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Fakten und Hintergründe zum Film "Jack und Jill"

Fakten und Hintergründe zum Film "Jack und Jill"
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Über die Produktion

JACK UND JILL ist zwar die achte Zusammenarbeit von Regisseur Dennis Dugan und Adam Sandler, aber der Regisseur ist trotzdem immer wieder überrascht: „Irgendwann in der Mitte der Produktion geschah etwas Interessantes. Jack habe ich als Adam-Sandler-Figur wahrgenommen, aber Jill kam mir immer wie eine eigenständige Person vor. Adam lief zwar nicht am Set herum und benahm sich wie Jill, aber nach einer Weile war es, als hätten wir tatsächlich eine Schauspielerin engagiert, die Adam erstaunlich ähnlich sah“, sagt Dugan.

Sandler spielt Jack, einen Werbefachmann, der nur noch einen Spot vom ganz großen Erfolg entfernt ist – oder, falls der Deal nicht zustande kommt, direkt auf die große Katastrophe zusteuert. Genau in diesem Schlamassel taucht seine Zwillingsschwester Jill auf – die immer alles noch komplizierter macht, als es eigentlich ist.

„Ich wusste, dass Adam überhaupt keine Probleme damit haben würde, Jill zu spielen. An Jack musste er viel mehr arbeiten“, sagt Steve Koren, der mit Sandler auch das Drehbuch geschrieben hat. „Denn Jack ist eher ein nervöser, ungeduldiger Typ – und Adam musste sich ganz schön verstellen, um so zu wirken.“

Während sie am Drehbuch arbeiteten, entdeckte Koren ein paar interessante Dinge: „Einige Zwillingspaare erfinden tatsächlich so etwas wie ihre eigene Sprache, wenn sie klein sind. Deshalb haben wir uns auch eine ganz besondere, private Sprache ausgedacht, die nur Jack und Jill sprechen“, sagt er. „Außerdem fanden wir heraus, dass die Bindung zwischen Zwillingen viel stärker ist als bei normalen Geschwistern. Auch das sollte der Film möglichst deutlich machen.“

Die Doppelrolle erforderte von Adam Sandler ein Höchstmaß an Timing. „Denn ein Teil des Witzes ist, dass Jack und Jill stets gleichzeitig exakt dieselbe Dinge machen“, erklärt Koren. „Das bedeutete natürlich, dass Adam eine Szene als Jack drehen und sie dann als Jill noch einmal genau wiederholen musste, fast wie ein Tanz, ein Ballett; Adam musste sich für dieses perfekte Timing unglaublich konzentrieren. Es war umwerfend, dabei zuzusehen.“

Koren über die Figuren und den Plot des Films: „In Jills Leben gab es immer zwei Konstanten – die Pflege ihrer Eltern und die Liebe zu ihrem Vogel Poopsie. Ihre persönlichen Bedürfnisse hat sie dafür geopfert. Als sie Jack besuchen kommt und einfach nicht mehr verschwindet, versucht Jack sie zu verkuppeln, um sie so wieder aus seinem Haus zu bekommen.“

Der Plan geht natürlich schief. Anstelle eines Internet-Dates trifft Jill auf den unwahrscheinlichsten aller Verehrer. Jack muss Al Pacino für einen „Dunkin’ Donuts“-Werbespot gewinnen. Schafft er es nicht, zieht der lukrative Werbekunde weiter. Während Jack sich noch den Kopf darüber zerbricht, was er jetzt bloß machen soll, verfällt der berühmte Oscar®-Preisträger ausgerechnet seiner Schwester Jill. Dabei gibt es nur einen Haken: Im Film leidet Pacino unter einem Nervenzusammenbruch.

Die Rolle des Al Pacino boten die Filmemacher Pacino gleich selbst an. „Im Film spielt er sich natürlich nicht wirklich selbst, sondern einen besessenen Schauspieler, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und langsam, aber sicher den Verstand verliert“, sagt Koren. „Als er sich in Jill verliebt, rastet er völlig aus. Um sie zu bekommen, ist er bereit, absolut alles zu tun. Das Problem ist nur, dass Jill gar nicht auf ihn abfährt. Sie weiß über ,American Idol‘ jedenfalls mehr als über Al Pacino.“

Pacinos Performance im Film hat kaum etwas mit dem echten Person Al Pacino gemein. „Er ist ein Schauspieler, der die Kontrolle verliert“, sagt Pacino. „Er ist völlig überarbeitet und das schlägt auf seine mentale Verfassung. Er steckt mitten in einem Nervenzusammenbruch. Mit diesem Ansatz habe ich mich selbst als jemand anderen inszeniert – es ist alles sehr überhöht und übertrieben, wie bei einer Komödie üblich. Dabei habe ich trotzdem versucht, so real wie möglich zu bleiben, damit der ganze Wahnsinn auch realistisch rüberkommt.“

Im Film verliert Pacino langsam seinen Realitätssinn. Er soll am Broadway Don Quijote in „Man of La Mancha“ spielen – und als er Jill trifft, stülpt er sich selbst und ihr die Eigenschaften der Charaktere aus dem Bühnenstück über. „Don Quijote hat einen Knacks und hält sich selbst für einen Ritter und Dulcinea für eine Prinzessin, obwohl sie eigentlich eine hässliche Bäuerin ist. Er verliebt sich unsterblich in sie, indem er ihr Tugenden zuschreibt, die sie eigentlich gar nicht besitzt“, erläutert Pacino. „Als meine Figur Jill trifft, macht er es genauso. Sie wird seine Dulcinea. In gewisser Weise benutzt er sie unbewusst dazu, um herauszufinden, ob er die Rolle des Don Quijote wirklich spielen will oder nicht. Er verpasst Jill alle Wesenszüge von Dulcinea, damit er mit ihr proben und so sehen kann, ob es funktioniert. Dabei weiß er noch nicht einmal, dass er so vorgeht, aber in diesem Wahnsinn steckt Methode.“

Zusätzlich repräsentiert Jill etwas, von dem der Film-Pacino glaubt, es längst verloren zu haben. „Unser Pacino steht an einem Scheideweg“, sagt Dugan. „Er kommt sich in Los Angeles so verloren vor. Was er am meisten vermisst, ist sein früheres Ich – sind seine eigenen Wurzeln. Und plötzlich, auf der Höhe seines Erfolges, taucht diese Frau auf und erinnert ihn daran, wie er früher einmal war. Er möchte zurück und glaubt, dass Jill seine Fahrkarte nach Hause ist.“

„Mir gefiel die Idee, einen alten Filmstar zu spielen, der versucht, an den Punkt zurückzukehren, an dem für ihn einst alles begann“, sagt Pacino weiter. „Ich spiele einen Typen, der einfach nur wieder nach Hause möchte, ein unkompliziertes Leben führen, aber niemals wieder so sein wird wie er war. Und so verrückt er auch ist, sein schauspielerischer Instinkt funktioniert noch – wenn er sich um Jill so bemüht wie Don Quijote um Dulcinea, wird er herausfinden, ob er die Rolle des ,Man of La Mancha‘ wirklich spielen kann. Es ist subtil und ungewöhnlich und sein Weg aus dem Wahnsinn.“

Dugan sagt, die Arbeit mit Pacino sei, natürlich, ein einzigartiges Erlebnis gewesen. „Ich wusste nicht, was mich erwartet – schließlich ist er ein sehr anspruchsvoller Schauspieler – aber er hat sich in unserem Irrsinn sehr wohlgefühlt“, sagt Dugan. „Er verkörperte seine Version von Pacino einfach brillant. Al ist ein wahnsinnig netter Kerl und hatte eine tolle Einstellung zu der Sache.“

Der echte Pacino war genau so, wie man es von ihm erwartete: ein irre talentierter Schauspieler, dem sein Job immer noch großen Spaß macht. „Al ist auf der Höhe seiner Kunst – Adam warf ihm die Bälle zu, Al nahm sie sofort auf und feuerte sie zurück“, so Dugan. „Ihm gefiel unsere Arbeitsweise, obwohl sie sich sicher sehr von anderen Dreharbeiten unterscheidet. Aber Al hat das alles nicht gestört, im Gegenteil – er stand da und hat aus allen Rohren zurückgefeuert.“

Kameramann Dean Cundey sagt, sobald Pacino auf der Leinwand erscheine, wechsle der Film kaum merklich seine Färbung. „Wie bei den meisten Komödien üblich, sollte auch unsere möglichst strahlend und fröhlich aussehen. Aber bei den Szenen mit Pacino fand ich es interessanter, seine düsteren Rollen mitschwingen zu lassen, mit denen man ihn bis heute identifiziert“, erläutert Cundey. Bei der Restaurantszene beispielsweise, in der wir Als Identität enthüllen, habe ich mich an früheren Auftritten orientiert und präsentiere ihn als dunkle Silhouette, umwabert vom Rauch seiner Zigarre, nur sein Gesicht und die Augen sind beleuchtet, der Raum ist dunkel. Ein witziger Moment im Film.“

Katie Holmes spielt Erin, Jacks Frau und die Mutter ihrer beiden Kinder. „Sie ist eine sehr beschäftigte Hausfrau und Mutter“, erklärt Holmes. „Aber als Jill zu Besuch kommt und die Familie ins Chaos stürzt, ist Erin diejenige, die versucht, alles zusammenzuhalten.“

„Es war großartig zu sehen, wie sich Adam in Jill verwandelt“, so Holmes weiter. „Und für mich als Frau war es wirklich schön, sich mal mit einem Mann über das Rasieren der Beine zu unterhalten, wie es sich anfühlt, Strumpfhosen und hochhackige Schuhe zu tragen, und zu besprechen, was es heißt, eine Frau zu sein. Adam ist ein prima Kerl – die Arbeit mit ihm hat unheimlich viel Spaß gebracht.“

Eugenio Derbez, einer der berühmtesten und besten Komiker Mexikos, spielt Jacks Gärtner Felipe. Er ist einer der wenigen, der Jill so nimmt, wie sie ist. „Felipe hält sich für furchtbar komisch – er reißt pausenlos Witze und sagt sofort hinterher ,war nur Spaß, war nur Spaß‘.“ Für den spanisch sprechenden Derbez war JACK UND JILL eine willkommene Gelegenheit, seine komödiantische Wirkung in englischer Sprache zu erproben. „Es reicht nicht, seine Zeilen auswendig zu lernen und die Sprache zu beherrschen – man muss den Witz richtig abliefern und kann ihn nicht bloß auf Englisch aufsagen. Der Ton macht die Musik und den richtigen Ton zu treffen, ist nicht einfach. Derselbe Witz muss auf Spanisch manchmal ganz anders transportiert werden als auf Englisch.“

Adam Sandler ist nicht der Einzige, der im Film eine Doppelrolle als Mann und Frau spielt: Derbez verkörpert zusätzlich noch Felipes Großmutter. „Sie fragten mich, ob es einen Verwandten gäbe, der die Rolle übernehmen könnte. Ich sagte, das mache ich einfach selbst. In meiner Fernsehshow spiele ich sehr viele unterschiedliche Figuren – sie sahen sich einen Zusammenschnitt an und waren überzeugt. Die Rolle hat viel Spaß gebracht – bis auf die Maske. Der Verkleidungsprozess hat dreieinhalb bis vier Stunden in Anspruch genommen, mein ganzes Gesicht wurde mit Klebstoff zugekleistert, auch mein Bart. Ich trug fünf verschiedene Prothesen am Kopf und im Gesicht. Drei Tage nach Drehschluss habe ich immer noch Klebstoffreste gefunden.“

Weil seine eigenen Shows in Mexiko ebenfalls von Sketch-Comedy leben, Derbez also über wahnsinnig viel Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, passte er hervorragend ins Team von Happy Madison. „Er war einfach eine ausgezeichnete Wahl für die Adam-Sandler-Brigade“, sagt Dugan. „Er versteht unsere Arbeitsweise ganz genau – wir probieren alles Mögliche aus, während wir drehen, und gucken, was passiert. Wir sind immer auf dem Sprung – jemand wirft dir einen Ball zu, du nimmst ihn auf spielst ihn zurück. Eugenio ist witzig – er ist einfach wirklich saukomisch.“

Zur weiteren Besetzung gehören Elodie Tougne und Rohan Chand als Jacks und Erins Kinder Sofia und Gary. Allen Covert, Nick Swardson, Valerie Mahaffey und Geoff Pierson sind in weiteren Rollen zu sehen.

Produktion: Doppelrolle für Adam Sandler

Die größte Herausforderung des Films war es, Sandler in zwei verschiedene Charaktere zu verwandeln. Chefmaskenbildnerin Ann Pala, Chefhaarstylist Thomas Real und Kostümdesignerin Ellen Lutter waren schwer gefordert und haben ganze Arbeit geleistet.

Pala und Real gingen Dutzende Frisuren, Haarvolumina, -farben und -längen (kurz, lockig, lang) durch, verschiedenste Fingernagelfarben und -längen, Lippenstifte, Hauttönungen, Wimpern, und Zähne – und dann auch noch in den unterschiedlichsten Kombinationen. Mithilfe von drei Sandler-Doublen schufen sie ein paar unterschiedliche Variationen, von denen die Filmemacher wählen konnten.

„Adam hat bei ,Saturday Night Live‘ schon diverse Mädchen gespielt“, sagt Pala, wodurch sie schon eine Vorstellung bekamen, welcher Look funktionieren könnte. „Die Hauptfaktoren, um Adam feminine Züge zu verpassen, waren seine Augen, Wangen, Zähne und der Ponyschnitt. Wir verwendeten neun verschiedene Hauttönungen, um bestimmte Konturen hervorzuheben oder zu verbergen.“

Entscheidend war für die Filmemacher, dass Jill als eine echte Frau erscheinen sollte. „Adam spielt keinen Mann, der sich als Frau verkleidet; er spielt eine Frau“, sagt Lutter. „Er sollte nicht wie eine Transe wirken – wir wollten eine weibliche Persönlichkeit erschaffen, mit spezifischen Eigenschaften und Charakterzügen – sie sollte echt und natürlich erscheinen. Andererseits konnten wir uns einen Spaß daraus machen, dass sie genau wie ihr Bruder aussieht. Das ließ wunderbar Raum für Adams männliche Attribute – Jill ist eben nicht gerade eine recht feminine Frau.“

Lutter sagt über Jills Garderobe: „Adam mag es zwar gern bequem, aber Frauenkleidung ist nun mal selten bequem. Wir wählten helle Kleidung, weil das am besten zu Jill passt – und damit konnten wir alle leben und hatten unseren Spaß. Adam sagte immer, ,ich weiß, dass ihr Jill viel lieber mögt als Jack‘, und das stimmte auch!“

Dabei reichte es aber nicht, Sandler einfach in ein Kleid zu stecken, um ihn in Jill zu verwandeln. „Wir mussten alles bearbeiten und manipulieren, vom Ausschnitt über die Arme bis zur Taille, wo wir Adam ein paar anständige Hüften verpassten. Überall mussten wir etwas verändern oder anpassen, um die Proportionen glaubwürdig hinzubekommen. Es waren wirklich keine Kleider von der Stange.“

„Spielt ein Schauspieler eine Doppelrolle und ist gleichzeitig im Bild zu sehen, ist das eine knifflige Angelegenheit – denn es erfordert, dass man die Szene erst mit der einen Figur dreht und dann das Ganze noch einmal mit der anderen Figur wiederholen muss“, erklärt Cundey. „Manchmal lässt sich dieses Problem zwar ganz einfach lösen, indem man das Bild teilt. Bei solchen Aufnahmen bleibt die Kamera unbeweglich, man filmt also das Geschehen einfach zweimal. Der Schauspieler spielt im linken Bildausschnitt die eine Figur und dann noch einmal die andere Figur auf der rechten Seite. Dann fügt man diese beiden Aufnahmen einfach im Computer zusammen, fast so, als würde man zwei Fotos zerschneiden und in der Mitte zusammenkleben.“

Doch diese einfache Variante wird unheimlich kompliziert, sobald sich „die Kamera dabei bewegt, sich die beiden Figuren berühren oder einen Gegenstand reichen – aber damit fesselt man das Zuschauerinteresse“, sagt Cundey weiter.

Cundey beschreibt eine typische Szene dieser Art: „Zuerst drehten wir Adam als Jack. Dann verschwand er in der Maske und kam als Jill zurück; dann wurde das Set neu ausgeleuchtet, wobei wir darauf achten mussten, dass der Platz, an dem Jill stehen sollte, exakt im richtigen Licht erscheint. Adam kam dazu, ausgestattet mit einem kleinen Knopf im Ohr, über den er seine Performance als Jack hören konnte. Auf einem Monitor in der Nähe war es ihm außerdem möglich, sich als Jack zu sehen. Visual Effects Supervisor Dan DeLeeuw sorgte für den reibungslosen technischen Ablauf. Die Techniker, die die Bewegungen kontrollierten, stellten sicher, dass wir immer und immer wieder identische Kamerabewegungen bekamen. Der On-Set-Compositor fügte beide Szenen zusammen, während wir drehten. So konnten wir direkt beurteilen, ob wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei diesem Prozess kommt es also auf bedingungsloses Teamwork an.“

„Wir verwendeten computergesteuerte Kameras – der Computer ist so programmiert, dass er die exakten Kamerabewegungen unendlich wiederholen kann“, sagt DeLeeuw. „Wir konnten eine Szene mit Jack und dann dieselbe Szene noch einmal mit Jill drehen.“ Ein gutes Beispiel für diese Vorgehensweise sei die Szene, in der Pacino Jill während des Besuchs eines Basketballspiels verfällt, so DeLeeuw. „In dieser Szene gibt es also nicht nur Jack und Jill, sondern auch Basketballspieler und die Zuschauer dahinter. Und je größer das Set ist, umso schwieriger wird die Umsetzung des Verfahrens.“

DeLeuuws Aufgabe war es, für die Illusion zu sorgen, dass Adam Sandler tatsächlich eine Zwillingsschwester hat. „Dafür war schon während der Storyboardphase eine umfangreiche Vorplanung erforderlich – aber der Film ist eine Komödie, deshalb mussten wir immer spontan reagieren können“, sagt er. „In vielen Szenen ist Adam mit einem Body-Double, das Jill ersetzt, zu sehen. Das Double trug eine grüne Kapuze über dem Kopf, die wir später entfernen und durch Jills Kopf ersetzen konnten.“

Cundey erläutert die Zusammenarbeit mit DeLeuuw: „Wir mussten am Set die Puzzleteile erarbeiten, die die Bildkompositeure und das Postproduktionsteam später zu einem Bild zusammenfügen sollten. Und ich war dafür verantwortlich, dass diese einzelnen Teile auch die richtigen Teile sind. Das Publikum wird immer anspruchsvoller und akzeptiert keine einfachen Lösungen. Es will etwas Interessantes und Einmaliges sehen.“

Cundey sagt, jemand wie Sandler sei ein Glücksfall bei so einer Produktion: „Er lernte sehr schnell, worauf es ankommt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, sagt Cundey. „Das Tolle an Adam ist seine sprühende Kreativität, mit der er jede Szene neu erfindet. Wir probten eine Einstellung, ließen dabei unseren Ideen freien Lauf und konnten sehen, ob es funktioniert. Alles an diesem Film ist das Ergebnis umfangreicher Proben und Spontaneität – hatte jemand einen neuen Einfall, mussten Dennis, der Regieassistent und ich herausfinden, wie sie sich am besten umsetzen lässt.“

Produktion: Dreharbeiten

Jedes Jahr unternehmen die Sadelsteins während der Feiertage eine Familienreise; dieses Mal geht’s auf eine Kreuzfahrt mit der Allure of the Seas der Royal-Caribbean-Flotte, dem größten Ozeanriesen der Welt. „Wir hatten wirklich großes Glück, dass die Produktion unseres Films mit dem Stapellauf des Schiffes zusammenfiel“, sagt Dugan. „Das Kreuzfahrtschiff wurde in Norwegen gebaut, während wir unseren Film vorbereiteten. Wir kontaktierten die Reederei, die sehr erfreut war, mit uns ins Geschäft zu kommen. Wir schickten einige Techniker nach Norwegen, die unsere Kabel verlegten und sich um unseren elektrischen Aufbau kümmerten, sodass wir loslegen konnten, sobald das Schiff eintraf. Wir gingen in Florida an Bord und konnten während der Probefahrten, also noch bevor die ersten zahlenden Gäste aufgenommen wurden, zehn Tage an Bord drehen.“

„Die ,Allure of the Seas‘ ist ein schwimmendes Fünf-Sterne-Hotel“, sagt Produktionsdesigner Perry Andelin Blake. „Wir durften in den coolsten Bereichen des Schiffes drehen. Am Bug richteten wir ein Restaurant ein. Aber die größte Herausforderung war es, das ganze Schiff für Weihnachten zu dekorieren – der Dampfer ist über 300 m lang und in einigen Einstellungen unseres Films kann man 150 m weit gucken und zwei Pools sehen und drei von vier Stockwerken überblicken. Das ganze Ding musste also komplett geschmückt werden. Wir kauften Lkw-Ladungen voller Dekorationen in einem Geschäft in Fort Lauderdale – über 450 m Girlanden und Lichterketten, sieben Weihnachtsbäume, die zwischen 2,50 m und 5 m hoch waren, 15 Spielzeugsoldaten, 10 Spielzeugkönige … es war einfach unglaublich.“

„Wir wussten von Anfang an, dass Dreharbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff räumlich sehr eingeschränkt sind“, sagt Kameramann Dean Cundley. „Darum werden Szenen, die auf einem Kreuzfahrtschiff spielen, auch normalerweise lieber im Studio gedreht.“ Es gab jedoch zwei gute Gründe, weshalb die Produktion von JACK UND JILL trotzdem auf einem echten Schiff anheuerte, wie Cundey erklärt: „Erstens ist die ,Allure of the Seas‘ das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, was die Platzprobleme ziemlich relativiert hat, und zweitens war die Schiffsreise nicht öffentlich, wir hatten den Ozeanriesen also ganz für uns allein.“

Der Dreh auf einem Ozeanriesen birgt jedoch nicht nur Probleme, sondern auch handfeste Vorteile. Dugan sagt: „Für mich war dieser Drehort nicht komplizierter als andere auch. Er bot sogar einige sehr interessante Möglichkeiten. Da wir ja keine zahlenden Gäste an Bord hatten, konnten wir das Schiff immer der Sonne nach ausrichten lassen. Wenn wir am Bug drehten und die Sonne zu verschwinden drohte, ließen wir das Schiff umdrehen. So hatten wir den ganzen Tag dasselbe Sonnenlicht. Keine andere Location der Welt bietet so großartige Möglichkeiten und Drehbedingungen, was die Sonne betrifft.“

„Einmal ließ der Kapitän eine sehr langsame Wende durchführen – ein Grad alle sechs Minuten“, erläutert Cundey. „Damit stand die Sonne immer exakt an derselben Stelle in Bezug zum Schiff. An einem anderen Tag vor der Küste Floridas hatten wir bedeckten Himmel. Aber auch das war kein Problem – der Kapitän hat das Schiff einfach an eine bessere Stelle manövriert.“

Um die perfekte Illusion zu erzeugen, dass Jack und Jill zwei völlig verschiedene Personen sind, sei sorgfältige Planung notwendig gewesen, erklärt Dan DeLeuuw, Visual Effects Supervisor. „Jack und Jill springen vor einer begeisterten Menge an Bord gemeinsam Seil“, sagt er. „Dabei sieht man im Hintergrund das Meer und die Sonne geht gerade unter – auch das mussten wir natürlich zweimal drehen, um beide Figuren aufzunehmen. Das war eine große Herausforderung, mitten auf einem Schiff bei untergehender Sonne.“

Aber davon ließ sich DeLeeuw nicht abschrecken, denn diese Szene vor einer grünen Leinwand zu filmen, wäre einfach nicht dasselbe gewesen. „Das Schiff hat ein orange-farbenes Deck und die Farbe spiegelt sich in den Darstellern. Und dann noch der gewaltige, blaue Himmel – vor einer Greenscreen kann man so ein Licht einfach nicht künstlich erzeugen.“

Produktion: Das Design

In dem Film geht es hauptsächlich darum, die Gegensätzlichkeiten von JACK UND JILL zu zeigen – ihre vordergründigen Unterschiede herauszuarbeiten, um letztlich zu dem Schluss zu kommen, dass sie tief im Inneren doch exakt gleich sind. Eine Möglichkeit, dies zu unterstreichen, war es, die beiden völlig verschiedenen Lebensweisen zu präsentieren: Jack lebt in seiner Villa in Brentwood, Jill in ihrem spartanischen Heim in der Bronx.

„Wir haben bewusst diese beiden Extreme gewählt“, sagt Produktionsdesigner Perry Andelin Blake, der bereits an vielen anderen Filmprojekten von Adam Sandler mitgearbeitet hat. „Jacks Haus ist gewaltig, wunderschön, offen, mit einem großen Hinterhof, einem Swimmingpool, Grünanlagen, Bäumen und überall Blumen. Die Räume sind riesig, hell, geräumig und komfortabel. Am Ende des Films sieht man Jills Haus in der Bronx – sie fährt mit ihrem kleinen Honda Civic vor, parkt im schmuddeligen Schnee und geht zu einem winzigen, auf engstem Raum stehenden Häuschen, das mit allem möglichen Zeug vollgestopft ist.“

Nach dem Wandschmuck in der Sadelstein-Villa mussten die Filmemacher nicht lange suchen. „Kunst ist so subjektiv und die Geschmäcker und Ansichten sind so verschieden – wir fragten uns, was für Bilder würde Jack im Haus aufhängen? Da unser Regisseur, Dennis Dugan, auch Fotograf ist, kam uns die Idee, einfach seine Bilder zu verwenden. Jack ist ein Werbefachmann, wir stellten uns jemand mit erlesenem Geschmack vor, coolem Geschmack, er könnte beispielsweise eine Sammlung von Kunstfotos besitzen. Dennis wählte rund 50 Bilder aus seiner Zeit als Fotograf aus, die wir gemeinsam durchsahen – Fotos aus den 60er- und 70er-Jahren, von seinen Reisen durch Europa und die Welt. Damit konnten wir viel anfangen, denn diese Bilder boten nicht nur eine große Vielfalt, sondern sie ließen sich so verändern, dass sie wie Bilder von unterschiedlichen Fotografen wirkten – wir bearbeiteten die Farben per Photoshop oder druckten ein Foto auf eine Leinwand, auf Stoff, dünnes Papier, spielten mit den Rahmen, der Hängung und so weiter. Die Fotos bilden einen schönen Kontrast zu dem Haus selbst – eine alte Villa im spanischen Stil, die renoviert und erneuert wurde – und geben ihr einen modernen, zeitgemäßen Touch, gar nicht muffig.“

Blake durfte außerdem noch das Wohnzimmer einer mallorquinischen Burg gestalten – aber sein Lieblingsset taucht am Ende des Film in dem „Dunkin’ Donuts“-Werbespot auf. „Es sieht genau wie ein Restaurant von Dunkin’ Donuts aus – dafür haben wir uns bis ins kleinste Detail sehr viel Mühe gegeben. Die Tresen, die Schilder, sogar die Doughnuts sehen aus wie von Dunkin’ Donuts. Dann fährt die Kamera zurück und verwandelt sich in eine fantastische Szene wie aus einem Musical-Film, mit Al Pacino im Smoking und singenden und tanzenden Menschen auf einem schwarz glänzendem Fußboden und farbenfroher Beleuchtung. Das hat wirklich Spaß gebracht.“