Filmhandlung und Hintergrund

Bitteres Beziehungdrama aus der Türkei mit hervorragenden Darstellern und atemberaubenden Bildern.

Universitätsprofessor Isa (Nuri Bilge Ceylan) und seine viel jüngere Freundin, die künstlerische Leiterin Bahar (Ebru Ceylan), verbringen die Sommerferien im Küstenort Kas. In diesen Tagen zerbricht ihre Partnerschaft, was den deprimierten Isa noch weiter aus der Bahn wirft. Er fährt allein nach Istanbul zurück. Dort stürzt er sich in eine rein körperliche Beziehung mit Serap (Nazan Kesal), die an der Trennung mit Bahar nicht ganz unschuldig ist. Als er erfährt, dass sich Bahar zum Arbeiten in die Osttürkei zurückgezogen hat, begibt er sich auf die Suche.

Als bester türkischer Film des Jahres ausgezeichnete Studie einer fehlgeschlagenen Partnerschaft, die Nuri Bilge Ceylan („Uzak„) als eine reinrassige Elegie abwickelt. In den drei Kapiteln Sommer, Herbst und Winter liefert er eine melancholische, sehr persönliche Arbeit ab.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Jahreszeiten - Iklimler: Bitteres Beziehungdrama aus der Türkei mit hervorragenden Darstellern und atemberaubenden Bildern.

    Die bittere Geschichte einer Trennung erzählt der türkische Antonioni Nuri Bilge Ceylan („Uzak - Weit“) in überwältigenden Bildkompositionen.

    Archäologiedozent Isa (Nuri Bilge Ceylan) und die jüngere Szenenbildnerin Bahar (Ebru Ceylan) haben sich im Sommerurlaub in Kas nichts mehr zu sagen, eine alte Affäre Isas lastet auf dem Paar, vor Freunden herrscht Schweigen. In ihrer Verzweiflung provoziert Bahar einen Unfall mit dem Motorroller. Man beschließt eine zeitweilige Trennung. Zurück in Istanbul, nimmt Isa die auf Sex reduzierte Affäre mit Ex-Freundin Serap (Nazan Kesal) wieder auf. Einem Impuls folgend, reist Isa Bahar, für Filmaufnahmen mit der TV-Crew in Ostanatolien, hinterher. Zu spät: Zögerliche Aussprachen führen zum endgültigen Bruch.

    Nuri Bilge Ceylan, der 2003 in Cannes mit „Uzak - Weit“ (Großer Preis der Jury) seinen internationalen Durchbruch erlebte, spielt mit seiner bildschönen Ehefrau Ebru das Paar, das wie Marcello Mastroianni und Jeanne Moreau in Michelangelo Antonionis „La Notte“ (1961) am Ende der Worte angekommen ist. Isa ist unfähig, sich auszudrücken, will es auch nicht, lässt sich treiben, hat mit Serap heftigen wortlosen Sex auf dem Fußboden, wird von der Geliebten geduldet, nicht akzeptiert. Ebru hingegen vermittelt sehr wohl Gefühle und den Schmerz des Scheiterns, ob in der Wiedergabe eines Traums oder mit sprechenden Blicken und lässt die ihr von Isa geschenkte Spieluhr mit „Für Elise“ liegen.

    Ceylan inszeniert die weitgehend aus Isas Perspektive erzählte melancholisch-bittere und ehrliche Trennungsgeschichte in überwältigenden Bildkompositionen. Angeschnittene Großaufnahmen und lange ungeschnittene Einstelllungen lassen filmische Gemälde entstehen, deren Vermögen, die Natur als Entsprechung der Seelenlandschaften einzubeziehen, sensationell ist. Ob in Säulenruinen, am sonnendurchglühten Strand, im Schneetreiben Anatoliens, wo Bilder wie von Theo Angelopoulos („Die Ewigkeit und ein Tag“, „Landschaft im Nebel“) erscheinen, oder beim Blick auf eine Stadt (Zitat aus „Uzak“): Bei den überaus sinnlichen Bildern dieses Meisterwerks stockt der Atem. ger.

News und Stories

  • Irrungen und Wirrungen

    Irrungen und Wirrungen

    Richard Kelly enttäuscht mit dem apokalyptischen "Southland Tales" und Nuri Bilge Ceylan ist in dem Drama "Iklimler" unglücklich verliebt.

    Ehemalige BEM-Accounts  

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