Filmhandlung und Hintergrund

Aus Amerika kommt ein „Gefängnisfilm“, der ein brisantes Thema aufgreift: politische Justiz und Folter unter Südafrikas Apartheid-Regime. Regisseur Arthur Penn, seit „Bonnie und Clyde“, „Alice’s Restaurant“ oder „Little Big Man“ ein Garant für außergewöhnliche Unterhaltung, inszeniert keine trockene Polit-Lektion, sondern ein aufwühlendes Stück Kino für Kopf, Herz und Bauch. Minutenlange Standing Ovations gab...

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Kritikerrezensionen

  • Aus Amerika kommt ein „Gefängnisfilm“, der ein brisantes Thema aufgreift: politische Justiz und Folter unter Südafrikas Apartheid-Regime. Regisseur Arthur Penn, seit „Bonnie und Clyde“, „Alice’s Restaurant“ oder „Little Big Man“ ein Garant für außergewöhnliche Unterhaltung, inszeniert keine trockene Polit-Lektion, sondern ein aufwühlendes Stück Kino für Kopf, Herz und Bauch.

    Minutenlange Standing Ovations gab es für Arthur Penns intensives Gefängnisdrama bei der diesjährigen „Quinzaine des Réalisateurs“ in Cannes. Und es war kein ausgewähltes Fachpublikum, das sich begeistert die Hände wundklatschte, sondern Zuschauer, die sich Kinokarten kaufen. Der 63jährige Amerikaner bewies, daß man auch ein schwieriges politisches Thema spannend inszenieren kann, denn sein entlarvender Blick hinter die Gefängnismauern läßt wohl niemanden unberührt.

    Im Südafrika des Jahres 1988 wehrt sich das Apartheid-System gegen jegliche aufkeimende Kritik, Systemgegner werden gnadenlos verfolgt. So auch der 33jährige weiße Politikprofessor Martin Strydom, angeklagt wegen Verrat, Terrorismus und Sabotage. Sein Gegenspieler ist Colonel Kruger, ein Polizeioffizier übelster Sorte, der vor nichts zurückschreckt und selbst Unschuldige hinter Gitter bringt. Zellennachbar und gleichzeitig Zeuge des Dramas ist ein schwarzer politischer Häftling, der zehn Jahre später im „neuen“ Südafrika die Untersuchung gegen Kruger leitet, den eiskalten Rassisten, der tausende von Häftlingen foltern ließ und selbst folterte. Ihn mit seinen Taten zu konfrontieren und zur Aussage zu bringen, erinnert an ein Duell der Giganten. In einem düsteren Kammerspiel entwickelt sich noch einmal der vornherein verlorene Machtkampf zwischen Marty, dessen Widerstand sukzessive gebrochen wird, und Colonel Kruger, der neben physischer auch mit psychischer Folter wie falschen Zeugenaussagen und Lügen geschickt arbeitet und den Häftling in den Selbstmord treibt. Dieser klaustrophobische Polit-Thriller, der im wesentlichen im Zellentrakt und im Polizeibüro sowie auf zwei Zeitebenen spielt, ist Kino der Gefühle, bei dem am Ende auch hartgesottene Seelen feuchte Augen bekommen. Geschickt mischt Penn ein Stück südafrikanischer mit individueller Geschichte. Dabei verfällt er nicht in den Fehler, all das Unrecht in der Welt zu beklagen oder larmoyant mit dem politisch-pädagogischen Zeigefinger zu winken, sondern er setzt auf Emotionen und High Suspense, ohne die diffizile Problematik zu vernachlässigen oder zu verharmlosen. Nach dem Buch des Amerikaners Bima Stagg, der zehn Jahre lang in Südafrika lebte, gelang ihm ein Meisterwerk mit universellem Charakter, das nichts an Gültigkeit verliert wird. Nicht zuletzt das Schauspieler-Trio, Eric Stoltz als gepeinigtes Opfer, der in Südafrika aufgewachsene Nigel Hawthorne als sadistischer Colonel und Louis Gossett Jr. als Mithäftling und späterer Insquisitor sollten diesem Film auch bei uns zum Erfolg verhelfen. mk.

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