deren reger Geist nicht nur ihn fasziniert. Doch bis die beiden sich ihre Gefühle füreinander eingestehen, vergehen über 80 Minuten. Im Hinblick auf den konventionslastigen Moral- und Verhaltenskodex der damaligen Zeit verläuft ihr zurückhaltendes Liebeswerben geradezu zeitlupenhaft, so daß sich die aufgestaute Spannung im Finale geradezu erlösend entlädt. Root ist für die Rolle der eloquenten, gefühlvollen Anne die ideale Besetzung. Mit ihrem dünnen Mund mag sie zwar nicht unbedingt dem heutigen Schönheitsideal entsprechen, doch in ihren ausdrucksvollen Augen spiegelt sich Herzenswärme. Darüber hinaus erwecken die zeitgenössischen Kostüme und das gut realisierte Produktionsdesign, ohne übermäßige Opulenz, gekonnt die Ära des 19. Jahrhunderts. Für Freunde leiser Romantik allemal ein ungeschliffener Rohdiamant anspruchsvollerer Unterhaltung, für den sich bislang noch kein deutscher Verleih begeistern konnte. ara.

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